Menschen mit Demenz sind häufig auf vertraute Bezugspersonen, bekannte Abläufe und ein orientierungsgebendes Umfeld angewiesen. Deshalb setzen wir uns unter anderem durch die Stärkung interdisziplinärer Netzwerkarbeit und die Sensibilisierung von Mitarbeitenden für demenzsensible Abläufe in der palliativen Krankenhausversorgung ein.
Im Rahmen des Projektes „HoPaK“ (Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung von vulnerablen Patient*innengruppen, insbesondere im Krankenhaussetting) werden die Übergangsprozesse zwischen ambulanter und stationärer Versorgung betrachtet und Verbesserungspotentiale identifiziert.
Durch die Entwicklung und Anwendung von Bildungsformaten sowie die Intensivierung bestehender Netzwerkarbeit werden möglichst reibungslose Aufnahme- und Entlassprozesse ermöglicht, die den besonderen Bedürfnissen und Bedarfen dieser Patient*innengruppe gerecht werden.
Vernetzungsarbeit
Im Rahmen dieses Arbeitsschwerpunktes soll im Besonderen die sektorenübergreifende palliative / hospizliche Hand-in-Hand-Versorgung von Menschen mit dementiellen Erkrankungen vorangetrieben werden. Dazu benötigt werden vor allem Konzepte für das Schnittstellenmanagement (Fokus: Informationsaustausch bzw. Kommunikation) mit Benennung und Etablierung von Ansprechpersonen.
Was wir in diesem Kontext konkret tun:
- Austausch mit den Netzwerken zur Hospiz- und Palliativversorgung bzgl. Überleitungsprozessen zum/ vom Krankenhaus und Versorgung im Krankenhaus der Betroffenen (z.B. HPN oder GPV Spandau)
- Abstimmung mit den Koordinator*innen der regionalen Palliativ- und Hospiznetzwerke zur bezirklichen Netzwerkbildung mit dem Ziel der Versorgungskette
- Voraussichtlich ab Herbst 2026: Ausrichtung einer berlinweiten, interprofessionellen Arbeitsgruppe (Austauschformat „Berliner Forum – Vernetzte Versorgung von Menschen mit Demenz am Lebensende)
Austauschformat „Berliner Forum"
Voraussichtlich im Herbst 2026 startet das Austauschformat „Berliner Forum – Vernetzte Versorgung von Menschen am Lebensende“ mit dem Ziel, die Versorgungskette für dementiell Erkrankte im palliativen Setting zu verbessern. Im Fokus steht dabei die Schnittstelle Aufnahme- / Entlassmanagement bei Krankenhausaufenthalten.
Es handelt sich um ein Fachgremium mit Vertreter*innen aus den Bereichen: Krankenhaus, Hospiz, Pflegeeinrichtungen, ambulante Versorgung, Angehörige & Fachgesellschaften.
Gemeinsam werden notwendige Maßnahmen herausgearbeitet und deren Umsetzung angestoßen. Für die Praxis relevante Konzepte, Tools oder Handlungsleitfäden werden die Mitglieder gemeinsam erarbeiten und nach einer Pilotierung evaluieren. Fallbesprechungen finden bei Bedarf statt.
Bildungsarbeit
Zentrale Grundlage dieses Projektschwerpunktes ist im Besonderen die Wissens- und Akzeptanzförderung im Umgang mit dementiell Erkrankten in der palliativen und hospizlichen Versorgung. Sowohl Mitarbeitende aus dem Bereich der Pflegeeinrichtungen als auch aus dem Krankenhausbereich werden für die Bedürfnisse der Betroffenen sensibilisiert.
Curriculum zur Palliativen Versorgung von Menschen mit Demenz
In Zusammenarbeit mit Pflegedienstleitenden aus den Bereichen Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen, Fachärzt*innen für Palliativmedizin und Geriatrie sowie GVP-Berater*innen wurde 2025 im Rahmen des HoPaK-Projektes das Curriculum zur Palliativen Versorgung von Menschen mit Demenz entwickelt. Die Intention ist, bei den Mitarbeitenden ein gemeinsames Verständnis zu den Themen Palliativversorgung und Dementielle Erkrankungen zu schaffen und die Vernetzung untereinander zu stärken.
An zwei Kurstagen (auf sechs Monate verteilt) werden die o. g. Themen inhaltlich behandelt und gleichzeitig eine gegenseitige Sensibilisierung von Mitarbeitenden verschiedener Bereiche angestrebt. Jeweils eine Pflegeeinrichtung und ein Krankenhaus, die nah beieinander verortet sind, richten die Schulung gemeinsam aus. Dadurch lernen die Teilnehmenden zum einen die räumlichen Bedingungen der jeweils anderen Institution kennen und zum anderen erfolgt eine unmittelbare Vernetzung.
Die Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit in Bezug auf Aufnahme- und Entlassprozesse werden beleuchtet und eventuelle Stolpersteine beseitigt. Es werden Ansprechpersonen und Handlungspfade erarbeitet.
Das besondere an diesem Format: Nach Durchführung des Curriculums hat man nicht nur eine Kompetenzerweiterung von Mitarbeitenden, sondern zudem eine konkrete Verbesserung der Kooperation beider Häuser erreicht. Die Ergebnisse tragen also wesentlich zur Verbesserung der palliativen Versorgung von Menschen mit Demenz bei.
Nach Durchführung beider Kurstage kann darauf aufbauend - im Rahmen eines Kooperationsvertrages - z. B. die gegenseitige regelmäßige Teilnahme an interdisziplinären Teamsitzungen erfolgen. So wird die Kontinuität der erreichten Verbesserung gesichert.
Für Sie zum Download
Curriculum | PDFpdf · 452 KBCurriculum zur Palliativen Versorgung von dementiell Erkrankten
Gesundheitliche Versorgungsplanung | PDFpdf · 406 KBInfoblatt Gesundheitliche Versorgungsplanung (Stand: März 2026)
Das Projekt „HoPaK“ fördert seit 2024 die sektorenübergreifende palliative bzw. hospizliche Hand-in-Hand-Versorgung – dabei liegt der Fokus auf Menschen mit Demenz, Menschen mit Behinderung sowie Inhaftierte und Haftentlassene. „HoPaK“ wird von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege gefördert.
„HoPaK“ (Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung von vulnerablen Patient*innengruppen, insbesondere im Krankenhaussetting)

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