Therapie bei chronischen Schmerzen
Chronische Schmerzen über mehrere Monate oder Jahre verändern viele Lebensbereiche. Familie, Freunde, Beruf, Mobilität und die selbständige Versorgung werden von den Schmerzen in Mitleidenschaft gezogen.
Sie suchen jetzt eine Anlaufstelle, die Ihnen hilft, mit Ihren Schmerzen besser zurechtzukommen? Wir möchten Ihnen helfen, Ihre Schmerzen zu bewältigen und Ihre Lebensqualität wieder zu verbessern. Wir möchten helfen, Ihr Leben wieder aktiv zu gestalten.
Multimodale Schmerztherapie
Wenn Sie bereits über viele Monate oder gar Jahre unter Schmerzen leiden, Ihre Lebensqualität oder Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt sind, weitere Erkrankungen vorliegen und/oder eine medikamentöse Umstellung beziehungsweise ein Entzug nötig sind, wird eine multimodale Schmerztherapie empfohlen.
Vielleicht haben Ihre bisherigen Behandler*innen auch schon sehr viele Behandlungsansätze bei Ihnen versucht und Ihnen jetzt empfohlen, eine spezielle Schmerzbehandlungseinrichtung aufzusuchen.
Wir sind ein erfahrenes Team aus Schmerzmediziner*innen, Orthopäd*innen, Gynäkolog*innen, Psycholog*innen, Physiotherapeut*innen, Kunsttherapeut*innen, das mit Ihnen zusammen persönliche und erreichbare Ziele erarbeitet. Dafür arbeiten wir direkt im Team zusammen und erstellen ein individuelles Behandlungsprogramm. Dabei geht es um langfristig haltbare Erfolge, orientiert an Selbstbestimmung und Lebensqualität.
Dazu bieten wir Ihnen einen einen kürzeren Aufenthalt von 8 bis 10 Tagen oder einen längeren Aufenthalt von 15 bis 19 Tagen in unserer Schmerzklinik an, der je nach Bedarf nach etwa sechs Monaten durch einen erneuten Aufenthalt („Boosterwoche“) aufgefrischt werden kann.
Anmeldung: Wie kommen Sie in die Schmerztherapie?
Sie können sich unter der Telefonnummer 030 8955-3575 anmelden.
Wir vereinbaren mit Ihnen einen Termin für ein Vorgespräch. Dieses kann, wenn Sie weit entfernt wohnen, auch telefonisch stattfinden.
Zu diesem Termin benötigen wir eine Krankenhauseinweisung für „stationäre multimodale Schmerztherapie“ Ihres*Ihrer behandelnden Ärzt*in und die Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse.
Vorab bekommen Sie von uns Fragebögen zugeschickt, die Sie bitte ausgefüllt zum Vorgespräch mitbringen.
Im persönlichen Vorgespräch nimmt sich ein Team erfahrener Behandler*innen mehrere Stunden Zeit, Ihre Problematik genau zu erfahren, bisherige Befunde zu sichten und einen gemeinsamen für Ihren Krankenhausaufenthalt zu erarbeiten.
Unsere Schwerpunkte
- Rückenschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Nervenschmerzen (z. B. Post-Zoster-Neuralgie, Phantomschmerz, Polyneuropathien)
- komplexes regionales Schmerzsyndrom - CRPS (Morbus Sudeck)
- Fibromyalgie Syndrom
- Gesichts- und Kopfschmerzen (z. B. Migräne, Trigeminusneuralgie)
- Schmerzen bei seelischem Stress
- Tumorschmerzen, Schmerzen nach Chemotherapie/Bestrahlung
- Medikamentenentzug/Medikamentenumstellung
- Akutschmerztherapie
- chronische Unterbauchschmerzen bei Endometriose oder Verwachsungen (multimodale stationäre Schmerztherapie)
- Infiltrationen
Unser Leistungen
Ein Team aus Fach- und Oberärzt*innen ist für Sie da: spezielle Schmerztherapie (Anästhesie), Orthopädie, Gynäkologie, Hand- und Fußchirurgie - bedarfsweise auch Innere Medizin, Neurologie, plastische Chirurgie, Allgemeinchirurgie, Radiologie.
Die Grunderkrankung spielt bei der Schmerztherapie eine wesentliche Rolle. Sie sollte im Wesentlichen abgeklärt und behandelt sein, bevor die stationäre Schmerztherapie beginnt, damit man sich auf die Schmerzbehandlung konzentrieren kann.
Ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie sind Medikamente. Bei chronischen Schmerzen ist die Wirksamkeit der Schmerzmittel jedoch geringer als bei Schmerzen beispielsweise nach Operationen oder Verletzungen. Auch sind hier die Infusionen, Spritzen und Regionalanästhesieverfahren langfristig nur in sehr wenigen Fällen wirksam und anzuraten. Wir bieten invasive Verfahren an, für die es einen Nachweis in wissenschaftlichen Studien gibt.
Die Physiotherapie besitzt eine herausragende Rolle in der Schmerztherapie. Sie findet in unserem Haus als Einzel- und Gruppentherapie statt und bietet den Patient*innen zahlreiche Möglichkeiten, ihre Schmerzen aktiv zu beeinflussen und eine eingeschränkte Lebensqualität zu verbessern. Über tägliches Reconditionierungstraining und individuelle Übungen können Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit verbessert werden.
Schmerzpsychotherapie wurde für Menschen, die unter den körperlichen und seelischen Folgen andauernder Schmerzen leiden, entwickelt.
Schmerzpsychotherapie kann Ihnen helfen, einen neuen Umgang mit dem Dilemma des Schmerzes zu finden, Lebensqualität, persönliche Ziele und Werte neu zu entdecken. Dieser Ansatz kann Ihnen helfen, den Schmerz mit seinen Symptomen, Ursachen und Auswirkungen auf Ihr Leben besser zu verstehen und das die Schmerzen verursachte Leiden zu verringern.
Die psychologische Schmerztherapie kann einzeln und in kleinen Gruppen erfolgen. Besonders Programme zur sogenannten Schmerzbewältigung bieten sich an, um vom gegenseitigen Verständnis zu profitieren und Mechanismen der Krankheit zu erkennen.
Plastisches Gestalten, Musikalische Therapie, Kunsttherapie nach individuellen Bedürfnissen
Kunsttherapie ist eine wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Therapieform. Materialien und Ausdrucksformen der bildenden Kunst, unter anderen Kreativitätstechniken, ebenso Entspannungsverfahren und der Einsatz von Musik/ Klang dienen dazu, inneren Bildern Ausdruck zu verleihen. Der Gestaltungsprozess und das Werk bieten dialogische Bezugspunkte, die einen tieferen Zugang zum Schmerz- und Heilungsgeschehen ermöglichen können. Gemeinsam wird ein individuelles und leicht umsetzbares Kreativitätskonzept erarbeitet, mit dem der*die Patient*in, nach dem stationären Aufenthalt, weiterarbeiten kann.
Das Pflegepersonal arbeitet eng mit einem Team von Ärzt*innen, Psycholog*innen, Physiotherapeut*innen und Kunsttherapeut*innen zusammen. Unser Ziel ist es, unsere Patient*innen zu ermutigen, eigene Wege im Umgang mit chronischen Schmerzen zu finden und körperlich aktiv zu werden. Wir stehen als Ansprechpartner*innen „rund um die Uhr“ zur Verfügung. Unsere Beobachtungen und Gespräche liefern den behandelnden Ärzt*innen wichtige Informationen, was die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie betrifft.
Hierzu berät Sie unser Sozialdienst.
Bei schwer beherrschbaren, länger andauernden Schmerzen aufgrund von Endometrios bietet Ihnen unsere Schmerzklinik in Zusammenarbeit mit dem Endometriosezentrum unserer Frauenklinik eine stationäre Schmerztherapie bei Endometriose an.
Was erwartet Sie bei unserer stationären Schmerztherapie?
Unser Ziel ist es, im Rahmen unserer multimodalen Schmerztherapie Ihre Lebensqualität zu verbessern und den Umgang mit Endometriose zu erleichtern.
Im Vorfeld findet eine vorstationäre, interdisziplinäre Untersuchung statt, in die unsere Gynäkologie, die ärztliche Schmerztherapie sowie unsere Physio- und Psychotherapie eingebunden sind.
Die stationäre Schmerztherapie bei Endometriose wird entweder für 8 bis 10 Tage oder für 15 bis 19 Tage geplant. Diese umfasst folgende Bausteine:
- tägliche ärztliche Visiten (Schmerztherapie oder Gynäkologie)
- pflegerische Betreuung
- Physiotherapien einzeln und in der Gruppe
Die Physiotherapie bei Endometriose umfasst spannungsregulierende Maßnahmen für den Beckenboden sowie allgemeine Mobilisierungstechniken und schmerzreduzierende Ansätze. Hierzu zählen zum Beispiel individuell abgestimmte myofasziale und viszerale Behandlungsmethoden sowie in der Gruppe Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson). - psychologische Gespräche einzeln oder in der Gruppe
Die psychologischen Gespräche bieten Ihnen Raum, um Themen zu besprechen, die Ihnen im Zusammenhang mit Endometriose wichtig sind. Dies kann ein unerfüllter Kinderwunsch sein oder die eigene Körperwahrnehmung und -akzeptanz. Die Gespräche können Sie unterstützen, einen Umgang mit den Folgeerscheinungen der Erkrankung zu erarbeiten und Veränderungen des Selbstbildes zu bewältigen. Im Rahmen der psychologischen Therapie werden unter anderem subjektives Erleben, Leidensdruck, Bewertung der Erkrankung sowie die Auswirkungen auf alle Lebensbereiche besprochen und einer aktiven Auseinandersetzung zugeführt. - Kunsttherapie
Unsere Kunsttherapie für Endometriose-Betroffene beinhaltet meditatives Werken und Klangtherapie zur Entspannung, einfache Kreativitätstechniken, um das eigene Potenzial zu entdecken und aus der Muße Kraft zu schöpfen sowie eine individuelle Förderung in Kleingruppen, um Lebensfreude, Humor und positive Gefühle zu wecken. - ärztliche Besprechungen zu Medikamenten und Schmerzchronifizierung, Optimierung von medikamentösen Therapien bei Endometriose
- Ernährungsberatung bei Endometriose
- Unterstützung durch den Sozialdienst
Die Bedürfnisse und Herausforderungen der von Endometriose betroffenen Frauen unterscheiden sich oft von Menschen, die aufgrund anderer Erkrankungen an chronischen Schmerzen leiden. Deshalb organisieren wir die Behandlung in eigenen Endometriose-Gruppen (Endometriose Peer Groups).
Anmeldung:
Frauenklinik, Endometriosezentrum
Sekretariat
Doris Schulze
Gesetzlich Versicherte Telefon 030 8955-3352
Privatversicherte Telefon 030 8955-3311
endometriose.martin-luther(at)jsd.de
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie / Schmerzklinik
Sekretariat
Marion Flächsner, Seher Cadirci, Bettina Coerds
Telefon 030 8955-3575
schmerzklinik.martin-luther(at)jsd.de
Sprechstunde, prästationär
Sprechstunde bei Rücken- und Gelenkschmerzen
Martin Luther Krankenhaus - Caspar-Theyß-Straße 27-31, 14193 Berlin
Oberarzt Lars Kirstein
Sprechstunden erfolgen nur nach telefonischer Voranmeldung.
Terminvereinbarung
Sprechzeiten
| Freitag | 09:00–13:00 Uhr |
Kontakt
















