Shownotes
Eine Brustkrebsdiagnose verändert von einem Moment auf den anderen alles: den Blick auf den eigenen Körper, die Zukunft, die Beziehung, die Arbeit und die Frage, wie es jetzt weitergeht.
In dieser Folge von „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ erzählt Vanessa, wie sie mit Anfang 30 einen Knoten ertastete und kurz darauf die Diagnose Brustkrebs bekam. Sie spricht darüber, wie sie die erste Zeit nach der Diagnose erlebt hat, warum sie schnell ins Handeln kam und was ihr geholfen hat, Schritt für Schritt durch Operation, Chemo und Bestrahlung zu gehen.
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Zusammenfassung der Podcast-Folge:
Vanessas Geschichte zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Brustkrebs umgehen. Es geht um Angst, Unsicherheit und medizinische Entscheidungen, aber auch darum, warum Vanessa nie das Gefühl hatte, die Hoffnung zu verlieren. Ein wichtiger Teil ihres Weges ist offene Kommunikation: mit Partner*innen, Freund*innen, Familie, Ärzt*innen und dem eigenen Umfeld.
Später erfährt Vanessa, dass sie eine BRCA1-Mutation hat. Damit bekommt das Thema Brustkrebs noch einmal eine andere Dimension: genetisches Risiko, engmaschige Vorsorge, MRT-Kontrollen, Eierstöcke, Mastektomie und die Frage, wie man mit einem Risiko lebt, das nicht einfach verschwindet.
Als Brustkrebs erneut festgestellt wird, entscheidet sich Vanessa für eine Mastektomie. Im Gespräch erzählt sie, warum sie diesen Schritt schon früher gehen wollte, warum der Weg dorthin nicht einfach war und wie sie die Operationen und den Brustaufbau erlebt hat. Auch Komplikationen, Implantate, Bestrahlungsfolgen und der Brustaufbau mit Eigengewebe spielen in ihrer Geschichte eine wichtige Rolle.
Mehr Informationen zur Brustchirurgie und Brustrekonstruktion im Martin Luther Krankenhaus:
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Diese Fragen beantwortet die Folge:
- Was passiert innerlich nach einer Brustkrebsdiagnose?
- Wie fühlt es sich an, mit Anfang 30 an Brustkrebs zu erkranken?
- Was hilft dabei, durch Operation, Chemo und Bestrahlung zu kommen?
- Welche Rolle spielen Partner*innen, Freund*innen und Familie bei Brustkrebs?
- Was bedeutet eine BRCA1-Mutation für Vorsorge und Lebensplanung?
- Wann kann eine Mastektomie bei genetischem Brustkrebsrisiko eine wichtige Entscheidung sein?
- Wie erlebt Vanessa ihren Brustaufbau nach der Mastektomie?
Diese Folge gibt Einblick in Vanessas Weg mit Brustkrebs, BRCA1, Mastektomie, Brustaufbau und der Frage, wie man mit der Diagnose Brustkrebs Orientierung, Unterstützung und neue Stärke finden kann.
Weitere Gespräche von Vanessa zu ihren Brustkrebserkrankungen im unBehindert-Podcast:
#024 Diagnose Brustkrebs vom Schock zur Stärke:
#029 Er ist wieder da:
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Transkript
Martina (00:00)
Gab es in all dieser Zeit Momente, in denen du Hoffnung verloren hast, in denen du vielleicht gedacht hast, ich überlebe das nicht?
Vanessa (00:07)
ich hatte vorher eben wirklich auch…mehrfach und erfolglos probiert, eine präventive Mastektomie zu bekommen. Das Ergebnis kam mit der Information, ja, das Risiko ist immer noch hoch. Und ein paar Tage später hatte ich dann den Ultraschall und da haben sie was gefunden. Ärzte hatten sich auch die Tumorgenetik angeguckt von vor 13 Jahren und haben gesagt, aus heutiger Sicht, da würden sie keine Chemo mehr für kriegen.
Martina (00:36)
Bist du denn jetzt geheilt? Weil die Eierstöcke sind raus, die Brüste sind ab. Bist du eine gesunde Frau? Ich begrüße euch ganz herzlich bei Warum Ich?, der andere Gesundheitspodcast und die Menschen, die uns öfter hören, also ich hoffe ihr gehört dazu, wisst, wir erzählen ein Thema aus zwei Perspektiven und immer stehen die Menschen im Mittelpunkt. Auf der einen Seite die Menschen, die von einer Diagnose betroffen sind, auf der anderen Seite die Menschen, die diesen Menschen dann helfen und mit sehr viel Einsatz, sehr viel Engagement dafür sorgen, dass es ihnen besser geht. Unser Thema heute ist Brustkrebs. 75.000 Frauen jedes Jahr neu in Deutschland sind es, die davon betroffen sind. Wir haben das mal so hochgerechnet. Das sind ungefähr, wenn man 365 Tage im Jahr hat, etwa 200 Menschen am Tag, die erfahren Brustkrebs nicht so richtig geil. Heute ist unser Gast Vanessa und ich freue mich super, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns zu sprechen. Du bist jung, bist verheiratet, du bist lustig, du bist lebensbejahend und was ganz wichtig ist, du warst zweimal stärker als der Brustkrebs. Unser Podcast heißt Warum ich? Hast du dir jemals die Frage gestellt?
Vanessa (01:55)
Ja, mit Sicherheit. Also erstmal vielen Dank für die Einladung, ich freue mich auch. Warum ich? Ja, die Frage stellt sich wahrscheinlich jede, die das betrifft und jeder. Aber ja, das war wirklich ein kurzer Moment. Es…
Martina (02:15)
Hm.
Vanessa (02:16)
…hat mich nicht allzu lange vorgehalten und dann kommt man oder ich bin eher in so einen Arbeitsmodus gekommen.
Martina (02:22)
Hm.
Vanessa (02:22)
Okay, machen. Wie geht es weiter? Was passiert jetzt? Gerade bei meiner Erstdiagnose 2013, da hatte ich ganz stark das Gefühl, in dem Moment, dann klar war, als nächstes passiert X, Y und Z, dein nächstes halbes Jahr wird genauso aussehen. Ab dem Moment konnte ich besser damit umgehen.
Martina (02:44)
Erzähl mal, wie der Moment war. Ich glaube, du hast einen Tumor oder einen Knoten selbst ertastet. Erzähl, wie
Vanessa (02:49)
Genau.
Martina (02:52)
es war. Bist du dann gleich zum Arzt oder hast du noch bisschen gezögert?
Vanessa (02:56)
Ja, ich habe gezögert. Also familiär haben wir Krebsgeschichten. Also meine Mutter hatte auch Krebs, allerdings Unterleib. Und ich hatte Brustkrebs ehrlich gesagt so gar nicht auf dem Stirn.
Martina (03:09)
Hm.
Vanessa (03:10)
Also, nö. Und war trotzdem immer regelmäßig zu den Untersuchungen und alles. Ich war sehr jung, ich war Anfang 30, so 31. Und hatte dann quasi diesen, Tumor, sag ich jetzt mal, das, was auch immer das in dem Moment für mich war, habe ich gespürt. Bin aber jetzt nicht sofort zum Arzt, sondern war noch so bei, ach ja, hast du jetzt angefangen mehr Sport zu machen, vielleicht so die Muskeln, irgendwie eine Verhärtung. Der lag auch eher untypisch, quasi Richtung Schlüsselbein, ne nicht, was ist denn hier oben, also so Richtung Hals. Genau, ja.
Martina (03:52)
Ja doch, das sind so die Schlüsselbeine.
Vanessa (03:56)
Also die meisten haben das ja so unter der Achsel. Also das ist dann in der Achsel merken, dass da irgendwie was ist. Beim Duschen zum Beispiel. Bei mir war es eher, wenn ich liege, das ich dann so dachte, ist was. Hab das am Anfang eben noch eher so für irgendwas Mutkuläres gehalten und irgendwann dachte ich, ach naja, lass es mal abklären, einfach sicher zu gehen. Und das war erstmal schwierig tatsächlich, weil mit Anfang 30 oder wenn man als Anfang 30-jährige Frau zum Frauenarzt kommt, ganz oft im Vordergrund steht, kriegst du jetzt Kinder, wie ist das, möchtest du noch die Pille oder nicht? Und meine damalige Frauenärztin war eigentlich ein bisschen überfordert, war mein Eindruck.
Martina (04:41)
Ich kenne das von meiner eigenen Tochter. Die ist auch so Anfang 30. Und bei ihr…
Vanessa (04:48)
Mh?
Martina (04:48)
…ist es so, die hat immer das Gefühl, sie kommt da rein, sie ist selbstbewusst und hat auch Beschwerden, aber sie wird nicht ernst genommen. Also sie hat immer das Gefühl, ist so eine Art, dass die Ärzte einfach diese, diese, junge Frau, ein junger Mensch, dynamisch kommt, dass sie das einfach nicht ernst nehmen. Hast du das auch gehabt? So dieses Gefühl?
Vanessa (05:08)
nicht, nee, gar nicht mal wegen Ernst genommen, sondern eher, die hat einen anderen Fokus. Das war so, Und dann kriegte ich auch, also sie hat dann, glaub ich, einen Ultraschall gemacht und das war dann so, ja, okay, dann lass mal, also lass das mal untersuchen, hat mich in eine Radiologie geschickt, die haben mich zurückgeschickt mit der Info, ja, wir sehen, da ist was, aber wir wissen nicht, was es ist. Also, ähm… war dann auch wieder ein längerer Weg oder damals schon ein längerer Weg bis ich dann zu einer Stanzbiopsie kam. Die habe ich dann auch tatsächlich außerhalb von Berlin machen lassen, also war in einem Brandenburger Krankenhaus und dort ging das dann alles ganz schnell. Also im Nachgang habe ich dann gedacht, ja okay, die hatten wahrscheinlich schon so eine Vermutung. Ich war mittwochs zur Stanzbiopsie und kriegte für Tag schon einen Termin zur Besprechung und da holten mich dann auch schon die Schwestern so rein, ja, super, komm sie mal rein, setz dich mal hier hin und dann ging das aber auch direkt
Martina (06:18)
Ja.
Vanessa (06:18)
auf den Punkt, dass das ist bösartig und muss behandelt werden . Und in dem Moment, klar, da zieht einen erstmal die Füße weg, weil ich bis zu dem Moment wirklich noch dachte, das ist das eine, so. Ich bin da sogar alleine hingefahren, also war ohne Begleitung und danach auch mit dem Auto allein wieder, damals habe ich noch in Berlin gelebt, nach Berlin rein nach Hause.
Martina (06:48)
Wie. Wieviel glaubst du, du überhaupt verstanden in dem Moment? wir haben, es gibt so Zahlen, dass Patient*innen, wenn sie so eine Diagnose bekommen, vielleicht 10 Prozent überhaupt erst an sich ranlassen, wenn überhaupt. Wie war das bei dir? Bist du in Panik geraten oder bist du kein Paniker?
Vanessa (07:08)
Nein. Panik nicht. Es war eher so dieses, ich hatte sehr deutlich meine Mutter im Kopf, was da damals abgelaufen ist. Das war halt Mitte der 90er, Mitte Ende 90er. Da war ja zum Beispiel auch die ganze Behandlung noch so, dass du meine Mutter,…
Martina (07:23)
Mit deiner Mutter.
Vanessa (07:26)
…also ich hab das ja alles damals mitbekommen und damals hat man richtig gelitten. Also das war halt für mich im Kopf. Du kriegst Chemo. Du verlierst alle Haare, du wirst erbrechen ohne Ende. Solche Sachen, dir geht es schlecht. Und das hatte ich in meinem Kopf.
Martina (07:51)
Also du hast die Diagnose bekommen quasi in einer Zeit, wo junge Frauen sich ausprobieren, wo man vielleicht das erste Studium oder einen Beruf abgeschlossen hat und wo man dann denkt, ich gehe aus, ich gehe tanzen, ich verreise. Vielleicht Freund oder Mann und Lebensplanung und Kinder und so weiter. Das rückt ja dann in der Sekunde alles mal ganz gehörig in den Hintergrund.
Vanessa (08:18)
Ja, das war tatsächlich auch ein schwieriger Teil, weil ich zu dem Zeitpunkt, also, musst dir vorstellen, ich habe im April diese Diagnose bekommen und im März war ich mit meinem damaligen Freund zusammengezogen. Natürlich, die 3-Raumwohnung mit dem Gedanken, alles klar, demnächst hast du deinen unbefristeten Arbeitsvertrag, und dann geht's erstmal los. Weil natürlich ging's rum auf meinen ganzen Umkreis, alle waren damit beschäftigt, Familien zu gründen. Und… Das war jetzt nicht mein erster Gedanke, von wegen, jetzt kannst du kein Kind kriegen. Aber das wurde dann natürlich sehr schnell Thema. Mir wurde dann auch empfohlen, Eizellen einfrieren zu lassen. Ich habe mich dagegen entschieden. Wir waren zu einer Beratung damals, da hieß es: ja am besten befruchtete Eizellen. Und das war dann ehrlich gesagt, mir war das auch zu sehr so. Technisch Frankenstein. da zahlt man dann Miete.
Martina (09:15)
Ja, verstehe. Das klingt auch nicht wirklich romantisch,
Vanessa (09:20)
Genau, ja, ja. Und da zahlst du dann Miete für quasi Embryonen, die irgendwo tiefgekühlt liegen. Und wenn der Tag kommt, dann geht's los. Mein Tumor war auch Hormon indiziert. Und
Martina (09:35)
Indiziert. Ja, ja.
Vanessa (09:37)
ich hätte dann noch mal so eine Therapie machen müssen, damit mehr Eizellen produziert werden. Es war wahnsinnig teuer, weil ich war ja nicht verheiratet. Also, das habe ich nicht gemacht, habe es auch nie bereut, muss ich sagen.
Martina (09:50)
Okay, das ist gut.
Vanessa (09:52)
Ja, das war dann so bisschen auch der Gedanke, dieses befruchtete Eizellen. Okay, was ist, wenn die Beziehung scheitert oder er läuft gegen Bus und ist weg? Dann werden die Eizellen
Martina (10:06)
Und klar.
Vanessa (10:09)
aufgetaut und dann ist vorbei. Wenn man sich trennt, kannst du sie auch nicht benutzen. Oder könntest du, wenn der Partner, der Ex-Partner zustimmt. Aber dann ist er halt unterhaltspflichtig. Weißt du, das sind
Martina (10:22)
Ach du je, ja, ja, das sind natürlich ganz viele Gedanken.
Vanessa (10:25)
so Sachen, du denkst, ach okay, das passt nicht zu mir. Es gibt bestimmt Menschen, die auch so einen starken, wilden Kinderwunsch haben, dass sie das machen. War bei mir nicht der Fall. Und daher hab das nicht gemacht und bin dann direkt gleich weiter in die Behandlung.
Martina (10:46)
Wie wäre das eigentlich bei euch da draußen? Würdet ihr befruchtete Eizellen einfrieren lassen, wenn da so eine Diagnose kommt? Ich weiß es auch nicht. Das ist wahrscheinlich auch eine sehr theoretische Geschichte, die man auf keinen Fall beantworten kann vorher. Sag mal, wenn du die Vanessa von damals beschreibst, also von vor diesem Tag vor 13 Jahren im April und die Vanessa dann vielleicht ein halbes Jahr später, hast du dich sehr verändert?
Vanessa (11:15)
Hmm, gute Frage. Also ich habe mich, glaube ich, grundsätzlich jetzt gar nicht auf dieses halbe Jahr, ab April, verändert in dem Sinne, ich war vorhin wahnsinnig konzentriert auf meine Arbeit. ich weiß, in dem Moment, wo ich zum Beispiel dann in die Krankenschreibung gegangen bin, hatte ich 120 Überstunden in drei Monaten auf der Uhr. Also drei Wochen für umsonst gearbeitet. Das mache ich heute nicht mehr. Also habe ich schon danach nicht mehr gemacht.
Martina (11:51)
Sehr gut.
Vanessa (11:53)
Das war dann so, auch man sagt ja immer so leicht hin von wegen, ja, kümmere dich deine Gesundheit, weil dein Arbeitgeber wird nicht an deinem Bett stehen. Und genauso war es auch.
Martina (12:04)
Mhm.
Vanessa (12:04)
Also ich hatte zu dem Zeitpunkt Kolleginnen, die sind schwanger geworden. Denen wurden die Blumen geschickt. Ich war einfach nur zu Hause. Da habe ich schon sehr doll gemerkt. Okay, einfach. Die Arbeit bleibt liegen, es macht niemand anderes und die Welt dreht sich einfach weiter. Das ist vielleicht ein Learning, viele haben um die 30, aber das war natürlich der harte Weg, zu lernen.
Martina (12:31)
Vor allen Dingen, man darf ja gar nicht vergessen, wenn man die Diagnose bekommt, dein Leben ändert sich ja nicht nur, weil du mit der Krankheit klarkommen musst, sondern du gehst ja auch in vielen Bereichen in eine Art Isolation. Du musst dich ja schützen vor anderen. Das heißt also ausgehen, Party machen oder was auch immer, selbst wenn es einem nicht so schlecht geht, weil Krebs tut ja de facto nicht weh, geht gar nicht. Du musst ja im Grunde genommen dich vor den Keimviren da draußen schützen.
Vanessa (12:56)
Ja, ich hab das gar nicht so gemacht. ja,
Martina (13:00)
Guck mal an!
Vanessa (13:04)
das, also ich hatte dann halt als erstes eine OP, da wurde der Tumor entfernt und anschließend sechs Chemo-Zyklen. Im Abstand von drei Wochen, glaub ich. Im Abstand von drei bis vier Wochen, ich weiß es gar nicht mehr. Und mir ging es danach eigentlich so die ersten zwei Tage, klar, da war ich fertig und konnte nicht groß, aber danach war ich relativ fit und ich habe viel gemacht in der Zeit.
Martina (13:33)
Mhm.
Vanessa (13:35)
Ich hatte auch eine Freundin, die zu der Zeit arbeitssuchend war oder wusste, dass sie dann im September einen neuen Job beginnt. Und wir haben relativ viel zusammen unternommen. Ja, also ich hatte so einen Moment, das war quasi auch nach einem Chemozyklus und ich war eingeladen zu einer Hochzeit. Und…
Martina (13:56)
Mhm.
Vanessa (13:56)
… dann werden ja die Blutwerte untersucht und es wird geguckt, okay, bist du gerade sehr infektanfällig? Wäre das jetzt der Moment, zu einer Hochzeit zu gehen? Das war damals sehr, sehr knapp. Also da konnte ich hin. Jaja, ich konnte dann hin.
Martina (14:11)
Und bist du hingegangen? Ja, du bist hingegangen. Natürlich.
Vanessa (14:19)
Ja, also ich hab mich jetzt wenig in Watte gepackt. Tatsächlich war es eher so, wir gucken mal. Und eben dieser Arbeitsmodus, von dem ich vorhin sprach, ich sehr, sehr, ja, zaghaft oder so.
Martina (14:38)
Es gibt…Es gibt Frauen, die lehnen eine Chemotherapie ab, einfach nur aus dem Grund, weil sie Angst haben, ihre Haare zu verlieren. Wie war das
Vanessa (14:43)
Hmm.
Martina (14:44)
bei dir? Hast du deine Haare verloren? War Chemotherapie jemals irgendwie in Frage gestellt? Deswegen hast du gesagt, das mache ich nicht, weil ich möchte mich nicht so optisch, nicht so sehr verändern.
Vanessa (14:55)
Die Optik war bei mir nicht das Thema, sondern eher dieses, was ich vorhin sagte, Gott, dann wird dir so schlecht und dir geht's so schlecht. Und dann wurde ich aber von Seiten der Ärztinnen auch aufgeklärt, na ja, mittlerweile ist es so, die Entwicklungen gehen ja immer weiter. Du kriegst quasi mehr Chemie oder mehr Medikamente gegen die Übelkeit und gegen das Erbrechen und so weiter als eigentliche Chemo. Und das war tatsächlich dann auch der Fall, also dass ich… diese Übelkeit und alles, war bei mir nicht das Thema. Und nachdem sie mir das…
Martina (15:30)
Vielen…
Vanessa (15:31)
…gesagt hatten, dann auch, ja, es gab noch einen Moment, muss ich vielleicht noch dazu sagen, es gab damals noch die Möglichkeit, das einzuschicken, wirklich sogar nach Amerika, man hätte es extra bezahlen müssen, um zu überprüfen, ob die ist in diesem Fall eine Chemo sinnvoll oder nicht?
Martina (15:56)
verstehe.
Vanessa (16:01)
Das hatten wir überlegt zu machen. Die Ärzte meinten aber ganz ehrlich, so wie der Tumor konstruiert ist, da wird wahrscheinlich rauskommen, machen Chemo. Deswegen habe ich dann quasi auch eingewilligt und gesagt, okay, dann mache ich die. Wenn ich noch eine Option gehabt hätte, das quasi abzuwägen oder wenn man mir die Option gelassen hätte, hätte ich wahrscheinlich auch gesagt, nee, mache ich nicht.
Martina (16:29)
Gab
es in all dieser Zeit, also da kommt ja noch eine ganze Menge, worüber wir reden, aber Gab es in all dieser Zeit Momente, in denen du Hoffnung verloren hast, in denen du vielleicht gedacht hast, ich überlebe das nicht? So Momente, in denen man dann denkt, ja ich fange schon mal an aufzuräumen? Gut.
Vanessa (16:47)
Nö, nie. Also ich war mir auch sehr sicher, weil ich halt auch das Feedback von den Ärztinnen hatte, dass das gut behandelbar ist. Der Tumor war noch sehr klein, der war unter einem Zentimeter, glaube ich. Die Prognose war einfach super. So blöd das klingt, also ja.
Martina (17:08)
Hm.
Vanessa (17:09)
Also ich hatte einfach eine sehr gute Voraussetzung und dann war eben eher, okay, wir ziehen das jetzt durch, diese sechs Chemos, danach habe ich noch Bestrahlung bekommen und nach einem Jahr bin ich dann wieder arbeiten gegangen.
Martina (17:22)
Was du zu dem Zeitpunkt noch nicht wusstest, was aber eine entscheidende Rolle spielt, das gibt ja äußerliche Risikofaktoren für Brustkrebs. Also zum Beispiel
Vanessa (17:30)
Mhm.
Martina (17:30)
Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol, Zigaretten. Da gibt es relativ viele Geschichten,
Vanessa (17:35)
Mhm.
Martina (17:36)
die Brustkrebs triggern. Das ist bei dir egal. Du könntest von morgens bis abends trinken. Du könntest jeden Tag drei Schachteln Zigaretten rauchen. Das hat mit deinem Brustkrebs gar nichts zu tun. Der ist nämlich genetisch. Das ist so wie bei Angelina Jolie, die damals dann durch die Presse ging. Das ist, glaube ich, auch ungefähr in dieser Zeit gewesen. Das ist bestimmt so 15 Jahre her, so 13,
Vanessa (17:57)
Genau.
Martina (17:59)
14. Da ging das durch die durch die Presse und riesengroße Berichte überall, weil sie hat sich dann beide Brüste abnehmen lassen und dann hat man so eine bildschöne Frau, die lässt sich beide Brüste abnehmen und du stellst fest, Mist, bei mir auch genetisch. Was macht
Vanessa (18:15)
Genau.
Martina (18:15)
das? Was macht das? Das bedeutet ja im Umkehrschluss, egal wie gesund du lebst, ich wiederhole mich,
Vanessa (18:23)
Hm?
Martina (18:24)
das Risiko hört nicht auf.
Vanessa (18:27)
Ja, klar, man muss vielleicht bedenken, ich habe immer irgendwie im Hinterkopf mit einem Risiko gelebt, weil ich wusste, meine Mutter hatte Eierstock, aber ich war immer auf die Eierstöcke konzentriert. Ich
Martina (18:42)
Jaja.
Vanessa (18:42)
habe immer gedacht, Gott, da musst du aufpassen und so. Was ich natürlich nicht wusste, ist, dass Eierstock und Brüste dasselbe genetische Material oder so. Das hängt ganz doll zusammen. Und daraufhin, als ich dann auch von meiner Familiengeschichte erzählt hatte im Krankenhaus, wurde mir eben nagelegt, diese Testung zu machen, habe ich gemacht. Und ich habe eine BRCA1-Mutation. Und ich habe dann manchmal eher verflucht, dass ich den Test gemacht habe, weil es dann so neue Fragen aufwirft. Dann ist nicht einfach.
Martina (19:23)
Das heißt...
Vanessa (19:25)
Nur, ich habe jetzt Krebs und bin geheilt, geheilt ist man ja irgendwie nie und lebe jetzt weiter, sondern ich habe die Möglichkeit gehabt, an einem intensivierten Vorsorgeprogramm teilzunehmen.
Martina (19:42)
Okay, also das heißt, die Krankenkassen haben dann darauf reagiert und haben gesagt, okay, also mit dieser genetischen Veranlagung bedeutet das, du musst in ein relativ enges Monitoring.
Vanessa (19:53)
Also speziell MRT, also kriegst einmal im Jahr ein MRT, was dir sonst wahnsinnig viel Geld kostet, aber sehr genau ist und dadurch natürlich eine hohe Chance bietet, frühzeitig zu erkennen und darum geht es ja am Ende. Brauchst diese Früherkennung, dann hast du die besten Chancen. Das war dann so meines, wo ich dachte, okay, cool, dann kann ich da rein und kriege das bezahlt, weil ich bin gesetzlich versichert. Aber dann kommen eben diese Fragen auch, was machst du denn jetzt? Lässt du dir die Eierstöcke rausnehmen, vorsorglich? Und was machst du mit den Brüsten? Und da habe ich lange Zeit dann, ja, unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ja, natürlich das erste Thema waren die Eierstöcke, weil die Brüste konnten wir gut monitoren über den MRT. Und Eierstöcke war dann so das Thema, okay, kommen Sie jetzt raus. Da habe ich dann doch noch gewartet, bis ich älter als 40 war und auch
Martina (21:03)
Weil man darf ja nicht vergessen, du kommst sofort in die Wechseljahre. Also Eierstöcke raus, du kommst in die Wechseljahre.
Vanessa (21:08)
Ja.
Martina (21:09)
Und du darfst natürlich anders als Frauen, die diese Mutation nicht haben, keine Hormone nehmen. Also nichts mit Schmieren und nichts mit Progesteron und was auch immer,
Vanessa (21:19)
Ja.
Martina (21:20)
Was dir das Leben erleichtert, sondern du rauscht in diese wirklich semischöne Zeit.
Vanessa (21:26)
Ich hatte die ja schon einmal durch. Während der Chemo kriegt man so Medikamente, die die Eierstücke lahmlegen. Deshalb, ich kannte die ganzen Symptome, also Hitzewallungen
Martina (21:35)
Echt, ja.
Vanessa (21:36)
und Und deswegen
Martina (21:38)
Ja, Verstehe.
Vanessa (21:41)
habe ich mich da natürlich auch ganz lange gedrückt und gedacht, ach na ja.
Martina (21:46)
Was hat dich dann überzeugt? Was hat dir dann diesen Impuls gegeben zu sagen, jetzt ist es an der Zeit? es ist ja dann nach dieser ersten Geschichte von vor 13 Jahren, ist es ja jahrelang gut gegangen und dann irgendwann kommt ja dann der Zeitpunkt, wo man sagt, gut, okay, jetzt lasse ich mich operieren. Was war der Auslöser? Warum?
Vanessa (22:09)
war immer so ein bisschen so eine… quasi so eine Geschichte, dann dahin ging. Das war jetzt nicht so dieser eine Moment, wo ich gesagt habe, natürlich erst mal nach der ganzen Geschichte mit Chemo, Bestrahlung und so weiter, von die Hoffnung, okay irgendwann vielleicht doch noch Hoffnung oder so, dieser Gedanke, vielleicht kriegst du doch noch ein Kind. Partner war dann aber zwischenzeitlich weg und dann Ende 30 war ich wieder in der Situation, wie ich sag, okay, jetzt könnte man drüber nachdenken. Aber dann haben wir es in mich rein gehört und dachte, okay, nee, jetzt fängst du auch nicht mehr an.
Martina (22:52)
War vielleicht, also du sagst ja deine Mutter, die hatte auch diese Mutation. Ist das ein Grund , warum man sich dann vielleicht oder warum du dich vielleicht gegen ein Kind entschieden hast, dass du gedacht hast, nicht dass ich das weitergebe?
Vanessa (23:06)
Vielleicht auch. Ja, also es waren aber auch eher so meine Gesamtumstände im Sinne von... jetzt... Ja, so jetzt... Also erst konnte ich nicht und dann wollte ich nicht mehr.
Martina (23:20)
Ist ja völlig in Ordnung, das ist ja auch eine Lebensentscheidung und es gibt ja viele junge Frauen, die sich dann anders entscheiden und sagen, nö kein Kind, das ist ja auch gut.
Vanessa (23:29)
Ja, dann muss man natürlich auch bedenken, es war halt wirklich diese Zeit auch mit Corona 2020 waren wir da, also war das dann schon, wo man gesehen hat, okay, die mit Kindern haben jetzt auch nicht so viel Spaß. Das waren einfach alles Eindrücke, die dann so dazu geführt hatten. Ich sollte das wahrscheinlich machen lassen. Ich bin regelmäßig immer wieder zu Ärzten gegangen, habe mit denen gesprochen und versucht, diese präventive Mastektomie zu bekommen, also das die Brüste abkommen. Das war eigentlich immer so, das war immer so regelmäßig, alle zwei Jahre vielleicht, alle drei Jahre war das so das Thema. Und ich hatte dann auch irgendwann… Ich wüsste jetzt nicht mal mehr in welchem Jahr, aber muss auch 2020 gewesen sein, ein Papillom in der linken Brust, also ersterkranker war rechte Brust und dann in der anderen Brust.
Martina (24:33)
Mhm.
Vanessa (24:35)
Das habe ich mir dann entfernen lassen. Ich dachte, ist es besser so, weil kann schon sein, dass es dann auch irgendwann mal mutiert zu einem bösartigen Tumor. In dem Zusammenhang war ich natürlich wieder da, den Brustzentren, hab gesagt, hey, aber wie ist es denn hier mit Mastektomie und so. Da wurde mir nochmal nahegelegt, naja, bevor wir jetzt mit den Brüsten anfangen, denken Sie nochmal über die Eierstöcke nach. Weil, das war mir immer nicht bewusst, diese Tumore an den Eierstöcken lassen sich ganz, ganz schlecht feststellen. Also es ist nicht so, in meinem Kopf war immer… gehst regelmäßig zum Frauenarzt und Abstrich oder Ultraschall und so und dann wird man das schon sehen. Es ist wohl eher so, dass man den Krebs erst bemerkt in dem Moment, wo er dann Probleme verursacht.
Martina (25:29)
Hat man oder hattest du, ist bisschen tricky die Frage, ein anderes Verhältnis zu deinen Brüsten? Also Brüsten, Brüste stehen ja in der Regel für Weiblichkeit und wenn man, man kann die hübsch verpacken mit BHs und wenn man aber weiß,
Vanessa (25:42)
Hahaha
Martina (25:43)
Ey… keine Ahnung, was da gerade drin rumschlummert. Hast du ein anderes
Vanessa (25:48)
Wann?
Martina (25:48)
Verhältnis gehabt zu deinen Brüsten? man sagt, ab mit den Dingern. Also so, ich formuliere es jetzt…
Vanessa (25:55)
Mhm.
Martina (25:55)
… mal ein bisschen lax. Ist es da so, dass man seine Brüste weniger lieb hat?
Vanessa (26:00)
Ich hatte immer ein sehr gespaltenes Verhältnis zu meinen Brüsten. Also die waren mir immer im Weg und immer zu groß und sehr lästig, so wenn man sagt, hier Sport machen und so und dann... Also ich hab einen schmalen Körper und hatte aber recht große Brüste und ja... Von daher eher so dieses, klar, jetzt sind sie auch noch krank und machen noch mehr Probleme und dann…war der Schritt zu, lass sie uns mal abmachen, jetzt vielleicht nicht so weit oder so schwierig.
Martina (26:39)
Also gibt es denn noch mal so eine Abschiedszeremonie, also bevor wir jetzt dazu kommen, wie das alles sich jetzt so entwickelt hat,…
Vanessa (26:46)
Ja.
Martina (26:47)
…aber weil wir gerade über deine Brüste reden, so eine Abschiedszeremonie, sodass man sagt auf Wiedersehen?
Vanessa (26:56)
Das einzige, was ich gemacht habe, tatsächlich, ich habe so ein weißes T-Shirt gekauft und dann einfach diese Größe nochmal nachgezeichnet. Weißt du,…
Martina (27:10)
Mhm.
Vanessa (27:10)
…dann später, nachdem dann die Mastektomie durch war, nochmal die neue Größe, dann wirklich auch nochmal so Gefühl dafür zu kriegen, krass, was sich da verändert hat. Das habe ich gemacht, aber sonst... Nö. Also lag aber vielleicht auch daran, dass dann schon wieder ein Tumor da war
Martina (27:29)
Ja, genau. Jetzt springen wir nämlich mal in den Oktober 24. Eigentlich eine Zeit. Dir geht's gut, sag ich mal. Du bist verheiratet. Ihr habt es euch gemütlich gemacht mit euren Katzen. Und ihr führt ein richtig nettes Eheleben. Und du und dein Mann, ihr seid eine Einheit. Das ist alles ganz klasse. Und du gehst zu deiner regelmäßigen Vorsorge und dann sagt die Ärztin da oder der Arzt, schlechte Nachrichten. Wie ist das? Fällt man da sofort in ein Loch? Weil man hat ja alles schon mal erlebt. weißt du, für mich ist es immer so, wenn ich irgendwas zum ersten Mal erlebe, dann weiß ich ja nicht, was auf mich zukommt. Aber wenn…
Vanessa (28:10)
Mh.
Martina (28:10)
…ich was zum zweiten Mal habe und weiß genau, kacke, was da jetzt alles passiert ist. Wie war es bei dir?
Vanessa (28:18)
Ja, versuche mich da ab gerade zu erinnern, es war halt sehr technisch eher, so diese quasi die halbjährliche Untersuchung. Ich war im Mai zum MRT und im Herbst dann eben zum Ultraschall. Und während des Ultraschalls haben wir es gesehen, dass da…
Martina (28:40)
Hm.
Vanessa (28:40)
… was ist. Da war aber, glaube ich, noch nicht so... Natürlich beim Ultraschall siehst du jetzt, glaube ich, noch nicht, okay, ist es bösartig oder nicht. Ich hatte dann zeitnah wieder eine Stanzbiopsie und da war dann sehr schnell klar, okay, da ist was. Und diese Unsicherheit war wieder unglücklich, dieses, ist da was, was ist es und so. ich hatte vorher eben wirklich auch… mehrfach und erfolglos probiert, eine präventive Mastektomie zu bekommen. Bin immer wieder gescheitert.
Martina (29:19)
an den Krankenkassen, an den Genehmigungen oder wie muss man sich das vorstellen?
Vanessa (29:19)
Also... Ja, es war so ein bisschen, als ob man im Kreis geschickt wird. Die Krankenkasse sagt, finden Sie einen Operateur. Dann hab ich Termine gemacht im Brustzentrum. Die haben gesagt, ja, muss man mal wieder Krankenkasse sehen. Lassen Sie nochmal, das war dann so der letzte Stand, lassen Sie das Risiko nochmal überprüfen, weil ich ja einen Teil meines Risikos schon abgelebt hatte.
Martina (29:49)
Ja, ja, das ist total verrückt. Das ist völlig wie respektlos und gemein im Grunde genommen, nur weil du jetzt nicht mehr 30 bist, sondern 40 und einen Teil des Risikos abgelebt hast. Das kann man sich gar nicht vorstellen.
Vanessa (30:02)
Ja, aber haben wir tatsächlich dann, das habe ich gemacht, mit der Klinik in Köln, mit der Uniklinik. im Prinzip war es dann so, das Ergebnis kam mit der Information, ja, das Risiko ist immer noch hoch. Und ein paar Tage später hatte ich dann den Ultraschall und da haben sie was gefunden. Ab dem Moment war es dann aber auch, oder also gerade auch als dann klar war, okay, das ist ein… Das ist ein positiver Befund.
Martina (30:34)
Krebs.
Vanessa (30:35)
Das ist ein Krebstumor. Ab dem Moment war dann klar, jetzt können wir das tatsächlich angehen. Jetzt ist es nicht mehr so problematisch und hat ja wirklich einen krassen Grund.
Martina (30:46)
Unfassbar. Aber du hattest natürlich
Glück, glaube ich, du musstest nicht nochmal durch eine Chemo.
Vanessa (30:55)
Genau, der Tumor diesmal war dann so, gesagt wurde, ich hätte eine Chemo kriegen können, dann hätte ich die Brüste behalten. Aber es war ja eigentlich gar nicht in meinem Sinne.
Martina (31:11)
Verstehe.
Vanessa (31:12)
Deswegen war dann für mich auch vollkommen klar, naja klar, dann machen wir halt Optimastiktomie und damals noch mit der Idee, okay, dann machen wir Implantate in die Brüste und das ist jetzt der Weg.
Martina (31:29)
Lass mich mal ganz kurz da noch mal eingrätschen, also bevor wir jetzt mit den Implantaten…
Vanessa (31:32)
Hm?
Martina (31:33)
.. und was auch immer. Du bekommst die Diagnose. Du bist ja nicht alleine, das heißt also damals hat dich deine Freundin Tini eng begleitet, jetzt hast du einen Mann an deiner Seite und musstest du ihn temporär auch auffangen, weil er hatte ja die erste Krebsgeschichte gar nicht miterlebt. Das heißt also er hat dich ja erst kennengelernt später. Und dann kommst du nach Hause und sagst du, Schätzlein, ihr habt da nicht so ganz so gute Nachrichten. Hat er die Kraft gehabt, dich zu tragen? Habt ihr euch gegenseitig getragen? Hast du dich aufgehoben gefühlt?
Vanessa (32:08)
Oh ja, total. das war...
Martina (32:10)
Weil, entschuldigen, wenn ich jetzt, weil wir wissen nämlich, dass Männer oder Ehepartner oder PartnerInnen überhaupt
Vanessa (32:17)
Ja.
Martina (32:18)
unfassbar wichtig sind in solchen Zeiten.
Vanessa (32:21)
Ja, also ich glaube das ganze Umfeld und ich muss ja sagen bei meiner Ersterkrankung hatte ich auch einen Mann an meiner Seite, der konnte das glaube ich psychisch nicht ganz so gut ab. Der hat quasi alles mitgetragen und mitgemacht, aber hat da selber gar nicht, er konnte damit nicht gut umgehen. Damals habe ich auch zum Beispiel eher so eine Art Dankbarkeit entwickelt, so es ist gut, dass er an meiner Seite ist, weil das war mir sehr bewusst. Also Ehepartner spielen da eine Riesen- oder Lebenspartner spielen da eine Riesenrolle, weil ich auch mitbekommen habe bei meinen Chemos damals, da waren halt viele Beziehungen, die sind auch in die Brüche gegangen. Also einfach, sind da dran komplett gescheitert. Und da hatte ich aber jetzt mit meinem jetzigen Mann irgendwie nie irgendwie Sorgen, dass er das nicht abkann oder so. Glaube, er kann das auch sehr gut einordnen und hat genug Persönlichkeit, um das abzufangen und mitzutragen. Wir sind auch beide jetzt nicht so die riesen Emo-Typen, die dann so weinend in den Armen liegen oder so. Wir waren beide sehr hart im Arbeitsmodus und sitzen jetzt eher manchmal da und sagen, boah, das war aber auch ein Brett. Aber ich glaube, ist auch unser Weg, damit umzugehen.
Martina (33:54)
Das ist vielleicht eine Erfahrung, viele Menschen machen, wenn du so mittendrin bist. Das ist ja auch so, wenn du gerade extrem viel um die Ohren hast, viel Stress und so weiter. Man ist in so einem Rad und sobald…
Vanessa (34:04)
Und
Martina (34:04)
… man Urlaub hat oder sobald es vorbei ist, dann denkst du, wie habe ich das bloß alles geschafft.
Vanessa (34:09)
Ja, tatsächlich.
Martina (34:12)
weil... ja.
Vanessa (34:14)
Aber so grundsätzlich wollte ich nur sagen, das Umfeld an sich als natürlich der Lebenspartner, als erster Ansprechpartner, aber auch alle ringsrum , glaube ich, sind super wichtig.
Martina (34:29)
Du. Du bist dann ins Krankenhaus gegangen, dann wurden die Brüste abgeschnitten oder beziehungsweise du hattest dann die Masektomie und hattest geplant…
Vanessa (34:38)
Mh.
Martina (34:39)
… mit Silikonkissen weiterzumachen, damit Silikon einsetzen und das hat nicht funktioniert.
Vanessa (34:45)
Ne, leider nicht. Und lag tatsächlich an der Bestrahlung. Die Brust
Martina (34:52)
Von damals?
Vanessa (34:53)
von vor 13 Jahren und was für mich irgendwie so eine, ja, bisschen traurige Nachricht war, quasi die Ärzte hatten sich auch die Tumorgenetik angeguckt von vor 13 Jahren und haben gesagt, aus heutiger Sicht, da würden sie keine Chemo mehr für kriegen. Das wäre halt einfach nur OP gewesen und vor allem Bestrahlung. Fand ich bisschen schade, weil wir vorhin drüber gesprochen hatten. Hättest du die Chemo abgelehnt, wenn du die Möglichkeit gehabt hättest? Also man sieht, da wird halt wahnsinnig viel geforscht. Es geht weiter. Was ja auch eine sehr gute Nachricht ist. Genau, der Plan war, Brüste abnehmen, also dieses, erst mal die eine Seite, die betroffen ist, der Tumor raus, ganze Drüsengewebe raus und ein Implantat rein und dann im zweiten Schritt die Gegenseite anpassen. Also auch mit Drüsengewebe raus und dann ein Implantat rein. Das war der Plan, hat leider nicht funktioniert, weil eben auf der betroffenen Seite schon Komplikationen auftraten, das ist einfach nicht mehr zusammengewachsen. Diese Haut war so strapaziert durch die Bestrahlung, das hat man einfach nicht gesehen. Das war nicht ersichtlich. Wir hatten noch drüber gesprochen und nun könnte ein Risiko sein, aber die Haut war vital, die war dick, das war alles eigentlich im grünen Bereich, hätte man gedacht. Aber hat leider nicht funktioniert.
Martina (36:34)
Das heißt, wurden aus zwei geplanten Operationen fünf und du hast dann einen sogenannten DIEP bekommen. Das heißt also…
Vanessa (36:38)
Ja.
Martina (36:41)
… eine Brustvergrößerung oder wie auch immer ein Brustaufbau, das ist das richtige Wort, aus
Vanessa (36:45)
Aufbau.
Martina (36:47)
Eigenfett. Wo haben sie es rausgeschnitten? Aus dem Bauch. Obwohl du so schlank bist.
Vanessa (36:51)
aus dem Bauch. Ja. Das war auch immer so das Argument zum, kann man aber nicht viel machen. Ich so, ist kein Problem, ich will nicht viel. Und das aber haben sie wirklich cool gemacht. Also ich bin sehr, happy. Genau.
Martina (37:08)
Du warst im Martin-Luther-Krankenhaus und die sind ja auch darauf spezialisiert. Wie war da deine Erfahrung?
Vanessa (37:14)
Sehr gut. Also das war ja auch eine sehr bewusste Entscheidung. Ich war vorher in einem anderen Krankenhaus, wo ich eben auch immer zu dieser halbjährlichen Untersuchung war. Und dort wollte ich das auch erst machen lassen, weil ich natürlich dachte, okay, die haben alle Unterlagen, die wissen, die kennen mich und so. Das hat aber nicht, also ich habe mich einfach nicht aufgehoben gefühlt und auch erkannt als Patientin mit meiner Geschichte und deswegen bin ich zur Zweitmeinung ins Martin Luther Krankenhaus gegangen und war dann so ganz positiv überrascht. Cool, okay, die verstehen überhaupt, was mir alles schon passiert ist und was das auch so mit einem macht und alles. Und da hatte ich mich sehr schnell dann entschieden, dass ich auch dort.
Martina (38:02)
Vanessa, du warst glücklich im Martin-Luther-Krankenhaus, soweit man in einem Krankenhaus glücklich sein kann, weil du dich verstanden gefühlt hast. Und wie geht es dir heute? Wie geht es deinen jetzt neuen Brüsten?
Vanessa (38:16)
Sehr gut.
Martina (38:17)
Hahaha.
Vanessa (38:17)
Ne, wirklich. Das war halt ein langer Weg. Ich war am Ende innerhalb von vier Monaten 35 Tage im Krankenhaus.
Martina (38:30)
Nerv,
Hauptsache, dass Essen schmeckt.
Vanessa (38:34)
Ja... also…fand ich okay.
Martina (38:39)
Na dann....
Vanessa (38:44)
Ich weiß nicht, ob ich immer zu geringe Ansprüche habe. Für mich war das wirklich eine runde Sache. Ich war auch sehr angetan, weil das ganze Team hat eine Größe, kannte mich. Gerade in dem Moment, wenn es Komplikationen gibt. Da bist du natürlich darauf angewiesen, dass die Ärztinnen genau wissen, was ist denn jetzt hier Phase. Und…
Martina (39:09)
Hm.
Vanessa (39:11)
… es gab so eine Situation, da lag ich dann quasi mit einer Problematik auf so einem Bett. Und links Frau Makowiec. Maikowiec? Ja. Gott. Sorry. Mit Namen
Martina (39:24)
Makowiec, hm? Makowiec. Jaja. Nein, nein, alles gut.
Vanessa (39:29)
ist bei mir… und ihre Kollegin auf der anderen Seite und dann guckten sie beide und nickten sich nur so an und meinten, ja dann machen wir das so wie besprochen. Und ich so, ok krass.
Martina (39:40)
Hahaha.
Vanessa (39:43)
Das komplette Gegenerlebnis zu dem, was ich in dem anderen Krankenhaus hatte. dann war ich mir halt auch immer sicher, ok, die wissen genau, was jetzt als nächstes gemacht werden kann, wie wir die Sache angehen. Und ja, war irgendwann so, also im April war dann die finale OP. Dann war ich noch eine Woche im Krankenhaus, glaube ich, und bin nach Hause. im Juni letzten Jahres, Ende Juli habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Das ist ja dann immer so ein Schritt, es für einen selber auch psychologisch wieder vorwärts Und seitdem alles gut. Also ich bin sehr zufrieden.
Martina (40:31)
Das klingt schön. mal, und hast du, weil wir ja schon darüber gesprochen haben, jetzt ein anderes Verhältnis zu diesen neuen Brüsten?
Vanessa (40:40)
Ja, auf jeden Fall. Also ich kriege auch das Feedback, dass ich viel aufrechter zum Beispiel gehe, dass ich viel…
Martina (40:47)
Wow.
Vanessa (40:47)
… mehr auch mich gar nicht mehr so, wie gesagt, habe halt auch dieses, sie mir zu groß und im Weg und letztens hatte ich zum Beispiel so einen Moment, da habe ich im Garten gearbeitet, da wurde mir sonst ganz schnell immer schwindlig. So wenn du so Unkraut jätest und runter und hoch. Und diesmal war das nicht so, obwohl es recht warm war und so. ich schon so, ach cool und hab da so gemacht. Und wir hatten dann, mein Mann und ich, haben drüber gesprochen und er sagt dann auch nochmal, naja, du hast auch wesentlich weniger, ja, Masse am Oberkörper, die du jetzt eben immer bewegen musst. Das ist ja einfach F***. Bei mir war auf jeder Seite über ein Kilo. Brustgewebe, was entfernt wurde. Da dachte ich so, krass, ja stimmt. das ist schon wirklich auffällig und für mich hat sich halt viel in der Richtung geändert, dass ich zum Beispiel viel lieber einkaufen gehe. Also einkaufen zu gehen.
Martina (41:54)
Shoppen meinst du? Also nicht zu Lidl unbedingt oder zu Aldi, sondern shoppen.
Vanessa (42:01)
Genau, nee, Kleidung kaufen war für mich…
Martina (42:06)
Hm?
Vanessa (42:07)
… immer der Hass.
Martina (42:09)
Nein, das ist doch ein schöner Nebeneffekt.
Vanessa (42:12)
So, total!
Martina (42:14)
Ich hab'n Gasthund heute hier, also wenn's ab und zu bellt, das ist nicht mein Magen, der knurrt, sondern die Kleine heißt Mimmi, die…
Vanessa (42:19)
Was?
Martina (42:21)
… sitzt bei mir zu Besuch und die reagiert ein bisschen nervös, wenn im Hintergrund was läuft. Mensch, das sind... Ja?
Vanessa (42:26)
Sie sehen sie jetzt auch.
Martina (42:28)
Echt? Ja, da liegt sie. Auf meinem weißen Sofa, darf sie aber auch nur, weil ich jetzt gerade mit Dir plaudere und keine Zeit habe, den Hund darunter zu scheuchen. Bist du denn jetzt geheilt? Weil die Eierstöcke sind raus, die Brüste sind ab. Bist du eine gesunde Frau?
Vanessa (42:46)
Das ist auch wieder eine sehr gute Frage, weil eigentlich ist man ja nie geheilt. ich musste lernen, also beim Brustzentrum bin ich jetzt quasi raus, die können nichts mehr für mich tun. Das war sehr seltsam, dann so diese halbjährlichen Termine final abzusagen und sagen, ich brauche euch nicht mehr. Nichtsdestotrotz kann sich natürlich irgendwo anders dann Krebs bilden oder ein Tumor bilden, das finde ich jetzt eher erschreckend. Und das war mir auch nicht klar.
Martina (43:19)
Durch diese Mutation oder grundsätzlich?
Vanessa (43:23)
Grundsätzlich, also ich glaube grundsätzlich, meine keiner von uns ist vor Lunge,
Martina (43:26)
Das Krebs, nein.
Vanessa (43:29)
Knochen, Lymphkrebs gefeit Mir wurde es dann so beschrieben, es könnte natürlich sein, dass irgendwo in meinem Körper noch Tumorzellen herumschwimmen und sich vielleicht irgendwann irgendwo ansiedeln.
Martina (43:41)
Ja, verstehe.
Vanessa (43:43)
Ich nehme deswegen auch Medikamente, also so eine Anti-Hormon-Therapie. Es gibt natürlich aber kein Mittel, das zu monitoren. Das finde ich ersteckender. Ich hatte letztens das Thema mit meiner Frauenärztin. Ich fragte, woran merken wir denn jetzt, dass ich vielleicht einen Knochenkrebs habe? Und sie sagt, ja, merken wir nicht. Also merken wir, wenn es sich bemerkbar macht. Und da muss ich sagen, ja eigentlich, es klingt jetzt total absurd und für viele vielleicht ganz schrecklich, Diese Überwachung der Brüste ist ja eigentlich genial. Wenn man die Möglichkeit hätte, regelmäßig seine Brüste überprüfen lassen zu können. Stichwort Igelleistung, der Ultraschall wird ja leider nicht mehr bezahlt. der Ultraschall weiß ich gar nicht, ob wir überhaupt irgendwann mal bezahlt
Martina (44:40)
Die Gebärmutter, das wird auch noch, der Eierstück oder der Abstriche wird auch nur noch alle drei Jahre bezahlt. ist also, ja, vieles Eigenleistung.
Vanessa (44:46)
Ja, für mich war ja die Sicherheit vor Brustkrebs höher als ich noch in diesem engmaschigen Programm war. Es war lokal, klar, okay, die Brüste, das ist das, wo es kommen kann. Also überwachen wir sie und umso früher du es erkennst, umso besser. Das ist halt einfach ein Hebel, den ich jetzt nicht so habe.
Martina (45:18)
Das heißt aber, das was ich vorhin gesagt habe, dass du nicht beeinflussen konntest mit deinem Krebs, also gesundes Leben, Sport, möglichst beschaulich viel Alkohol oder wenig, keine Zigaretten, lebst du so? Achtest du mehr auf dich als vielleicht als junge Frau oder früher oder?
Vanessa (45:40)
Ja, also gerade was das Thema Stress angeht, so dieses so für Ausgleich sorgen, ich glaube, das mache ich bewusster und mehr als ich es als End Zwanzigerin gemacht habe.
Martina (45:53)
Na ja klar.
Vanessa (45:54)
Gut, mit Mitte 40 sind wir, glaube ich, alle so, dass wir sagen, ja, Partys ist jetzt nicht so unser Thema, wo ich aktuell wirklich
schon viel draufgucke, ist Alkohol.
Martina (46:12)
Hm?
Vanessa (46:18)
Ich habe nie viel Alkohol getrunken, ich habe auch nie geraucht in meinem Leben. Aber wenn man jetzt weggeht, stelle ich mir viel häufiger die Frage, muss es jetzt Alkohol sein oder nicht? Meistens ist die Antwort, brauchst du gar nicht.
Martina (46:33)
Hm.
Vanessa (46:35)
Aber gerade Alkohol begreife ich mittlerweile viel mehr als Nervengift. Und ich denke mir dann, okay, brauchst jetzt auch nicht. Wo ich gerne weniger von hätte, Thema Zucker, raffinierter Zucker und so, da bin ich echt irgendwie Opfer.
Martina (47:02)
Na ja gut, man kann ja auch nicht auf alles verzichten.
Vanessa (47:03)
Genau und Sport versuche ich auf jeden Fall viel mehr zu integrieren. Das war für mich mit Mitte 20 gar kein Thema. Also Sport war so, naja... Fitnessstudio vielleicht. Da versuche ich jetzt schon wirklich regelmäßig was zu machen, aber gut, man denkt ja immer, man macht nie genug.
Martina (47:30)
Vanessa, wenn jetzt eine junge Frau eine ähnliche Diagnose hat wie du oder die gleiche Diagnose, was würdest du empfehlen? Was sind so für dich die wichtigsten Parameter gewesen, diese Zeit mental stark zu überstehen? Ich glaube, ist so das Stichwort.
Vanessa (47:50)
Kommunikation. Also es ist ja wer kommuniziert bleibt. Aber ich kann eigentlich jedem nur empfehlen, offen mit den Diagnosen umzugehen oder mit der Diagnose. Ich kenne Menschen, die halten Krebsdiagnosen vor ihrer Familie geheim, vor ihrem Arbeitgeber, keine Ahnung. Das ist unnötiger Stress, finde ich. Weil in dem Moment, wo alle wissen, woran sie sind, kann man besser damit umgehen und es öffnen sich manchmal Möglichkeiten, von denen man nichts geahnt hat. Klar, kommen viele, die dann sagen, meine Tante, die hat die jetzt auch. Aber das hilft nicht. Aber es kommt dann nach drei Mal, meine Tante kommt halt die eine Person, sagt, hey, ich habe gehört, das und das Mittel erleichtert dir irgendwas. Oder ich kenne Verbände, die sich Krebspatienten kümmern. Da gibt es Gesprächskreise, solche Geschichten.
Martina (49:01)
Mit Sicherheit auch finanzielle Unterstützung und irgendwelche Hilfsangebote. Man ist ja dann doch auch
Vanessa (49:04)
Ja, ja.
Martina (49:05)
eine Weile ganz schön krank. Man muss ja auch mit allem klarkommen, denn wenn man nicht arbeiten kann, dann wird man irgendwann ja ausgesteuert und dann muss man auch sehen, ob die Kohle reicht. Aber ich, ja, genau.
Vanessa (49:15)
Genau. Als Beispiel, hatte damals bei meiner Erstdiagnose einen Tipp bekommen von einer anderen Krebspatientin, ich habe eine Berufsunfähigkeitsversicherung und die zahlt einen Teil meines Lohns, den ich nicht bekomme. Also durch die Krankschreibung kriegst du ja nur 60,
Martina (49:33)
Hm.
Vanessa (49:34)
70 Prozent. Und ich dachte so, warte mal, ich habe auch eine Berufsunfähigkeit und meine Berufsunfähigkeit hat dann bezahlt. Das sind...
Martina (49:42)
wie toll.
Vanessa (49:43)
Diese Tipps, die ich meine…
Martina (49:45)
Hm.
Vanessa (49:47)
… die Unterstützung kann nur kommen, wenn man halt offen damit umgeht.
Martina (49:51)
Und geht zur Vorsorge, Mädels und Jungs auch. Das ist…
Vanessa (49:53)
Außerdem ja.
Martina (49:56)
… ja, Männer haben ja auch Prostata, Darm, weißte geier. Vorsorge
Vanessa (50:00)
Ja.
Martina (50:01)
Ist das beste Mittel, denn Brustkrebs ist zu 80%, 85 % heilbar, wenn er dann rechtzeitig erkannt wird. Vanessa, du sprichst offen und ehrlich über deine Krankheit und du hast mit deinem Mann zusammen auch einen eigenen Podcast, den wir mir hier unten auch verlinken und auch die Folgen, in denen du darüber sprichst. Falls wir nicht alles sagen konnten, ich fasse mal zusammen. Ja, es ist nicht schön, aber es ist definitiv nicht das Ende der Welt. Lohnt sich.
Vanessa (50:31)
Jeden Fall.
Martina (50:33)
Outing lohnt sich auch, damit man es nicht alleine durchstehen muss. Nehmt eure Freundinnen , die Familie mit in die Pflicht. Lasst Trauer, aber auch Freude zu. Und macht euch das Leben nicht schwerer, als es ohnehin ist. Rahmen der Möglichkeiten, genießt das Leben und versucht so normal wie möglich weiterzuleben. Gehst du da mit? Das ist es. Informiert euch, auf jeden Fall.
Vanessa (50:59)
informiert euch.
Martina (51:02)
Ich danke dir sehr. Das war ein sehr, sehr schönes Gespräch. Ich danke dir sehr, dass du so ehrlich bist. Ich wünsche dir viel Spaß beim Shoppen. Ist auch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Vanessa (51:09)
Danke.
Martina (51:11)
Das macht immer Spaß. Und
Vanessa (51:13)
Hahaha.
Martina (51:14)
Ich möchte mich von euch daraus und natürlich jetzt verabschieden. Und wir haben ganz viele Informationen zum Thema und die verlinken wir euch alle in den Show Notes. Und wir freuen uns natürlich, wenn ihr uns schreibt, wenn ihr teilt, wenn ihr kommentiert, wenn ihr andere Ideen habt für Themen, die euch brennend interessieren. Bei Warum ich der andere Gesundheits Podcast. Und in der nächsten Folge sprechen wir da mit einer super tollen Frau, ist nämlich die Brustchirurgin, die auch Vanessa operiert hat. Da könnt ihr euch jetzt schon drauf freuen. Ich sage danke und wünsche Ihnen einen schönen Abend. Tschüss Vanessa.
Vanessa (51:50)
Danke! Macht's
Martina (51:52)
Ciao ciao.
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