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Lungenkrebs und COPD, leben mit den Folgen des Rauchens

Wie lebt man mit Lungenkrebs und COPD? Bernd Oertwig erzählt, wie seine Erkrankungen entdeckt wurden, wie sich das Atmen nach einer Lungenoperation verändert hat und warum Atemnot, Hitze und eingeschränkte Lungenfunktion seinen Alltag prägen. Auch Bewegung, Selbsthilfe und CT-Kontrollen sind Thema.

Shownotes

Starker Husten, weniger Luft, jahrelang geraucht: Wann ist ein Symptom nicht mehr harmlos? Und was bedeutet es für das eigene Leben, wenn Lungenkrebs, COPD und Atemnot plötzlich den Alltag bestimmen?

In dieser Folge von „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ spricht Martina Conradt mit Bernd Oertwig über Lungenkrebs und COPD, über die Folgen des Rauchens und über ein Leben mit eingeschränkter Lungenfunktion. Bernd erzählt, wie der Krebs entdeckt wurde, warum eine Lungenoperation das Atmen verändert hat und wie er heute mit CT-Kontrollen, Hitze, Bewegung, Medikamenten und neuen Grenzen umgeht.

Mehr Informationen zum Lungenkrebszentrum der Evangelischen Lungenklinik:

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Mehr medizinische Informationen in der Podcast-Folge mit Matthias Ehrhardt:

Link zur Podcast-Folge

Zusammenfassung der Podcast-Folge:

Diese Folge kann Orientierung geben, wenn Sie selbst rauchen oder geraucht haben, wenn Husten, Atemnot oder eine Lungenerkrankung im Raum stehen oder wenn Angehörige verstehen möchten, was eine schwere Erkrankung der Lunge im Alltag bedeuten kann. Bernd berichtet von chronischem Husten, CT-Untersuchung, PET CT und dem Moment der Lungenkrebsdiagnose. Er spricht darüber, ob er zu einem Lungenkrebs Screening gegangen wäre und warum er anderen rät, Veränderungen der Atmung ärztlich abklären zu lassen.

Informationen zur Inneren Medizin im Martin Luther Krankenhaus:
Link zur zur Inneren Medizin im Martin Luther Krankenhaus

Mehr Informationen zur Klinik für Pneumologie der Evangelischen Lungenklinik:
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In der Folge geht es außerdem um COPD Stadium 4, Lungenemphysem, Sauerstoffsättigung, Lungenfunktion, Selbsthilfe und Unterstützung. Bernd beschreibt, was sich verändert, wenn Wege geplant werden müssen, Raucherkneipen zu gefährlich werden und heiße Tage besonders belasten.

Diese Fragen beantwortet die Folge: 

  • Wie fühlt es sich an, wenn Atmen nicht mehr selbstverständlich ist?
  • Wie wurde bei Bernd Lungenkrebs entdeckt?
  • Wäre Bernd zu einem Lungenkrebs Screening gegangen?
  • Warum sollten Husten oder verändertes Atmen abgeklärt werden?
  • Wie verändert COPD den Alltag?
  • Was passiert nach einer Lungenoperation aus Patient*innensicht?
  • Was kann eine COPD Selbsthilfegruppe leisten?
  • Was würde Bernd seinem 18-jährigen Ich zur ersten Zigarette sagen?

Hat Ihnen die Folge gefallen?

Transkript

Bernd Oertwig (00:00)
Ich bereue nicht eine Zigarette. Ich bereue nicht eine Nacht, eine durchgemachte Nacht. Der Arzt, sagten dann, wissen Sie, Sie haben Lungenkrebs. Und das ist so ein Augenblick, Da bleibt dir die Luft weg. Und ich gucke den an und denke, okay, das war es als ich aufwachte und plötzlich das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr atmen. Es war etwas verschwunden. Es war die Selbstverständlichkeit des Atmens war weg.

Martina (00:31)
letzte Argument das Ausschlaggebende, wenn uns jemand hört, der überlegt seine erste Zigarette zu rauchen und es lieber zu lassen. es wird auch schwieriger im Bett.

Bernd Oertwig (00:40)
Ich blieb eine Nacht zu Hause, in der ich fast gestorben wäre,

Martina (00:49)
Die Zahlen sind ja wirklich total beeindruckend. Ein Mensch kann etwa 30 Tage ohne Essen leben, drei Tage im Schnitt ohne Wasser, aber nur wenige Minuten ohne die Luft zum Atmen. Atmen ist eine Selbstverständlichkeit und man merkt erst, wie wichtig es ist, wenn man plötzlich nicht mehr atmen kann oder nicht mehr so frei atmen kann. Herzlich willkommen bei Warum ich der andere Gesundheitspodcast und ich freue mich sehr, dass Bernd Oetwig heute unser Gast ist. Bernie, ich begrüße dich recht herzlich. Ich mache mal

Bernd Oertwig (01:19)
Sei herzlichen Grüßt!

Martina (01:19)
Ich mache mal so ganz kurz deine Krankheitsgeschichte, denn bei uns geht es ja Diagnose und Krankheiten. COPD Stadium 4, ein Lungenemphysemen, das muss ich auch ablesen, weil die Krankheitsgeschichte lange ist. Eine neue Aortenklappe, eine schwere Lungenentzündung und vor allen Dingen Lungenkrebs. Hinter dir liegen drei sehr schwere Jahre, Gott sei Dank geht es dir jetzt im Moment wieder besser, worüber wir alle sehr glücklich sind. Hast du dir jemals die Frage gestellt, warum ich?

Bernd Oertwig (01:46)
Nee, das habe ich nicht. Natürlich habe ich meine Lunge kaputt gemacht durch intensives Rauchen. Gar keine Frage. Mein ganzes Leben lang gab ich, mein ganzes Leben ab 18, 20, habe ich wirklich an inoffiziellen Weltmeisterschaften des Rauchens teilgenommen und immer daran gedacht, ab morgen wird es vielleicht verboten. Und dann gleich die richtigen Dinge. Mit Rothandle angefangen, Gauloaires viele, viele, Jahrzehnte. Gitanes zum Schluss. Kein Wunder, dass ich Lungenkrebs gekriegt habe. Nein, warum ich, ist in diesem Falle völlig obsolet.

Martina (02:24)
Also du hast dir die Frage nie gestellt, weil das war eigentlich logisch für dich. Okay, das ist eine...

Bernd Oertwig (02:31)
Ja, es hätte mich gewundert, wenn es anders gekommen wäre,

Martina (02:33)
Hm?

Bernd Oertwig (02:34)
ehrlich gesagt. So massiv wie das aufgetreten ist. okay. Weißt du, es ist für mich auch ganz wichtig, ich bereue da nicht eine Sekunde. Ich bereue nicht eine Zigarette. Ich bereue nicht eine Nacht, eine durchgemachte Nacht mit Freunden bei einem Glas Rotwein bei Gesprächen. Ich bereue nichts. Das ist jetzt so. Und dann wird es für den Rest halt so sein. Also da sehe ich nur halt zu, dass ich das Beste daraus mache. Aber eine Trauer oder die Frage, warum ich, stellt sich mir nicht an.

Martina (03:08)
Jetzt muss man sagen, du warst Journalist zu einer Zeit, in der Journalisten noch … das Klischee bedient haben, das jeder von Journalisten aus Filmen kennt. Das heißt also, ihr habt unheimlich viel gearbeitet. Es war erlaubt, den Redaktionsräumen zu rauchen. Das heißt also, du hast quasi eine Zigarette ausgemacht, die zweite quasi da angemacht. Das war völlig normal und das gehörte, glaube ich, sogar zum guten Ton, in einer verräucherten Kneipe zu sitzen mit einem Glas, was auch immer, vor der Nase und beim Rauchen zu philosophieren. Ist es genau so gewesen?

Bernd Oertwig (03:46)
Es ist genauso gewesen, Martina, es ist genauso gewesen. Ich kam morgens in die Redaktion und habe meine drei Schachteln in Gauloises hingelegt. als ich dann abends ging, waren die leer. Das heißt, die halbe war noch übrig, damit ich schnell nochmal Nachschub holen konnte. Diese drei habe ich nicht wirklich alle geraucht. Das kommt ja noch hinzu. Das ist mehr so ein Du rufst jemanden an, rufst jemanden an und zündest dir eine Zigarette an, greifst du Telefon. Telefon, das waren die Dinger mit denen. So, Telefon und dann qualmt die Zigarette vor sich hin, zack, die nächste angesteckt. Also richtig echt mit Genuss geraucht. Das eher weniger, das waren so sehr automatische Abläufe. Aber ja, und dann natürlich war dann in den Redaktionen, durftest du rauchen und auch in den Kneipen, selbst in Restaurants, das kann man sich ja nicht mehr vorstellen. ja, natürlich gehörte das dazu.

Martina (04:40)
Lass mal bevor wir jetzt weitersprechen über das Rauchen. Für alle die, uns zuschauen, du trägst zwei Brillen. Ich hab einen schiefen Kopfhörer, weil das ist eine Marke von mir und du trägst zwei Brillen, ist ein Markenzeichen. Also jetzt ist es nicht mehr die Zigarette in der Hand, sondern die doppelte Brille.

Bernd Oertwig (04:59)
Die doppelte Brille. bin ja mittlerweile langsam so ein Gesamtkunstwerk mit meinen 77. Ich brauche gar keine Brille. ist...

Martina (05:07)
Dann sind zwei immer besser als eine, wenn man sowieso keine braucht.

Bernd Oertwig (05:13)
Genau, ich habe irgendwann künstliche Augen gekriegt,…

Martina (05:15)
Ja, ja.

Bernd Oertwig (05:16)
…also neue Linsen drauf, sehe damit kilometerweit. Die trage ich nur, weil ich damit…

Martina (05:21)
Mhm.

Bernd Oertwig (05:21)
…unfassbar gut aussehe, weil sie mir gefällt und weil ich ganzes Leben lang Brillen getragen habe. Die brauche ich tatsächlich. Hin und wieder bei den nickeligen kleinen Sachen auf dem Handy. Damit ich, weil ich da ja nun Fensterglas drin habe, mache ich das auch manchmal so und dann erlebe ich hin und wieder leicht verblüffte Blicke, wenn ich irgendwas aus einem Restaurant lese oder wie auch immer. Das ist nur mein Joke.

Martina (05:42)
Okay, verstehe. Jetzt kommen wir wieder zurück zum Rauchen bei mir war das so, ich habe nie geraucht. Ich habe als Kind unter den rauchenden Eltern gelitten. Ich fand Rauchen immer nicht gut. Also ich habe Probleme gehabt. Ich musste ständig husten und so. Also Rauchen war nie mein Thema. Und wenn ich meine Männer beschimpft habe, mit denen ich zusammen war, dass sie doch gefälligst meine Atemluft nicht belästigen sollen mit ihrem Rauch, dann gab es mal einen, hat gesagt, du verstehst doch nichts davon. Halt dich da einfach raus. Du verstehst es nicht. Warum Rauchen einfach zu mir dazu gehört.

Bernd Oertwig (06:19)
Ich nicht, kann man da etwas verstehen? Also einmal, hast das vorhin ja schon angedeutet. Ja, ist auch. Es ist auch so eine kleine Show dabei. Natürlich sieht das gut aus, wenn du mit einer Zigarette im Mundwinkel irgendwo sitzt und tippst ein bisschen hin oder so dieses Nachdenkliche über dir, Qualm und der…

Martina (06:39)
Na klar.

Bernd Oertwig (06:41)
…Rotwein oder wie auch immer. Das sieht ja alles immer fantastisch aus. dann denkst du, er denkt, er denkt.

Es ist letztendlich eine Attitüde. Nein, wenn meine Damen, mit denen ich teilweise auch verheiratet war, wenn die dann gesagt haben, du will ich nicht, dann habe ich doch nicht geraucht. Meine Raucherei ist auch nicht durchgängig gewesen. Es gelangt mir. Ich war Gott sei Dank ein Gen. Ich kann das sofort…

Martina (07:06)
Mhm.

Bernd Oertwig (07:06)
… abschalten. auf der Stelle konnte ich immer sagen, ne, will ich auch nicht. Dann habe ich mal 15 Jahre… 

Martina (07:11)
Okay.

Bernd Oertwig (07:12)
… nicht geraucht. Dann habe ich wieder angefangen, weil mir irgendwo eine Gitane über den Weg gelaufen ist und auch ein paar Jahre raucht, dann wieder nicht. Also ich habe, bevor ich die Diagnose bekam, auch schon lange Zeit gar nicht mehr geraucht. Alles zu spät, aber egal.

Martina (07:27)
Jetzt hören wir mal auf mit dieser ganzen verrauchten Romantik, sondern irgendwann hat Bernie gemerkt,…

Bernd Oertwig (07:32)
Ja.

Martina (07:34)
… mit meiner Lunge stimmt was nicht. Wie war das?

Bernd Oertwig (07:38)
Das war nicht Berni, der das gemerkt hat. Dann wäre ich vielleicht schlauer gewesen. Nein, ich bin immer mit einer mit starkem Winterhusten, weil das zum meisten Winter auftrat, zu einer Ärztin gegangen. Daraus entwickelte sich mit den Jahren eine ordentliche Bronchitis. Irgendwann stellte die Ärztin fest, sein sie mal nicht sauer, aber sie haben offenbar eine chronische Bronchitis. Das würde ich mir gerne mal ansehen. Sie überwies mich. Zu einer Kardiologie am Ku'damm und zu einem CT. Die untersuchten mich Der Arzt, sagten dann, wissen Sie, Sie haben Lungenkrebs. Und das ist so ein Augenblick, da bleibt dir die Luft weg. Da bleibt dir die Luft weg. Und ich gucke den an und denke, okay, das war es jetzt. Dann hat er mir das noch erklärt, wie das entstanden ist und dass es ein sehr, sehr kleines Teil noch ist. Okay, aber das ist ja beängstigend gewesen. Also da habe ich richtig einen Schock gekriegt, einen großen Schock gekriegt, bin nach Hause gegangen und hey, was ist jetzt los? Ist die Geschichte erzählt? Aber ich habe mich nicht an den Laptop gesetzt und habe "Lungenkrebs ist, wenn man"…

Martina (08:57)
Mhm.

Bernd Oertwig (08:58)
… nachgeguckt. Das wollte ich nicht. Ich wollte mir das von Ärzten erzählen lassen.

Martina (09:03)
War denn jeder Atemzug danach anders? so emotional, dass du Luft anders holst, wenn du weißt in deinem Körper, in deiner Lunge, das ist ja nun wirklich ein absolut lebenswichtiges Organ.

Bernd Oertwig (09:18)
Nein, in dem Augenblick

Martina (09:19)
Mhm.

Bernd Oertwig (09:20)
noch nicht. Diese Angst schaffe ich den nächsten Atemzug. Der kam erst nach der OP. Also meine Ärztin überwies mich ins Behring Krankenhaus, weil sie dort Kontakte hatte und im Behring Krankenhaus stellten sie dann fest, ja Krebs natürlich. Sie machten dann aber gleich so ein PET-CT. Das heißt Ganzkörper geschaut ist irgendwo noch etwas anderes drin. Nein, ich hatte tatsächlich nur ein Karzinom, nur ein Karzinom in der Lunge, nicht aber im Rest des Körpers. Es gab keine Metastasen, nirgendwo. Zwei Tage später, ganze Prozedere, dabei wurde dann übrigens festgestellt, erst da wurde festgestellt, dass ich COPD habe und zwar in der fortgeschrittenen Art, also Nummer 4, von den Vieren, die es überhaupt gibt. COPD ist sehr hässlich, also wenn vielleicht nicht jeder weiß, was das ist, das macht die Bornchen immer kleiner, immer kleiner, immer kleiner und du hast keine Chance, irgendwas zu machen. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was COPD aufhält. Du kannst es verzögern, ja. Aber einmal kriegst es nie wieder weg. Es gibt nichts, wo man Luft reinbläst und deine Bonchen sind wieder frei. Es gibt auch nichts, was es tatsächlich zum Stillstand bringt. Auch das ist nicht möglich. Da müssen ein paar Sachen sein. Du musst Medikamente nehmen und Sport. Da können wir vielleicht nachher noch etwas weiter diskutieren. Also die OP, die OP, das war das für mich entscheidende. Als ich aufwachte und plötzlich das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr atmen. Es war etwas verschwunden. Es war die Selbstverständlichkeit des Atmens war weg. Ich dachte mir, dann musste ich mir Tabletten geben lassen. Tavor. Damit du richtig schön weg.

Martina (11:15)
Das sind Beruhigungsmittel.

Bernd Oertwig (11:18)
Genau ein sehr, sehr starkes Berührungsmittel, das alles, was mit Panik zu tun hat, unterdrückt. Dann ging es. In den ersten Nächten brauche ich das wirklich, weil ich gedacht habe, das kann nicht wahr sein. Nun hörst du dann auch ganz anders in dich rein. Ängstlicher. Ich hatte gar keine Ahnung, was haben die tatsächlich gemacht. Sie haben mir auf der rechten Seite der Lunge den rechten oberen Lappen weggeschnitten. Also eine Lunge, hast zwei Lungenflügel, der eine auf der linken Seite hat zwei Lappen, der auf der rechten Seite hat drei Lappen. Meiner war befallen oben rechts. Den hat er rausgeschnitten, freundliche Prof. Übrigens minimal-invasiv. Das ist schon allein so eine Nummer. Da kniest du vor Begeisterung. Die kommen über den Rücken, fummeln da und ziehen den Lappen raus. Also, egal wie. Hat alles geklappt, das war alles großartig. Der Prof war auch exzellent. Aber dann liegst du da und denkst, jetzt hast du auch noch weniger Lunge. Und diese, das hat lange, das hat relativ lange gedauert, mir mental klar zu machen. Ich atme noch, aber ich atme nicht mehr mit der Leichtigkeit wie früher. Das wird nie wieder sein.

Martina (12:28)
Also das ist keine mentale Geschichte. Also es ist nicht sowas, was man wieder mit durch Therapie aufbauen kann, sondern deine Lunge ist tatsächlich dadurch, dass sie weniger Volumen hat, nicht mehr so leistungsfähig wie früher.

Bernd Oertwig (12:43)
Ach ja, ist in jedem Fall, das ist ganz entscheidend. Ich kann viele Sachen nicht mehr machen. Einmal die "wecke" Lunge und dann auch noch COPD. Das ist ein bisschen viel. Das heißt, ich habe eine Lungenkapazität von 35 Prozent. Ich bin gerade erst beim Doc gewesen, bei meinem Lungen-Doc. Von daher weiß ich das. 35 Prozent. Ist nicht gerade der Brüller. Du hast wahrscheinlich, wenn du auch nie geraucht hast, du liest wahrscheinlich irgendwo bei 90 oder 100 oder wie auch immer. Das ist verdammt wenig. Und du kommst als Lungenkranker dann in relativ schnell in Atemnot. Ja, aber das ist so. Da muss ich mit leben, da lebe ich mit. Das ist keine Geschichte, die mich mental fertig macht. Ich weiß jetzt nur,…

Martina (13:37)
Mhm.

Bernd Oertwig (13:38)
… warum es so ist.

Martina (13:38)
Bernd hat gerade sehr viel erzählt zu COPD, Metastasen, welcher Art von Untersuchungen es gibt, wie die Operation abläuft. Das sind alles Fragen, die wir dann in zwei Wochen mit unserem Experten beantworten werden. Dann wie immer bei Warum Ich gibt es ja zwei Perspektiven. Einmal unser Patient und in diesem Fall Bernd Oetwig und zum anderen natürlich der Experte, die Expertin, die uns dann sehr, sehr viel darüber erklären wird. Bernie, es gibt seit Anfang des Jahres, ich glaube seit April gesetzlich die Möglichkeit ein Lungscreening machen zu lassen. Also das was es bei Brustkrebs schon lange gibt. Jetzt können Menschen aus einer Hochrisikogruppe, die lange geraucht haben und zwischen ich glaube 55 und 75 sind gesetzlich zum Lungscreening gehen. Ganz im Ernst hättest du dir das gewünscht, wenn es das bei dir gegeben hätte und wärst du überhaupt hingegangen? Okay.

Bernd Oertwig (14:33)
Ja und ja. Wäre ich das gewusst hätte, ich schon mal nachgucken lassen. Diese langen Jahre mit den nicht mehr so genial funktionierenden Bronchen, die hätten mich da sicherlich zu gebracht. Schaut euch das mal näher an. ist aber damals meine damalige Hausärztin, die völlig unberechtigterweise jetzt in Rente gegangen ist, meine Hausärztin nicht auf die Idee gekommen, da mal früher nachgehen zu lassen. Wenn ich also das gewusst hätte, ja, das halte ich für absolut notwendig. Es geht ja nicht nur Raucher. Es kann ja auch genetischer Müll sein. Wenn du also das Gefühl hast, du atmest nicht mehr mit der Leichtigkeit vergangener Zeiten, ich würde das immer kontrollieren…

Martina (15:16)
Mhm.

Bernd Oertwig (15:16)
… lassen bei jedem. Oder du hast starken Husten. Wie oft habe ich in meinem Umfeld Leute, die fangen dann auf einmal an zu husten und dann sehe ich die an und ob nun Raucher oder nicht, aber vielleicht lässt du mal nachschauen. COPD kriegst du schneller, als du dir das denken kannst. Und das ist nicht nur von einer Raucherei abhängig, weiß Gott.

Martina (15:38)
Wir reden über deine Erkrankung, über deinen Lungenkrebs, ist kein Spaß und das ist eine von den Krebserkrankungen, die nicht immer so eine ganz gute Prognose haben. Hast du jemals gedacht, okay, vielleicht war es das jetzt?

Bernd Oertwig (15:58)
Ganz zu Anfang, was ich vorhin sagte, als ich bei dem Doc rauskam von der Kardiologie und der gesagt hat, Sie werden lachen, Sie haben Lungenkrebs. Da habe ich gedacht, oha, das ist vielleicht doch nicht so gut. Seitdem aber nicht wieder. Ich habe nicht ernsthaft, ich verschwende keine Gedanken daran, dass das möglicherweise mal irgendwann mein Tod sein kann. Wird so sein. Vielleicht gibt es auch noch andere Dinge, die eine Rolle spielen, aber das ist dann so.

Das nehme ich an und ich gehe so auf meine Art und Weise damit um Viele Leute sagen, viele meiner Freunde sagen, wie machst du das? Warum bist du trotzdem so gut drauf, obwohl du halt 100 Meter nicht mehr in 10.5 … 

Martina (16:42)
Hm.

Bernd Oertwig (16:43)
… rennen kannst? Ja, es ist so. Aber ich tue, was ich kann. Es gibt ein paar Sachen, wo man drauf achten sollte. Also ich kann relativ schlecht laufen, weil ich dann auch noch so ein Gerippeproblem habe an verschiedenen Stellen. Ich bin wirklich komplett ein Ganzkörperding. Ganzkörperprothese. Und dafür fahre ich Rad.

Martina (17:03)
Nur die Augen funktionieren. Nur die Augen. Da kann es besser scharf gucken.

Bernd Oertwig (17:09)
Die Augen funktionieren. Ich habe auch ein künstliches Knie. Ich habe diese künstlichen Augen. Ich trage Hörgeräte und jetzt sein neues Film habe ich also auch noch eine neue Herzklappe. Die Aortenherzklappe.

Martina (17:19)
Ja, kam ja auch noch dazu. Diese Diagnose, die hängen ja auch irgendwie mit der Lunge zusammen.

Bernd Oertwig (17:27)
Die hängt ursächlich mit der Lunge zusammen. Es war Wasser in der Lunge, weil die alte Herzklappe nicht die Funktion erfüllen konnte, die sie eigentlich sollte. Auch da bin ich nie in die Tiefe gegangen, weil ich keine Ahnung davon habe und mich auch selber am Rechner nicht verrückt mache. Also lass ich das sein. Irgendwann kommt schon jemand die Ecke und erklärt mir, wie das aussieht im Leben. Dann hör ich da mit Interesse zu. So war das auch bei dem Doc aus Benjamin Franklin, der sich das angeguckt hat, hat gesagt, ja. Also da ist eine neue Herzklappe notwendig. Die ist dann in der Charité im Virchow eingesetzt worden. Und das war auch tatsächlich notwendig. Seitdem, das war jetzt erst im Mai, seitdem habe ich eine signifikante Verbesserung des Atmens festgestellt. Also ein leichteres Atmen, worüber wir vorhin gesprochen haben. Die Selbstverständlichkeit des Atmens. Die werde ich nie wieder kriegen. Aber ich habe durch die neue Herzklappe einfach das Gefühl, da ist etwas kräftiger. Jeden Tag kontrolliere ich, vermitteln Sie dieses zauberhaften Gerätes, meinen Sauerstoffgehalt…

Martina (18:41)
Hm?

Bernd Oertwig (18:41)
… im Blut. Bevor ich die neue Herzklappe bekam, lag ich immer so bei 90, 91, 92 Prozent ein Lamm. Normalerweise ja furchtbar. Jetzt habe ich 95, 96 Prozent. Das ist tatsächlich ein ganz entscheidender Wert für mich. Deshalb kontrolliere ich das jeden Tag. Sauerstoff im Blut hat unter anderem auch die Aufgabe, deinen Kopf ein bisschen in Schwung zu halten. Je weniger Sauerstoff, desto dödeliger wirst du. Das möchte ich alles vermeiden. Und deshalb ist mir das wichtig, das zu wissen. Deshalb war auch die neue Herzklappe unglaublich wichtig, weil jetzt arbeitet die Lunge mit dem, was sie kann, so effektiv, wie sie halt arbeiten kann mit einer funktionierenden Herzklappe.

Martina (19:36)
Du warst wegen dieser Operation in vier Krankenhäusern in 13 Tagen. Darüber reden wir gleich. Lass mich noch einmal kurz zu deinem Umfeld kommen. Ich meine, du wirkst unheimlich cool. Also du hast eine fröhliche Ausstrahlung. Ich weiß, du schreibst noch deine Geschichten und du hast eine schöne Wohnung, du lebst und machst und tust, gehst gerne ins Theater, gehst gerne aus. Ist denn dein Umfeld genauso entspannt wie du? Oder machen die dich verrückt?

Bernd Oertwig (20:06)
Nein, das machen sie nicht. Ich habe ja diese unvergleichlich zauberhafte Lebenssituation, dass zwei Stockwerke über mir meine Ex-Ehefrau lebt mit ihrem Mann. Und wir haben ein herzinnigliches Verhältnis. Sie ist für mich eine Schwester und KG, ihr Mann ist mein Bruder. So ist das. Eva hat starke Tendenz einer Panik-Else. Wenn ich anfange zu husten, rennt sie in die Apotheke und kauft 4 Millionen Packungen. Macht sie bei ihrem Mann natürlich genau so. Aber auch für mich. Dann rennt die los und dann habe ich hier auf einmal einen Berg von irgendwelchen Medikamenten. Sie ist diejenige, die sehr genau zuhört. Ich bin ihr dafür auch sehr dankbar. Ich muss das ganz ehrlich sagen. Ich bin sehr, dankbar. Sie ist aber diejenige, die am ehesten nervös…

Martina (21:00)
Hm?

Bernd Oertwig (21:01)
… wird. Alle anderen, wenn ich dann halt eine Weile nicht auftauche, wenn in irgendwelchen Krankenhäusern liege, dann sagen die, schön, dass du wieder da bist, geht's ja gut, ja danke. Also da macht mich auch niemand verrückt.

Martina (21:12)
Ist es aber wichtig, dass man jemanden hat, der mitbeobachtet, der einen anschaut, der vielleicht irgendwas erkennt am Verhalten, an der Körperhaltung, vielleicht, sich mal eine Gesichtsfarbe verändert? Wie wichtig ist es, dass jemand genau hinschaut, der einen gut kennt und vielleicht auch wirklich lieb hat?

Bernd Oertwig (21:33)
Sehr. Das ist sehr wichtig. Da hast du völlig recht. Martina, das ist gar keine Frage. Weil ich alleine lebe, habe ich schon korrektiv nicht. Und da ist es ganz toll, dass Eva sich in dieser Art und Weise um mich kümmert. Und ja, ihr fallen solche Dinge auf und sie reagiert dann auch sofort. Ich will sie damit aber auch nicht unnötig belasten. Also bremse ich das immer schon. Aber ja, es ist ganz, ganz

Martina (22:02)
Wir kommen mal zurück zu…

Bernd Oertwig (22:03)
Wichtig.

Martina (22:03)
… deiner Herz-OP. Du bist ja ein Risikopatient durch deine Vorerkrankung und das ist eine sehr schwierige Operation. als wir uns unterhalten haben, du gesagt, vier Krankenhäusern in 13 Tagen. Das heißt also, du musst schon sehr, sehr, sehr aufpassen oder auch die Ärzte müssen sehr aufpassen, weil du einfach nicht so belastbar bist, wie ein Mensch, der diese Vorerkrankung nicht hat.

Bernd Oertwig (22:30)
Da habe ich Gott sei Dank Ärzte gehabt, die das gemacht haben. Die... im Benjamin Franklin, der Kardiologe, hat sich das angesehen. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, dass in Benjamin Franklin gar nicht operiert wird. Jedenfalls keine Herz-OP, weil die da gar nicht ausgestattet sind. Aber da die ja im Charité-Verbund sind, weißt das alles viel besser, brachten sie mich am zweiten Tag in die Charité. Die OP, wenn ich mal einen kleinen Seitenschlenker mache, die haben da einen Anästhesisten, der Typ ist überhaupt große Klasse, der sagt dann, tut das weh, ja, oder muss ich sie wegschießen? Nein, schießen sie mich. Und dann war ich auch schon weg.

Martina (23:13)
Na ja, geht doch nichts über eine schöne Vollnarkose.

Bernd Oertwig (23:19)
Und das ist aber, Vollnarkosen sind bei mir ein ganz großes Thema wegen der Lunge. Das müssen die Kollegen da alle wissen und wissen das auch und sind natürlich auch die entsprechenden Fachfreaks, was ich jetzt neu gelernt habe durch meine frische Herzklappe. Bim, bim, bim, bim. Die, da muss ich zum Beispiel bei jedem Zahnarztbesuch vorher hingehen, sagen Achtung, hier kommt jemand mit einer Herzklappe. Dann kriege ich Antibiotika im Vorfeld, weil bei Zahn-OPs sehr schnell Bakterien an die Herzklappe kommen können. Und dann macht die Alarm und trägt damit wieder auf die Lunge. Also ich habe so ein bisschen das Gesamtprojekt. Ich muss an einigen Stellen halt vorsichtiger sein als andere. Du gehtst hin, lässt dir eine neue Füllung machen oder wie auch immer. Bei mir ist das noch ein bisschen mit Anlauf die ganze Angelegenheit.

Martina (24:13)
Ein bisschen in diesem Krankenhausmarathon dann auch irgendwann mal Martin Luther Krankenhaus gelandet und da ging es dir wirklich gar nicht so richtig gut.

Bernd Oertwig (24:22)
Nein, diesem, nach dem Eingriff war ich noch zwei Tage lang in der Charité, dann wieder zurück ins Benjamin Franklin und dann sollte ich nach Hause. Kein Vorwurf an die Kollegen des Benjamin Franklin, überhaupt kein, aber offenbar war eine Lungenentzündung, die bei dieser OP leicht auftreten kann, war eine Lungenentzündung. Ist eine Lungenentzündung aufgetreten. Das ist misslich. So eine Lungenentzündung, wenn du mit meiner…

Martina (24:58)
Mhm.

Bernd Oertwig (24:58)
… Vorgeschichte um die Ecke kommst, hast du echte…

Martina (25:00)
Hm.

Bernd Oertwig (25:01)
… Probleme. Da hast du echte Probleme und das hatte ich auch. Ich blieb eine Nacht zu Hause, in der ich fast gestorben wäre, weil mein Sauerstoffgehalt lag bei unter 80 und das war…

Martina (25:13)
Wenn du sagst, dass du fast gestorben wärst, war das ein subjektives Gefühl? Also war das eine akute Lebensgefahr?

Bernd Oertwig (25:19)
Das war tatsächlich ein subjektives Gefühl. Es war akut. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich eine Lebensgefahr war. Ich hatte das nur so empfunden. Ich kriegte

Martina (25:30)
Hm?

Bernd Oertwig (25:31)
keine Luft. Ich konnte nicht atmen. kriegte keine Luft. Die Lunge war durch die Entzündung schwerst geschädigt. Und es blieb mir nicht anders übrig, als am nächsten Tag dann den Notarzt zu holen. Die brachten mich ins Martin Luther. In Martin Luther haben sie mich eine Woche lang mit Antibiotikern behandelt. Da kam auch ein großartiger Pneumologe aus dem Elisabeth noch mit dazu. Ein fantastischer Mann, der das auch noch mal, der mir das richtig lange und intensiv erklärt hat, was passiert denn da eigentlich und warum ist auch eine Herzklappe dann so wichtig und warum sollte dann jetzt möglichst alles in Ordnung sein, vor allen Dingen mit der Lungenentzündung. Und dann haben die großartigen Kolleginnen aus dem Martin Luther dann gesagt, hier können Sie jetzt leider nicht bleiben am besten. Sie gehen mal in eine Geriatrie Klinik und das war dann das vierte Krankenhaus in 13 Tagen. Und dann blieb ich dann 14 Tage, bis die gesagt haben, okay, jetzt können wir Ihnen was für Sie tun. Sehen Sie zu, dass Sie nicht wieder rumfallen und halten sich tapfer. Das war aber wichtig, diese 14 Tage Erholung nach so einer Lungenentzündung. Martina, das ist für einen Knaben, der keine voll funktionsfähige Lunge hat mit COPD und allem, ist das ziemlich blöd. Es hat ewige Wochen gedauert und ehrlich gesagt erst seit 14 Tagen, drei Wochen maximal fühle ich mich wieder so wie vorher, dass ich sagen kann, ok, hast eine Einschränkung, deine üblichen, mit denen ich lebe, aber es ist nicht mehr die Panik da .So eine Lungenentzündung verursacht auch Panik im Kopf.

Martina (27:09)
Wahrscheinlich auch, aber im Körper, denn der Körper ist wahrscheinlich auch immer auf Notfall eingestellt, wenn er nicht richtig Sauerstoff hat. es überträgt sich ja auch auf die Körperfunktion. Erklär mal ein bisschen, wie muss ich mir das vorstellen, wenn man nicht tief atmen kann? Wie ist das?

Bernd Oertwig (27:31)
Also es geht um Bewegungen. Es geht dabei um Bewegungen. Ich laufe zum Beispiel, wenn ich in meinen Supermarkt gehe, dann nehme ich mir Sausi mit. Sausi ist mein Ausdruck für den Rollator,

Martina (27:44)
Okay.

Bernd Oertwig (27:45)
weil Rollator klingt so alt. Dann nehme ich mir also meinen Sausi. Damit kann ich ganz leicht laufen. Ich komme auch relativ, für meine Verhältnisse, relativ weit. Ich kann mit meinem mit dieser Gehhilfe einmal so um den Block gehen hier bei mir. Das sind dann so für normale Leute zehn Minuten. Für mich ist es fast eine halbe Stunde, weil ich nicht schnell gehen kann. Ich kriege keine Luft. Dieses, das ist ein Phänomen, das natürlich auftaucht bei Bewegungen. Und bei mir taucht das eher auf, wenn ich laufe. Ich versuche auch hin und wieder Rad zu fahren. Da geht das leichter. Da komme ich einfach leichter durch die Gegend. Also keine Luft zu kriegen hat etwas mit Bewegungen zu tun. Und das hat dann auch folgende Auswirkungen. Du überlegst dir, was du machst, welche Schritte du nimmst, was du jetzt tatsächlich tust. Wenn ich nachher einkaufen gehe, gibt es etwas, was ich auf diesem Weg mitmachen kann, Müll runterbringen, wie auch immer. Also ich mache das nicht so wie früher, einfach…

Martina (28:57)
Hm.

Bernd Oertwig (28:57)
… aufstehen, losrennen. Mit aufstehen und losrennen ist nicht mehr, ich überlege ziemlich genau, was ich tue. Und ich bin dann auch schneller fertig auf der Bereifung. wenn du dann keine Luft hast, hängst du dann irgendwann in den Seilen.

Martina (29:11)
Naja klar, das ist völlig logisch. Ja, verstehe. Wenn du jetzt, wir reden gleich noch über Krankheit, aber jetzt würde ich gerne mal über so deine gesellschaftliches Leben reden. Es gibt ja wunderbare Kneipen und so als Journalist oder alter Journalist, erfahrener ist, sitzt man auch gerne mal in einer Kneipe. Wenn du jetzt in eine Raucherkneipe gehst, gehst du da überhaupt noch rein? Ist das was, was du aushalten kannst? Ist das dir zu gefährlich?

Bernd Oertwig (29:40)
Es ist mir zu gefährlich. Ich hatte bis vor einiger Zeit hier unten bei mir im Haus eine Bar. Eine wunderbare Bar. Aus irgendwelchen Gründen haben die jetzt dicht gemacht. Da war ich dann drin, aus lauter Neugierde. Ist aber eine Raucherbar. Und dann rauchen die da nicht irgendwelche dünnen kleinen Zigaretten oder so, sondern mit einem Humidor ihre , Cohiba, weiße Bar.

Martina (30:03)
Das hält ja schon jemand mit einer gesungen Lunde nicht aus.

Bernd Oertwig (30:08)
Also umdrehen. Tschüss, danke, Wiedersehen. Nein, also ich habe auch eine andere kleine Stammkneipe, in die ich hin und wieder gehe, in der auch geraucht werden darf. Da gehe ich dann rein, treffe mich mit Freunden, trinke zwei Apfelsaftschorlen und bin wieder verschwunden. Geht nicht. Also da…

Martina (30:23)
Hm. Hm.

Bernd Oertwig (30:25)
… achte ich schon drauf. Normalerweise aber findest du ja kaum noch etwas, wo geraucht werden darf. Ja, ich bin sehr zufrieden.

Martina (30:29)
Danke. Also für mich ist das super. Für mich ist das total super. Alleine schon, dass die Haare nicht mehr nach Rauch stinken und dass die Klamotten nicht mehr stinken. Also ich bin… wirklich sehr,

Bernd Oertwig (30:40)
Und die Klamotten?

Martina (30:42)
… sehr glücklich, dass ich davon befreit bin von meinem Umfeld als Passivraucherin. Sag mal jetzt, wie geht es deiner Lunge gerade eben jetzt?

Bernd Oertwig (30:55)
Also ich mache seit einiger Zeit, seit 14 Tagen etwa wieder Ärmchen werfen. Also darunter verstehe ich, dass ich mich morgens hinstelle und ein paar Turnübungen mache. Das habe ich eine ganze Weile nicht gemacht, weil es mir nicht so brüllend…

Martina (31:10)
Hm.

Bernd Oertwig (31:10)
… gut ging, weil ich da so keine Lust hatte. Dann habe ich auch keine Lust, obwohl das blöd ist, weil mein Lungen Doc und alle anderen sagen, beweg dich, beweg dich, beweg dich. Das ist das Einzige, was du bei COPD möglichst machen sollst. Laufen. Also habe ich das eine ganze Weile sein lassen und jetzt wieder angefangen. Und das ist ein so gigantisches Gefühl. Also es geht mir im Augenblick tatsächlich so passabel wie selten zuvor nach der OP. Das hat damit etwas zu tun, dass diese Bewegung, weiß ich nicht, ein bisschen die Lunge befreit auch. Und ich habe einfach keine Befürchtungen. Also ich mache schon ein paar Dinge hintereinander, die ich vorher in Abständen gemacht habe, weil es nicht ganz so prickelnd war. Von daher, das erscheint mir überhaupt das Wesentliche. Ich bin auch bei einer bei einer COPD Selbsthilfegruppe

Martina (32:10)
Ja, sehr gut.

Bernd Oertwig (32:11)
für Charlottenburg-Wilmersdorf. Die sitzen schräg gegenüber von der Deutschen Oper. Großartige Leutchen da drin vor allen Dingen. Da kannst du Fragen stellen. Ich, weil ich überhaupt keine Ahnung hatte. Da kannst du Fragen stellen und irgendjemand hat da eine Idee. Wo kann man was beantragen? Es gibt ja Inhalatoren. Macht es Sinn für mich, so einen Inhalator zu besorgen? Die erzählen mir, was ist das für ein Inhalator? Wie groß ist der? Was kostet der Tralala Hobsasa? Dann gehe ich zu meinem Lungen-Doc und sage, hören Sie mal, was halten Sie denn von einem Inhalator? Sagt er, nüscht, weil brauchen Sie

Martina (32:52)
Okay.

Bernd Oertwig (32:53)
noch nicht. Und erklärt mir, warum ich mit den Medikamenten, die ich nehme, gut über die Runden komme und gut aufgestellt bin. Also das macht diese Gruppe schon sehr…

Martina (33:05)
Ja, ja.

Bernd Oertwig (33:07)
… wertvoll für mich, weil auch so ganze anderer administrativen Kram mit Krankenkassen oder so, die wissen unglaublich viel freundlichen Menschen da.

Martina (33:15)
Es gibt eine Zahl, auf die du sehr stolz bist, 35 Prozent. Das hat, was hast du ja eben schon erzählt hast, mit deinem Lungenfunktionstest zu tun. Du hast das nämlich von 24 über 31 auf 35 Prozent gesteigert. Erklär mir bitte, was das bedeutet.

Bernd Oertwig (33:32)
Dass du Luft kriegst. Ich hab also, du gehst bei so einem Lumpen. Ja. Oder wenigstens 98. Also das ist normal. Ist nicht der Brille, oder? nee.

Martina (33:35)
Wie viel Prozent ist denn normal? 100? Okay. 35 Prozent ist ja dann... Nee. Aber immer noch besser als 24.

Bernd Oertwig (33:48)
So. Eindeutig. Gar keine Frage. Also du gehst in so eine Telefonzellenartige Kabine, dann klemmt dir ein Nasending drauf, dann pustest du in ein Apparat, da wird dann irgendwann eine Klappe fallen und dann kannst du nicht mehr richtig atmen. Also das erklären die dir da alles. Und was dabei rauskommt, ist, wie viel Lungenkapazität hast du? Und da war ich bei vor einem Jahr etwa, war ich bei 24 und beim letzten Mal im Herbst vergangenen Jahres war ich bei 31 und jetzt vor 14 Tagen oder so etwas war ich bei 35. Das heißt einmal die Aufnahme der Bewegung. Vor allen Dingen aber die neue…

Martina (34:31)
Hm?

Bernd Oertwig (34:32)
… Herzklappe haben etwas ausgemacht. Das heißt, da passiert etwas in der Lunge, die wird sich nie wieder aufbauen. Also 35, da bin ich vor Freude fast umgefallen und wollte den jungen angehenden Arzt, der da saß und mich getestet hat, fast umarmen, weil er einfach toll war. Das wird nicht immer so sein. Es wird auch irgendwann, da erklärt mir mein Doc schon, irgendwann werden sie vielleicht doch nur 30 Prozent wieder haben. Aber ich versuche durch diese Dinge, die ich tun kann, nämlich ordentlich meine Medikamente nehmen und mich zu bewegen, das im Rahmen zu halten. Und das in 35. Vielleicht komme ich auf 37. Das ist der Augenblick, wo ich unten ein Fest geben werde. Das ist doch keine Frage.

Martina (35:13)
Ja, bitte lad mich ein. Ich komme gerne vorbei. Der Krebs, der ist ja raus operiert worden. Das heißt, du hattest auch keine Chemotherapie.

Bernd Oertwig (35:25)
Nein, ich hatte weder Chemotherapie noch Bestrahlung, aber offen gestanden einen Riesenbammel. In der Folge der Lungenentzündung haben sie, ich gehe jetzt also alle halbe Jahre zur Krebsuntersuchung zum CT. Da hatte ich bislang immer ich wusste, da kommt nichts. Nach der Herzklappe haben Sie etwas festgestellt. Sie haben auf der Lunge ein paar Sachen festgestellt, die da eigentlich nicht hingehören. Der Doc meinte, ebenso wie mein Lungenarzt, meinte, es ist eher davon auszugehen, dass dies eine Folge der Lungenentzündung ist, das Gewebe da in irgendeiner Form noch angegriffen ist, eine Lungenentzündung, bis sie dann endgültig wieder raus ist, dauert eine kleine Ewigkeit. Aber sie kontrollieren es jetzt kürzer. Das heißt, ich habe im Oktober die nächste Untersuchung, den nächsten CT. um nachzusehen, ist das verschwunden. Ich gehe davon aus, dass es verschwunden ist, weil es eine andere Lösung nicht gibt. Und ich gehe auch davon aus, dass kein weiteres Karzinom sich irgendwo hinterrücks eingenistet hat. Allerdings, sind diese Augenblicke zwischen dem Du kommst aus dem Scanner wieder raus, ziehst Dich wieder an, setzt Dich draußen hin und dann kommt irgendwann eine halbe Stunde der Arzt und sagt, ich muss ihm mal was erzählen. Und dann gehst du da rein und sagst, ist alles in Ordnung. Aber diese halbe…

Martina (37:14)
Mhm.

Bernd Oertwig (37:15)
… Stunde, das ist etwas, wo ich jedes Mal sehr nachdenklich werde. Ich gerade nicht in Panik. Aber ich hätte gerne, dass der Status quo so bleibt, wie er ist. Ich brauche das nicht nochmal. Ich will das auch nicht nochmal. Und das wird auch nicht nochmal passieren.

Martina (37:33)
Ich bewundere dich unendlich für deinen Optimismus. Das ist wirklich eine sehr schöne Lebenseinstellung, ein toller Charakterzug. War das immer so? Warst du immer so ein durch und durch positiver Mensch, der auch Rückschläge, der an Rückschlägen gewachsen ist?

Bernd Oertwig (37:52)
Ja, und zwar aus einem einzigen Grund. Und der Grund war mein Elternhaus. Ich war ein Wunschkind und ich war für meine Mutter immer der Kronsohn. Und Kronsohne, passiert nichts im Leben. So einfach ist das. Und mit dieser Gewissheit, mit dieser Gewissheit lebe ich und davon und mein ganzes Leben. Das war immer so. Es passiert mir nie irgendetwas so Schlimmes, dass das Thema durch ist. Klar habe ich die Malaissen, aber ich komme damit klar. Ja, es wird auch das über die Bühne gehen und alles wird gut werden.

Martina (38:27)
Gibt es Tage, besonders gut sind? Ich frage deshalb, weil wir hatten ja temporär einen extrem heißen Sommer. Der Klimawandel wird uns alle begleiten. Das Klima verändert sich. Wir werden das öfter erleben. Es gibt Tage, die sind sehr feucht. Es gibt Tage, die sind sehr trocken und heiß. Das sind solche Tage, die selbst Menschen mit einer funktionierenden Lunge kaum ertragen können. Was machst du an solchen Tagen? Wie geht es dir an solchen Tagen?

Bernd Oertwig (38:56)
Wir haben heute, glaube ich, 23 Grad draußen. Das ist mein Turbowetter. Das ist das Größte überhaupt. Diese heißen Tage sind die absolute Hölle für mich. Ich habe dann auch noch eine Wohnsituation, die, sagen wir mal, nicht besonders prickelt ist. Meine ganzen Fenster gehen raus zur Ulandstraße und dort in eine Richtung. Mir scheint ab 1 Uhr mittags scheint mir die Sonne prall durch alle Fenster. Ich kann nicht mal einen Durchzug…

Martina (39:26)
Hm.

Bernd Oertwig (39:27)
… machen, weil es keinen Durchzug gibt. Die Zimmer liegen hintereinander. Wenn da draußen 35 Grad sind, habe ich hier drin 38. Ich verbringe meine Tage, die heißen Tage, zwischen einem Dyson und einem Ventilator. Da sitze ich. Und dann auch wieder ein Projekt meiner Ex-Ehefrau Eva, kommt die um Ecke und sagt, hier nimm das.

Martina (39:51)
Was ist das?

Bernd Oertwig (39:52)
Das sind diese legendären diese Tücher. Das sind diese Tücher, die in diesem Sommer überall gehypt worden ist bei Instagram oder wie auch immer. Die machst du nass, legst dir die den Hals. Bei mir sah das immer so bisschen kardinalsmäßig aus, weil ich mir auch die Farbe ausgesucht dann legst du das drauf und das ist tatsächlich eine erfrischende Geschichte. Das witzige an diesem Tuch ist, du musst nicht alle fünf Minuten rausrennen und das nass machen, sondern das wedelst du und dann ist es wieder kühl. Keine Ahnung, was die da machen. Dann wedelst du und dann ist es wieder kühl. Also damit habe ich zwischen Ventilator und Dycon gelegen und zwar tagelang.

Martina (40:27)
Hm.

Bernd Oertwig (40:29)
Da gehe ich nicht mal vor die Tür. Da draußen würde ich umfallen. Nein, also solche Witterungsbedingungen wie heute an diesem Tag, an dem wir beide miteinander reden mit 23 Grad draußen. Und das ist ganz entspannt und locker und es knallt keine Sonne. Das sind die Super Tage für COPDler mit ein bisschen weniger Lunge.

Martina (40:50)
Also das COPD ist im Grunde genommen im Moment schon das größere Problem in deinem Leben. Also der Lungenkrebs, hast du zur Seite gepackt. Jetzt ist das COPD, mit dem du einfach leben musst und was auch nicht besser werden kann. Die beiden arbeiten Hand in Hand. Verstehe.

Bernd Oertwig (41:03)
Die beiden arbeiten Hand in Hand. Die beiden arbeiten Hand in Hand und versuchen auszutesten, wie weit meine Fröhlichkeit geht. Aber ja, du hast recht. Die COPD ist natürlich das Wichtigste, weil das ist diese akute Geschichte. Ich weiß gar nicht. Also das würde mich schon interessieren. Ich weiß nicht, wie ich atmen würde oder was ich für ein Gefühl hätte mit der wenigeren Lunge, wenn ich keine COPD hätte. Also wie würde ich eigentlich atmen? Wäre das leichter? Ich nehme mal an, natürlich wäre…

Martina (41:39)
Na klar.

Bernd Oertwig (41:41)
… das leichter, weil all das, was die Lunge dann macht, kann sie locker und…

Martina (41:48)
Ja.

Bernd Oertwig (41:48)
… easy durchführen. Bei mir hemmt halt die COPD. Das würde mich schon mal interessieren, aber wahrscheinlich ist das so. Also von daher, es darf bitte keiner, nicht nur die heißen, wir werden immer die heiße Sommer haben, aber ich kann nichts.

Martina (42:00)
Verstehe, naja gut, du hast halt Lösungen gefunden. Ja, also im Grunde genommen ist das natürlich jetzt eine Sache, die dich für den Rest deines Lebens begleiten wird. Wenn du heute Leute auf der Straße siehst oder die rauchen, was denkst du? Denkst du da was oder denkst du nichts?

Bernd Oertwig (42:18)
Der ja, da denke ich jedes Mal auf sie mal. Weißt du, wenn ich Bücher lese, wenn ich ich Szenen in Büchern lese oder auch hin und wieder Filme sehe, wo dann jemand, wo beschrieben oder gezeigt wird, wie jemand auch denkt, war doch nett. Also hatte schon was. Aber…

Martina (42:33)
Ja.

Bernd Oertwig (42:39)
… ich komme ja nicht, ich komme natürlich nicht auf die Idee, das jeweils nochmal zu versuchen. Wenn die also ich habe einen Freund, der raucht auch, als wenn das morgen verboten

Martina (42:51)
Hm.

Bernd Oertwig (42:51)
würde. Und da mache ich mir dann Sorgen und sage ihm mal, du, ich kann dir mal gerne ein paar Fotos zeigen, wie das aussieht. Lass das mal vielleicht besser sein. Hat gar keinen Zweck. Das ist auch ein schwacher Mann, der nicht so diese Charakterstärke hat und sagen kann, ich höre auf, ist ja wahnsinnig schwer. Wer kann das schon? Also von daher, da mache ich mir dann Gedanken, wenn es mein ganz näheres Umfeld ist. Ansonsten. Könnt ihr alles tun und lassen, was ihr wollt. Ich gönne es Ihnen von Herzen. Genießt euren Zug.

Martina (43:22)
Bernie, es gab die allererste Zigarette in deinem Leben und wenn du jetzt einen Sprung machen könntest, vielleicht erinnerst du dich noch, wer die dir angeboten hat. meine, du hast ja sehr leidenschaftlich darüber gesprochen, dass eben Rauchen auch sehr viel Inspiratives hatte und dir auch gefallen hat und sexy war in deinem Leben und durchaus dazugehörte auch zum ganzen Image und Habitus und so weiter. Wenn das 18-jährige Bernd Kind eine Zigarette angeboten bekäme und du hättest die Chance zu sagen, lass mal lieber.

Bernd Oertwig (43:58)
Würde ich sofort lassen. Würde ich sofort lassen, weil die Einschränkungen später dann doch erheblich sind. Ich bedauere es nicht, wie gesagt, keine einzige Zigarette. Aber wenn mir jemand gesagt hätte, du wirst dann anschließend holen wie die Bassgeige irgendwo durch die Gegend laufen, dann hätte ich mir das wahrscheinlich überlegt. Du hast ein Wort eben noch benutzt, da würde ich gerne noch so einen Ton, sexy. Ich meine, der COPD-ler mit dem "appen" Herzen hat natürlich auch ein leise eingeschränktes Liebesleben. Ich will das mal in dieser Deutlichkeit hier sagen. Diese Turnübungen der 20er, 30er, 40er Jahre, die finden nicht mehr statt. Dafür die heitere Gelassenheit des nach Luft schnappenden, die wunderbar sein kann. Aber auch das gehört mit zum Leben und auch das gehört so dazu, dass ich damit ebenfalls zurechtkomme. ist auch wichtig. Es ja eine kleine Rande, denkt ja keiner dran. Alle denken immer daran, die Mülleimer runterzubringen. Nein, es geht ja auch Körperlichkeit in dieser Beziehung.

Martina (45:10)
Vielleicht ist dieses letzte Argument das Ausschlaggebende, wenn uns jemand hört, der überlegt seine erste Zigarette zu rauchen und es lieber zu lassen. Denn es wird auch schwieriger im Bett.

Bernd Oertwig (45:24)
Das ist gar keine Frage und irgendwann ja, dann lass es lieber sein. Kannst du natürlich sagen, ich rauche so lange, bis ich aus dem Bett falle. Rauchen Sie…

Martina (45:33)
Ach Bernie!

Bernd Oertwig (45:35)
… die Asche, hier runterfällt, könnte Ihre eigene sein.

Martina (45:36)
Bernd Oetwig, ich danke dir sehr für deine Ehrlichkeit, deine offenen Worte, für das Gespräch. Du hast gelernt, mit deinem COPD zu leben. Du hast Lungenkrebs, Lungenemphysemen, eine schwere Lungenentzündung hattest du und du hast eine Herz-OP hinter dir. Und trotzdem bist du, auch du weißt auch, dass das Leben jetzt anders ist, aber trotzdem hast du eine so erfrischende Art, da können glaube ich viele von dir eine Scheibe abschneiden.

Bernd Oertwig (46:06)
Ich danke dir vor allen Dingen für dieses Gespräch. weil es, wenn die Menschen da draußen das sehen, hallo, Tag, dann sollte das auch dazu dienen, ihnen deutlich zu machen, dass es alles furchtbar. Lungen-OPs sind furchtbar, Lungenkrebs ist entsetzlich, COPD ist nicht mal im Ansatz witzig, aber es gibt immer noch eine winzige Chance, damit umzugehen. Es gibt immer noch eine Spur, dass in den Griff zu kriegen, auch für sich selber. Und wenn es das nicht mehr gibt, dann hoffe ich, dass genug Familie drum herum ist und streichelt und sich bekümmert.

Martina (46:45)
Manchmal merkt man erst, selbstverständlich oder wie kostbar das Selbstverständliche ist, wenn es eben nicht mehr selbstverständlich ist. Ich danke dir sehr. Das war der erste Teil von Warum ich? im Gespräch mit Bernd Oetlich, der Mann mit den zwei Brillen. Wenn Sie ihn mal irgendwo in Wilmersdorf-Charlottenburg auf der Straße sehen, sprechen Sie ihn ruhig an. Er schreibt auch wunderbare Kolumnen für das Kiez-Magazin. Und wir freuen uns sehr. Wenn ihr uns hört, liked, teilt, abonniert, ihr könnt uns bei YouTube anschauen, dann mit Bild oder ihr könnt uns überall hören, da wo es Podcasts gibt. Und in der nächsten Folge sprechen wir dann mit einem Experten, weil wir haben ja sehr viele Leute gehört. Wir haben über Lungenkrebs gesprochen, über COPD. Wir wollen wissen, merkt man Lungenkrebs überhaupt, wenn er im Körper entsteht? Wie wichtig ist ein Screening? Was kann man machen, wenn man wirklich krank ist? Welche Möglichkeiten haben Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten? Heute einen zu retten. Ist das das richtige Wort? Retten, Bernd?

Bernd Oertwig (47:52)
Ja, ja, oder wenigstens zu helfen. Zu helfen, also retten ist schwierig, aber sie können dir helfen, einen Weg zu gehen, der nicht ganz so einfach ist.

Martina (48:02)
Damit sage ich Tschüss, bedanke mich und freue mich aufs nächste Mal. Tschüss.

Bernd Oertwig (48:06)
Vielen Dank Dir!