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Beckenboden

Ein gesunder Beckenboden stützt wichtige Organe. Ist er geschwächt, können Beschwerden wie Organsenkungen oder Inkontinenz den Alltag erheblich beeinträchtigen. Reichen konservative Therapien nicht aus, kann eine Beckenboden-Operation notwendig werden. Die gynäkologischen Teams der Johannesstift Diakonie, des Brustzentrums Berlin und der Gynäkologie Wittenberg beraten umfassend zur Beckenboden-Gesundheit und führen bei Bedarf operative Eingriffe durch.

Der Beckenboden ist eine aus Muskeln, Bindegewebe und Faszien bestehende Struktur, die den unteren Abschluss des Beckens bildet. Er trägt die Organe im Becken, wie Blase, Gebärmutter und Darm, und sorgt dafür, dass sie in ihrer Position gehalten werden. Gleichzeitig unterstützt der Beckenboden wichtige Körperfunktionen wie das Wasserlassen, den Stuhlgang und bei Frauen die Geburt.

Beckenboden: Aufbau und Funktion

Der Beckenboden besteht aus drei Muskelschichten, die in unterschiedlichen Richtungen verlaufen. Diese Schichten arbeiten eng zusammen, um die inneren Organe zu stützen und die Öffnungen von Harnröhre, Scheide und After zu kontrollieren.
Der Beckenboden arbeitet ständig, oft unbemerkt, und ist entscheidend für das Wohlbefinden. Er erfüllt gleich mehrere zentrale Funktionen:

  • Stütze der Organe: Er hält Blase, Gebärmutter und Darm an ihrem Platz.
  • Kontrolle: Er sorgt dafür, dass Sie Harn und Stuhl bewusst halten oder entleeren können.
  • Stabilität: Der Beckenboden unterstützt die Haltung und wirkt beim aufrechten Gehen, Heben und Atmen mit.
  • Sexualfunktion: Ein trainierter Beckenboden trägt auch zu einem erfüllten Sexualleben bei.

Mögliche Probleme und Beschwerden

Wenn die Muskulatur des Beckenbodens geschwächt ist, können verschiedene Beschwerden entstehen. Häufig sind Beckenbodenschwächen, die zu Blasenschwäche, Senkungsbeschwerden oder Schmerzen führen können.

Ursachen sind unter anderem:

  • Schwangerschaft und Geburt
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • chronischer Husten oder starkes Pressen beim Stuhlgang
  • hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren

Typische Symptome bei einer Beckenbodenschwäche

Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen:

  • unkontrollierter Harnverlust beim Niesen, Husten oder Lachen
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken
  • Rückenschmerzen im unteren Bereich
  • verminderte Kontrolle beim Stuhlgang
  • geringeres Empfinden beim Geschlechtsverkehr

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen – zum Beispiel bei der Gynäkologie Berlin oder einem erfahrenen Gynäkologen Wittenberg.

Einfluss von Schwangerschaft und Geburt

Während der Schwangerschaft trägt der Beckenboden das zunehmende Gewicht von Baby, Gebärmutter und Fruchtwasser. Bei der Geburt wird er stark gedehnt – das kann zu kleinen Verletzungen oder Überdehnungen führen.

Nach der Entbindung hilft gezieltes Beckenbodentraining, die Muskulatur wieder aufzubauen und einer späteren Schwäche vorzubeugen. Frauen sollten deshalb möglichst früh mit sanften Übungen beginnen – am besten unter Anleitung einer Hebamme oder Physiotherapeut*in.

Einfluss der Wechseljahre auf den Beckenboden

In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt, insbesondere der Östrogenspiegel sinkt. Das kann das Bindegewebe und die Muskulatur schwächen – auch im Beckenboden. Viele Frauen bemerken in dieser Zeit eine zunehmende Blasenschwäche oder ein Druckgefühl im Unterleib.

Mit gezielten Übungen, physiotherapeutischer Begleitung und gegebenenfalls hormoneller Unterstützung lässt sich der Beckenboden jedoch auch in dieser Lebensphase kräftigen.

Beckenbodenuntersuchung

Bei Beschwerden kann Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt eine Untersuchung des Beckenbodens durchführen. Dabei werden Muskelspannung, Lage der Organe und mögliche Funktionsstörungen beurteilt. Ergänzend können Ultraschall oder spezielle Funktionstests eingesetzt werden.

Wann ist eine Beckenboden-Operation sinnvoll?

Eine Beckenboden-OP wird dann in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen wie gezieltes Beckenbodentraining, Pessare oder Medikamente keine ausreichende Besserung bringen. 

Häufige Auslöser sind deutlich ausgeprägte Senkungen von Blase, Gebärmutter oder Darm sowie Harn- oder Stuhlinkontinenz, die den Alltag stark beeinträchtigen. Auch anhaltende Schmerzen, ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken können Gründe für einen operativen Eingriff sein. 

Wichtig: Ob eine OP sinnvoll ist, wird immer individuell nach sorgfältiger Untersuchung und ausführlicher ärztlicher Beratung entschieden.  Unsere Fachärzt*innen stehen Ihnen dabei gerne zur Seite.  

Ablauf einer Beckenboden-OP

Welche Operationsmethode gewählt wird, hängt vom Beschwerdebild ab. Ziel ist es, abgesunkene Organe wieder in ihre ursprüngliche Position zu bringen oder die Harnröhre gezielt zu stützen, um ungewollten Urinverlust zu verhindern. 

Der Eingriff erfolgt häufig über die Scheide oder möglichst schonend minimalinvasiv über den Bauch. In der Regel wird unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie operiert. Je nach Umfang dauert die Operation etwa ein bis drei Stunden. Vorab sind verschiedene Untersuchungen notwendig, um die passende Methode festzulegen und Risiken möglichst gering zu halten.

Was ist nach der Operation wichtig?

Nach einer Beckenboden-OP bleiben Patient*innen meist einige Tage im Krankenhaus. In den ersten Wochen ist körperliche Schonung besonders wichtig: Schweres Heben, intensiver Sport und starkes Pressen sollten vermieden werden. Schmerzen lassen sich meist gut mit Medikamenten lindern. 

Die vollständige Heilung dauert mehrere Wochen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sowie begleitendes Beckenbodentraining helfen dabei, das Operationsergebnis langfristig zu stabilisieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Wie kann man den Beckenboden stärken?

Die wichtigste Maßnahme ist regelmäßiges Beckenbodentraining. Es verbessert die Muskelkraft und Körperwahrnehmung. 
Beckenbodentraining umfasst sowohl Wahrnehmungs- als auch Kraftübungen. Es zielt darauf ab, die Muskeln bei ruhiger Atmung gezielt anzuspannen und wieder zu entspannen. Die Bauch- oder Gesäßmuskeln bleiben entspannt.

Durch regelmäßiges Training wird die Muskulatur fester, die Körperhaltung verbessert sich, und Beschwerden wie Inkontinenz können gelindert oder vermieden werden. Sie können einfache Übungen bequem zu Hause durchführen:

  1. Spannen Sie die Muskulatur im Beckenboden an, als wollten Sie den Harnfluss stoppen.
  2. Halten Sie die Spannung für einige Sekunden und lassen Sie dann locker.
  3. Wiederholen Sie die Übung mehrmals täglich.

Der Beckenboden reagiert sensibel auf Stress, Haltung und Lebensstil. Bewegung, gezieltes Training und eine gesunde Ernährung tragen zu seiner Stabilität bei.

Auch Männer profitieren von Beckenbodentraining – insbesondere nach Operationen oder bei Blasenproblemen.

Inwieweit kann Beckenboden-Training Inkontinenz vorbeugen?

Regelmäßiges Beckenbodentraining spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Inkontinenz. Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur unterstützt die Harnröhre und den Schließmuskel und trägt dazu bei, ungewollten Urinverlust zu verhindern. Besonders bei Belastungsinkontinenz – also Harnverlust beim Husten, Niesen oder Sport – zeigen gezielte Übungen sehr gute Erfolge.

Ein konsequentes Training verbessert die Muskelkraft und steigert deutlich die Blasenkontrolle. Bereits wenige Minuten täglicher Übung können ausreichen, um die Wahrnehmung für den eigenen Körper zu schärfen und die Muskulatur nachhaltig zu stärken. Auch nach Schwangerschaft, Geburt oder in den Wechseljahren ist Beckenbodentraining eine effektive und schonende Maßnahme, um Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen.

Fazit

Ein starker Beckenboden schützt vor Inkontinenz, Senkungsbeschwerden und Rückenschmerzen. Er unterstützt Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Regelmäßiges Beckenbodentraining kann Beschwerden vorbeugen und Problemen entgegenwirken. Wenn Sie Beschwerden bemerken, steht Ihnen das Team der Johannesstift Diakonie mit Erfahrung und ganzheitlicher Betreuung zur Seite.

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