Welche Befunde von Plazenta und Nabelschnur sind im Praxisalltag relevant? Wann geben sie Hinweise auf genetische Zusammenhänge? Welche Veränderungen lassen sich histopathologisch erkennen – und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Schwangerschaftsbetreuung und Geburt?
Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der 5. perinatologische Austausch des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau am 7. Oktober 2026 in der Zitadelle Spandau. Mit rund 60 Teilnehmer*innen verzeichnete der Austausch wieder eine hohe Resonanz. Das Programm führte durch verschiedene Perspektiven auf Plazenta und Nabelschnur und machte deutlich, wie eng Diagnostik, Befundbewertung und geburtshilfliche Entscheidungen miteinander verbunden sind.
Den Auftakt machte Dr. med. Annett Lusky-Geißler mit einem praxisnahen Blick auf die Beurteilung von Plazenta und Nabelschnur. Damit stand unmittelbar die Frage im Raum, welche Befunde im Rahmen der Schwangerschaftsbetreuung relevant sind und wann eine weiterführende Abklärung erforderlich wird.
PD Dr. rer. nat. Markus Stumm ergänzte diese Perspektive um die genetische Einordnung von Auffälligkeiten an Plazenta und Nabelschnur. Anschließend zeigte PD Dr. med. Kathrin Hauptmann aus histopathologischer Perspektive, welche Informationen die Plazenta über Schwangerschaftsverläufe und mögliche Erkrankungen liefern kann.
Den Blick auf seltenere Konstellationen richtete Prof. Dr. (CN) Weijng Li. Im Anschluss ging Nina Axnick auf das konkrete Geburtsmanagement bei Plazenta praevia und Vasa praevia ein.
Besonders praxisnah wurde es bei den anschließenden Fallvorstellungen aus Praxis und Klinik: Anhand einer Nabelschnurthrombose und einer Plazenta increta wurden konkrete klinische Situationen vorgestellt und gemeinsam diskutiert.
Gerade die Verbindung der unterschiedlichen Fachperspektiven machte den Abend besonders. Niedergelassene Ärzt*innen, Kolleg*innen aus der Pränatalmedizin, Genetik, Pathologie und Geburtshilfe und Hebammen brachten ihre unterschiedlichen Erfahrungen zusammen und diskutierten, wie auffällige Befunde eingeordnet und die nächsten Schritte sinnvoll abgestimmt werden können.
Im Anschluss wurde der fachliche Austausch bei einem Get together in den historischen Gewölben der Zitadelle fortgesetzt.
Wir bedanken uns bei allen Referent*innen sowie bei den rund 60 Teilnehmer*innen für die ausgesprochen große Resonanz und die lebhaften Diskussionen. Der nächste perinatologische Austausch findet am 20. Januar 2027 zum Thema „Schwangerschaft und Adipositas“ statt.
Programmübersicht
- Begrüßung: Nina Axnick, Leitende Oberärztin Geburtshilfe, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
- Plazenta und Nabelschnur – Worauf schaue ich im Praxisalltag? Dr. med. Annett Lusky-Geißler, Frauenarztpraxis in Berlin Haselhorst
- Plazenta und Nabelschnur – die genetische Perspektive: PD Dr. rer. nat. Markus Stumm, Medicover Genetics Berlin
- Plazenta und Nabelschnur – die histopathologische Perspektive: PD Dr. med. Kathrin Hauptmann, Oberärztin für Paidopathologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Plazenta und Nabelschnur – seltene pränatale Diagnosen: Prof. Dr. (CN) Weijng Li, Oberärztin und Leitung Pränatalmedizin, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
- Plazenta praevia und Vasa praevia – Geburtsmanagement bei Plazenta- und Nabelschnuranomalien: Nina Axnick, Leitende Oberärztin Geburtshilfe, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
- Fallvorstellungen aus Praxis und Klinik mit Diskussion
- 1. Fall | Nabelschnurthrombose: Claudia Schiele, Ärztin Geburtshilfe, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
- 2. Fall | Placenta increta: Karlotta Liebelt, Ärztin Geburtshilfe, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
- Schlusswort: Nina Axnick, Leitende Oberärztin Geburtshilfe, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
Über das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau
Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau, ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Das 1947 gegründete Notfallkrankenhaus umfasst neun Fachabteilungen, vierzehn medizinische Zentren und 518 Betten. Jährlich versorgen wir rund 22.000 Patient*innen stationär und weitere 70.000 Patient*innen ambulant.
Die Behandlungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Altersmedizin, Brustkrebs / Brustrekonstruktion, Chronische Wunden, Gefäßerkrankungen, Gelenke und künstlicher Gelenkersatz, Herz, Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie und –urologie, Krebs, Magen / Darm, Rücken, Schwangerschaft und Geburt sowie Sport und Unfälle.
Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau betreibt drei Fachschulen: die Reha-Akademie Berlin für Physiotherapeut*innen, die Schule für Ergotherapie sowie gemeinsam mit dem Martin-Luther-Krankenhaus die Gesundheitsfachschule Berlin. Diese fungieren auch als Ausbildungsstätte des Krankenhauses.
Über die Johannesstift Diakonie
Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:
- Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
- Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
- Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
- Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
- Arbeit, Beschäftigung und Soziales
- Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
- Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen






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