Arthrose – wenn Gelenke schmerzen und Bewegungen schwerfallen
Im medizinischen Sinne ist Arthrose – auch als Gelenkverschleiß bezeichnet – die Abnutzung des Gelenkknorpels. Er wirkt wie ein Stoßdämpfer zwischen den Knochen. Wird der Knorpel dünner oder beschädigt, verliert er an Elastizität, wird rissig und kann sich teilweise auflösen. Dadurch reiben die Knochen stärker aufeinander. Es entstehen Entzündungen und knöcherne Anbauten an den Gelenken.
Arthrose kann alle Gelenke betreffen, am häufigsten sind die Arthrose der Hüfte, Arthrose im Knie oder Veränderungen an Fingern und Füßen. Wie schnell sie fortschreitet, ist bei Betroffenen unterschiedlich. Manche bemerken eine Arthrose über Jahre kaum, andere haben starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Für letztere ist eine Arthrose-Behandlung in spezialisierten Kliniken – wie denen der Johannesstift Diakonie – sinnvoll.
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Was ist Arthrose? Verschiedene Formen im Überblick
Je nachdem, welches Gelenk von Arthrose betroffen ist, unterscheiden Ärzt*innen:
- Die Knie-Arthrose, medizinisch Gonarthrose genannt, ist sehr verbreitet.
- Häufig tritt die Arthrose der Hüfte, die auch als Coxarthrose bezeichnet wird, auf.
- Von der Arthrose im Finger und in den Händen sind ebenfalls viele Menschen betroffen. Beschwerden und sichtbare Veränderungen treten vor allem in den Fingerendgelenken oder im Daumensattelgelenk auf.
- Auch eine Arthrose im Fuß ist nicht selten: Meist ist das Großzehengrundgelenk betroffen und verursacht Schmerzen beim Gehen.
- Bei einer Arthrose der Schulter treten Schmerzen vor allem beim Heben des Arms auf.
Wer ist besonders betroffen und welche Risikofaktoren gibt es?
Menschen jeden Alters sind von Arthrose betroffen, doch mit zunehmendem Alter tritt sie häufiger auf. Das liegt daran, dass die Belastung der Gelenke über die Jahre hinweg spürbar wird.
Bei jüngeren Menschen bis 55 Jahren tritt Arthrose eher bei Männern auf, etwa nach Verletzungen oder bei Fehlstellungen. Weitere Arthrose-Ursachen sind Übergewicht, das die Gelenke stärker belastet, sowie berufliche oder sportliche Tätigkeiten mit einseitigen Bewegungen.
Frauen nach den Wechseljahren haben häufiger Arthrose als Männer. Meist sind sie von Gelenkschmerzen in den Fingern, in der Hüfte und von Knie-Arthrose betroffen. Der Körper produziert das Hormon Östrogen nun weniger, das die Durchblutung, die Aufnahme von Flüssigkeit ins Gewebe und den Aufbau von Kollagen fördert. Deshalb ist es wichtig bei der Arthrose im Knie, die Symptome der Frau genau zu betrachten. Nicht immer ist Gelenkverschleiß die Ursache.
Wie entsteht Arthrose und welche Warnsignale gibt es?
Sie entsteht meist langsam in einem schleichenden Prozess. Anfangs verliert der Gelenkknorpel an Feuchtigkeit und Elastizität. Dadurch entstehen kleine Risse und die Oberfläche wird rauer. Dieser Prozess setzt sich immer weiter fort: Mit der Zeit nimmt die Schutzfunktion des Knorpels ab; der darunterliegende Knochen wird stärker belastet.
Mit dem Fortschreiten der Arthrose nehmen meist die Schmerzen in ihrer Intensität und Dauer zu. Das kann bei Betroffen individuell sehr verschieden sein. Diese Symptome weisen auf Arthrose hin:
- Anlaufschmerz, der als Ziehen oder Spannung im Hüft- oder Kniegelenk nach den ersten Metern in Bewegung spürbar ist. Er verschwindet nach längerer Bewegung wieder.
- Belastungsschmerz tritt erst nach längerem Gehen oder der Belastung des Gelenks auf.
- Gelenksteifigkeit (nach dem Aufstehen am Morgen)
- Gelenkschwellungen, bei den sich das Gelenk fest und nicht besonders warm anfühlen, oder auch sichtbare Knoten zum Beispiel an der Hand
- Dauerschmerz des Gelenks
- verspannte Muskeln rund um das Gelenk
- Bewegungseinschränkung
Sie haben erste Arthrose-Symptome bei sich bemerkt? Informieren Sie sich zum Thema und sprechen Sie mit Ihrem*r behandelnden Ärzt*in, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Was bedeutet ein leichter oder schwerer Verlauf von Arthrose?
Der Verlauf von Arthrose ist individuell sehr unterschiedlich. Bei einem leichten Verlauf sind die Beschwerden meist gering und treten nur gelegentlich auf. Bewegung ist meist noch gut möglich und der Alltag kaum eingeschränkt. Dann wird meist mit konservativen Maßnahmen behandelt.
Ein schwerer Verlauf geht mit anhaltenden Schmerzen, deutlicher Bewegungseinschränkung und teilweise sichtbaren Gelenkveränderungen einher. Die Lebensqualität kann in dieser Situation erheblich leiden. Das Gelenk verliert zunehmend seine Funktion, was auch andere Körperbereiche belastet.
Bei fortgeschrittener Arthrose im Knie oder in der Hüfte empfehlen Ärzt*innen häufig eine Operation oder sogar einen Gelenkersatz. Wichtig ist für einen guten Umgang mit der Arthrose: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich Symptome lindern.
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit der Anamnese, einem ausführlichen Gespräch des Arztes oder der Ärztin mit dem*der Patient*in über Beschwerden und Vorerkrankungen. Bei der folgenden Untersuchung prüft er oder sie die Beweglichkeit, Schmerzpunkte und Gelenkgeräusche.
Mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Magnetresonanztomografie (MRT) sieht der Arzt oder die Ärztin den Zustand des Knorpels und erkennt mögliche knöcherne Veränderungen. Eine klare Diagnose ist wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen und die passende Therapie zu wählen.
Behandlungsoptionen
Die Arthrose-Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und den individuellen Beschwerden:
Ist die Arthrose noch nicht weit fortgeschritten, empfehlen Ärzt*innen die konservative Behandlung ohne Operation. Dazu gehören:
- gezielte Bewegungs- und Physiotherapie
- Schmerzmedikamente wie Aspirin, Ibuprofen oder Diclofenac
- physikalische Therapie mit Reizen durch Wärme, Kälte, Licht oder Strom
- Anwendung von Hilfsmitteln wie Bandagen oder Gehstöcke
- Kurzfristig helfen Kortisonspritzen bei fortschreitender Arthrose
Außerdem empfehlen Ärzt*innen die Anpassung des Lebensstils, um Entzündungen in den Gelenken abzubauen. Dazu gehören Übergewicht abbauen, Rauchen und starken Alkoholgenuss vermeiden und auf die Ernährung bei Arthrose umstellen. Betroffene sollten vor allem entzündungshemmende Lebensmittel essen und trinken. Dazu gehören viele Gemüse- und Obstsorten, Hülsenfrüchte, verschiedene Pflanzenöle und bestimmte Gewürze.
Wenn die konservative Behandlung nicht ausreicht, empfehlen Ärzt*innen häufig eine Operation als Behandlung. Das umfasst:
- Gelenkerhaltende Eingriffe: Korrigieren von Fehlstellungen, Entfernen loser Knorpelteile
- Versteifung der Gelenke, wenn diese nicht ersetzt werden können, zum Beispiel das Grundgelenk im Fuß
- Gelenkersatz ermöglicht Schmerzfreiheit und Mobilität, wenn das Gelenk durch die Arthrose im Knie oder an der Hüfte stark geschädigt ist
Operationen wie das Einsetzen von künstlichen Gelenken sind heute Standardeingriffe – auch in den Kliniken der Johannesstift Diakonie.
Gut zu wissen: Sie sind von Arthrose betroffen und denken über ein künstliches Gelenk nach? Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob diese Therapie für Sie geeignet ist.
Was passiert, wenn Arthrose nicht behandelt wird?
Bleibt die Arthrose unbehandelt, schreitet der Knorpelabbau weiter voran. Die Schmerzen nehmen zu und auch einfache Bewegungen werden zur Herausforderung. Betroffene versuchen häufig, das schmerzende Gelenk zu schonen. Doch das führt zum Abbau der Muskeln, was wiederum die Stabilität des Gelenks verschlechtert.
So kann es langfristig zu Fehlhaltungen und Folgebeschwerden am Rücken oder anderen Gelenken kommen. Zudem kann es Betroffene auch psychisch belasten, wenn ihre Mobilität und Selbstständigkeit eingeschränkt werden. Soweit muss es nicht kommen: Mit einer frühzeitigen Arthrose-Behandlung können Betroffene dies verhindert und aktiv bleiben.
Gibt es Fehlinformationen oder Mythen zur Behandlung von Arthrose?
Der Mythos, dass Bewegung für Menschen mit Arthrose generell schädlich ist, ist nicht richtig. Es stimmt jedoch, dass zu viel und zu einseitige Bewegung für eine Arthrose Behandlung nicht geeignet ist. Richtig ist dagegen: Ärzt*innen empfehlen maßvolle und gelenkschonende Bewegung wie Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder Yoga, um die Gelenkfunktion zu erhalten.
Auch die bei vielen Menschen verbreitete Annahme, eine Arthrose sei immer unvermeidlich, stimmt so nicht. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken.
Ist Arthrose heilbar?
Nach dem aktuellen Stand der Medizin ist sie nicht heilbar, denn der Gelenkknorpel kann sich auf natürliche Weise nur eingeschränkt regenerieren. Zurzeit können Ärzt*innen mit den derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten die Symptome der Arthrose lediglich lindern und ihr Fortschreiten verlangsamen.
Allerdings forschen Mediziner*innen daran, Knorpelschäden zu regenerieren, etwa durch die Transplantation von Knorpelgewebe oder Stammzellen.
Was sollte ich über die Endoprothetik der Johannesstift Diakonie wissen?
Die Kliniken der Johannesstift Diakonie verfügen mit ihren zertifizierten Endoprothetikzentren der Maximalversorgung (EPZ max) über eine hohe und ausgewiesene Expertise in der Endoprothetik, also des Gelenkersatzes.
Das medizinische Fachpersonal ist erfahren in der Behandlung von Patient*innen, die einen Gelenkersatz des Knies oder der Hüfte benötigen. Die Fachärzt*innen führen Operationen nach höchsten Qualitätsstandards durch, minimalinvasiv und mit individuell auf die Patient*innen zugeschnittener Schmerztherapie. Unterstützt werden die Operateur*innen dabei von ROSA-OP-Robotern, die bei den Eingriffen höchste Präzision ermöglichen.
Die Rehabilitation danach folgt modernen Behandlungsstandards, die den Patient*innen eine schnelle Genesung und somit eine schnelle Rückkehr in einen aktiven Alltag ermöglichen. Zudem erproben die Kliniken bei Studien neue Therapieverfahren zur Wiederherstellung von Knorpelschäden.
Unsere Endoprothetik- zentren
Als größtes zertifiziertes Implantationszentrum Berlins, dem Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) versorgen wir jährlich circa 2.000 Patient*innen mit einem künstlichen Gelenk, davon erhalten rund 1.100 ein neues Hüftgelenk und 600 ein künstliches Kniegelenk. Zudem werden jährlich etwa 300 Wechseloperationen an Hüfte und Knie durchgeführt.
Aus dem vielseitig ausgebildeten und erfahrenen Team aus Spezialist*innen um Klinikdirektor Prof. Dr. med. Ulrich Nöth bietet Oberarzt Dr. med. Lars Rackwitz am Standort der Evangelischen Elisabeth Klinik eine endoprothetische Sprechstunde an und das Team führt Operationen durch.
Im Endoprothetikzentrum arbeiten Unfallchirurg*innen, Orthopäd*innen, Rehabilitationsmediziner*innen und Narkoseärzt*innen aus dem Martin Luther Krankenhaus eng zusammen. Durch die Bündelung des medizinischen Fachwissens wird eine Behandlung auf höchstem Niveau gewährleistet. Das Leistungsspektrum reicht vom Teil- bis zum Vollersatz aller großen Gelenke des Körpers (Hüfte-, Knie-, Schulter und Sprunggelenk) und richtet sich nach dem Zerstörungsgrad. Moderne Verankerungstechniken (mit und ohne Zement) gewährleisten eine frühe Belastbarkeit der Implantate.
Im Evangelischen Krankenhaus Hubertus arbeiten Expert*innen verschiedener Fachbereiche eng zusammen, um Ihnen eine speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Versorgung zu garantieren. Wir legen Wert auf eine ausführliche Beratung und begleiten Sie dank unseres besttrack-Konzeptes von der prästationären Phase über die Operation bis hin zur Nachsorge mit vielfältigen Therapieangeboten, die Ihnen den Umgang mit einem künstlichen Gelenk bereits kurz nach der OP erleichtern.
In unserem zertifizierten Endoprothetikzentrum bieten wir die endoprothetische Versorgung (künstlicher Gelenkersatz) des Hüft-, Knie- und Schultergelenks inklusive Wechseloperationen an. Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen.





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