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Von der Pflegeausbildung zu Berlins beliebtester Pflegefachkraft

Quereinsteiger*innen in die Pflegeausbildung? Doran Muchas Weg zeigt, was beim Neustart hilft und welche Möglichkeiten danach offenstehen.

Erwachsene Frau hält bei einer Berufsberatung eine Informationsbroschüre zur Pflegeausbildung in den Händen.

Noch einmal eine Ausbildung beginnen? Doran Muchas Weg zeigt, was beim späten Einstieg in die Pflege wichtig wird und welche Möglichkeiten danach offenstehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Pflegeausbildung kann auch nach mehreren Berufsjahren ein sinnvoller Neustart sein.
  • Frühere Erfahrungen im Umgang mit Menschen können Ihnen beim Einstieg helfen, auch wenn sie aus einem anderen Beruf stammen.
  • Prüfen Sie vorab, welche schulischen Voraussetzungen Sie erfüllen und wie sich Ausbildung, Alltag und Einkommen verändern.
  • Die verschiedenen Praxiseinsätze helfen Ihnen herauszufinden, welcher Bereich der Pflege zu Ihnen passt.
  • Nach dem Examen können Sie arbeiten, sich spezialisieren oder später ein Pflegestudium beginnen.

Sie haben bereits einige Jahre gearbeitet. Vielleicht verdienen Sie nicht schlecht und kennen Ihren beruflichen Alltag genau. Trotzdem fragen Sie sich, ob Sie noch einmal neu anfangen möchten.

Eine Ausbildung bedeutet in dieser Situation mehr als einen Berufswechsel. Sie kehren in den Unterricht zurück, müssen sich auf Prüfungen vorbereiten und Ihren Tagesablauf neu organisieren. Möglicherweise sinkt zunächst auch Ihr Einkommen. Gleichzeitig bringen Sie etwas mit, das jüngere Auszubildende erst noch entwickeln müssen: Berufs und Lebenserfahrung.

Doran Mucha kannte diese Fragen. Bevor er eine Pflegeausbildung begann, hatte er bereits in verschiedenen Bereichen gearbeitet. In den Niederlanden begleitete er Menschen mit Beeinträchtigungen. Später zog er nach Berlin und arbeitete in der Gastronomie und im queeren Nachtleben.

Für den Einstieg in die Pflege musste er einen Deutschkurs besuchen und seinen mittleren Schulabschluss nachholen. Die Umstellung fiel ihm schwer. Einige Jahre später wurde er von einem ehemaligen Patienten für den Wettbewerb „Deutschlands beliebteste Pflegeprofis“ nominiert und zum Landessieger Berlin gewählt.

Sein Weg zeigt nicht, dass eine Pflegeausbildung für alle Menschen automatisch die richtige Entscheidung ist. Er zeigt aber, welche Fragen bei einem späteren Einstieg wichtig werden können.

Doran Mucha über seinen Weg zur Pflegeausbildung

Doran Mucha spricht im Podcast “Warum nicht?! Karriere mal anders” in der Folge „Vom Berliner Nachtleben zum beliebtesten Pflegeprofi“ mit Podcast-Host Maxime Miossec über seinen späteren Einstieg in die Pflege, die Umstellung auf das Lernen, seine Praxiseinsätze und seinen Entschluss, Bachelor of Nursing zu studieren.

Videopodcast: Pflegeausbildung mit 30 Jahren

Kann man auch mit 30 noch eine Pflegeausbildung beginnen?

Ja. Doran begann seine Ausbildung nicht direkt nach der Schule. Er hatte bereits lange gearbeitet und sich an einen völlig anderen Lebensrhythmus gewöhnt.

Der Wunsch nach einem anerkannten Abschluss in der Pflege war schon früher vorhanden. In den Niederlanden hatte er ungefähr zehn Jahre Menschen mit Beeinträchtigungen begleitet, allerdings ohne eine entsprechende Berufsausbildung. Der Umzug nach Berlin verschob seine Pläne zunächst weiter.

Sein Beispiel macht deutlich: Ein später Ausbildungsstart bedeutet nicht, dass Sie bei null beginnen. Sie bringen bereits Erfahrungen, Routinen und Kenntnisse über sich selbst mit. Entscheidend ist, welche davon Ihnen im neuen Beruf helfen.

Fragen Sie sich deshalb nicht nur, was Ihnen für die Pflegeausbildung noch fehlt. Prüfen Sie auch, was Sie bereits mitbringen:

  • Können Sie gut mit unterschiedlichen Menschen umgehen?
  • Bleiben Sie ansprechbar, wenn jemand unsicher oder auf Unterstützung angewiesen ist?
  • Haben Sie in Ihrem bisherigen Beruf Verantwortung übernommen?
  • Können Sie zuhören und verständlich erklären?
  • Wissen Sie, warum Sie in die Pflege wechseln möchten?

Solche Erfahrungen ersetzen keine fachliche Ausbildung. Sie können Ihnen aber helfen, sich im neuen Beruf zu orientieren und eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Welche Voraussetzungen sollten Quereinsteiger*innen prüfen?

Bevor Sie Ihre bisherige Arbeit aufgeben, sollten Sie klären, ob Sie die schulischen und sprachlichen Voraussetzungen für die Pflegeausbildung erfüllen.

Doran musste in Berlin zunächst einen Deutschkurs besuchen und den mittleren Schulabschluss nachholen. Erst danach konnte er seine damalige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege beginnen.

Die heutige Ausbildung führt zur Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Ein mittlerer Schulabschluss ist ein direkter Zugangsweg. Je nach bisherigem Bildungsweg kann der Einstieg auch über eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung oder eine Qualifikation in der Pflegeassistenz möglich sein. Die genauen Voraussetzungen sollten Sie immer bei der jeweiligen Pflegeschule prüfen.

Eine ausführliche Übersicht zu Zugang, Dauer, Ausbildungsinhalten und Bewerbung finden Sie im Beitrag „Ausbildung zur Pflegefachkraft in Berlin“:

Link zum Beitrag Ausbildungsmöglichkeiten Pflegefachkraft

Das konkrete Ausbildungsangebot der Johannesstift Diakonie finden Sie auf der Seite zur Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann:

Link zu Ausbildungsschulen

Prüfen Sie diese Voraussetzungen möglichst früh. So vermeiden Sie, dass fehlende Unterlagen oder ein noch nicht anerkannter Abschluss Ihren Ausbildungsstart verzögern.

Was verändert sich, wenn Sie nach mehreren Berufsjahren wieder eine Ausbildung machen?

Der Wechsel zurück in eine Ausbildung betrifft nicht nur den Arbeitsplatz. Er verändert häufig den gesamten Alltag.

Doran kam aus der Gastronomie und dem Berliner Nachtleben. In der Pflegeausbildung musste er sich an frühes Aufstehen, feste Zeiten, theoretischen Unterricht und praktische Verantwortung gewöhnen. Den Anfang beschreibt er als sehr schwierig.

Gerade für ältere Quereinsteiger*innen können vier Veränderungen wichtig werden.

Unterricht, Praxiseinsätze und Schichtzeiten geben den Alltag vor. Spontane Arbeitszeiten oder langjährige private Routinen lassen sich möglicherweise nicht beibehalten.

Eine Pflegeausbildung besteht nicht nur aus praktischer Arbeit. Sie müssen fachliche Inhalte verstehen, Prüfungen bestehen und lernen, Pflege zu planen und zu dokumentieren.

Doran erhielt während seiner Ausbildung die Diagnose einer ADHS. Sie half ihm, frühere Schwierigkeiten beim Lernen neu einzuordnen. Diesen Aspekt seiner Geschichte vertieft der Beitrag „ADHS in der Pflegeausbildung“.

Link zum Beitrag “Pflegeausbildung mit ADHS”

Auch als Auszubildende oder Auszubildender arbeiten Sie mit Menschen, die krank, pflegebedürftig oder verunsichert sein können. Sie werden angeleitet und lernen schrittweise. Trotzdem erleben Sie früh, dass Ihre Arbeit für andere Menschen wichtig ist.

Doran verdiente während der Ausbildung weniger als zuvor. Er berichtet, dass finanzielle Unterstützung den Wechsel für ihn machbar machte.

Welche Unterstützung für Sie infrage kommt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Klären Sie deshalb vor der Bewerbung, welche festen Ausgaben Sie haben, wie hoch die Ausbildungsvergütung ist und welche Beratungsangebote Sie nutzen können.

Eine ehrliche Planung ist kein Zeichen von Zweifel. Sie hilft Ihnen, den Neustart unter realistischen Bedingungen zu prüfen.

Welche Erfahrungen helfen in der Pflege?

Ein Quereinstieg bedeutet nicht, dass Ihre bisherigen Berufsjahre für den neuen Weg keine Bedeutung mehr haben.

Doran hatte schon vor seiner Ausbildung Menschen begleitet, die im Alltag Unterstützung brauchten. Aus der Gastronomie und dem Nachtleben kannte er außerdem den direkten Kontakt mit sehr unterschiedlichen Menschen.

Für seine spätere Arbeit als Pflegefachkraft wurde besonders wichtig, was nicht in einem Zeugnis steht. Er hört zu, nimmt Fragen ernst und möchte die Person hinter einer Erkrankung kennenlernen.

Auch Ihre bisherige Arbeit kann Fähigkeiten enthalten, die in der Pflege relevant werden. Dazu können gehören:

  • verständliche Kommunikation
  • Geduld in schwierigen Situationen
  • Teamarbeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Organisation
  • der Umgang mit Konflikten
  • Erfahrung mit wechselnden Arbeitszeiten
  • Ruhe bei unerwarteten Ereignissen

Fragen Sie sich dabei nicht nur: „Was kann ich schon?“ Ebenso wichtig ist: „Was möchte und muss ich noch lernen?“

Pflege verlangt Fachwissen, praktische Sicherheit und eine professionelle Haltung. Berufserfahrung kann den Einstieg erleichtern. Sie ersetzt aber nicht die Bereitschaft, sich auf neue Anforderungen einzulassen.

Wie hilft die Pflegeausbildung bei der beruflichen Orientierung?

Sie müssen vor dem ersten Ausbildungstag noch nicht wissen, in welchem Bereich Sie später arbeiten möchten.

Doran wusste zu Beginn ebenfalls nicht, welches Fachgebiet langfristig zu ihm passen würde. Seine Pflegeschule arbeitete mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. Dadurch lernte er mehrere Krankenhäuser und Stationen kennen.

Ein Praxiseinsatz führte ihn in die Transgender Chirurgie. Dort erkannte er, dass sich seine Arbeit in der Pflege mit seiner Verbindung zur queeren Community verbinden ließ. Er entschied sich später, sein Examen in diesem Bereich abzulegen.

Dieses Beispiel zeigt den Wert der Praxiseinsätze. Sie lernen nicht nur verschiedene Aufgaben kennen. Sie erleben auch:

  • welche Patient*innengruppen Sie besonders interessieren
  • welche Arbeitsabläufe Ihnen liegen
  • wie sich Teams und Einrichtungen unterscheiden
  • ob Sie lieber langfristig begleiten oder in wechselnden Situationen arbeiten
  • welche fachlichen Themen Sie vertiefen möchten


Die heutige generalistische Pflegeausbildung führt durch verschiedene Versorgungsbereiche. Dazu gehören unter anderem Einsätze im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege und in der Langzeitpflege. Auch pädiatrische und psychiatrische Bereiche gehören zur Ausbildung. Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und verbindet theoretischen Unterricht mit umfangreichen Praxisphasen.

Nutzen Sie diese Wechsel nicht nur als Pflichtteil. Beobachten Sie bewusst, welche Form der Pflege zu Ihnen und Ihrem gewünschten Arbeitsalltag passt.

Woran erkennen Sie einen passenden Ausbildungsplatz?

Die Frage nach dem besten Ausbildungsträger lässt sich nicht mit einer allgemeinen Rangliste beantworten. Entscheidend ist, ob die Ausbildung zu Ihren Voraussetzungen und Ihrem Lernbedarf passt.

Dorans Erfahrung zeigt, wie wertvoll unterschiedliche Kooperationspartner und Praxiseinsätze sein können. Für Ihre Auswahl können Sie deshalb folgende Fragen stellen:

  • Welche Praxiseinsätze sind vorgesehen?
  • Wie werden die Auszubildenden in der Praxis angeleitet?
  • Wer ist bei Problemen ansprechbar?
  • Wie arbeiten Pflegeschule und Praxiseinrichtungen zusammen?
  • Wie sind Theorie und Praxis zeitlich organisiert?
  • Gibt es Unterstützung, wenn das Lernen schwerfällt?
  • Welche Einsatzorte müssen Sie erreichen?
  • Welche Möglichkeiten haben Sie nach dem Examen?

Ein guter Ausbildungsplatz muss nicht nur auf dem Papier überzeugen. Er sollte Ihnen ermöglichen, sicher zu lernen, Fragen zu stellen und verschiedene Bereiche kennenzulernen.

Was macht eine Pflegefachkraft eigentlich?

Pflegefachkräfte versorgen Menschen nicht nur nach festen Abläufen. Sie erfassen den Pflegebedarf, planen pflegerische Maßnahmen, beobachten Veränderungen und begleiten Patient*innen sowie Angehörige.

Für Doran gehört dazu vor allem, Vertrauen aufzubauen. Er möchte nicht nur die Erkrankung oder den medizinischen Eingriff sehen. Ihn interessiert die Person dahinter.

Gerade vor größeren Eingriffen erleben Patient*innen häufig Unsicherheit und Angst. Doran nimmt diese Fragen ernst und erklärt, was im Pflegeprozess passiert. Diese Haltung war ein Grund dafür, dass ihn ein ehemaliger Patient für den Wettbewerb „Deutschlands beliebteste Pflegeprofis“ nominierte.

Im Jahr 2025 wurde Doran Mucha zum Landessieger Berlin gewählt. Mehr über seine Nominierung und die Auszeichnung erfahren Sie im Beitrag „Pflegeprofi mit Herz und Haltung“:

Link zum Beitrag „Pflegeprofi mit Herz und Haltung“

Wo können Sie nach der Pflegeausbildung arbeiten?

Die Pflegeausbildung legt Sie nicht auf eine einzige Einrichtung oder Patient*innengruppe fest.

Nach dem Examen können Pflegefachkräfte zum Beispiel im Krankenhaus, in einer stationären Pflegeeinrichtung, in der ambulanten Pflege oder in spezialisierten Fachbereichen arbeiten. Auch innerhalb eines Krankenhauses unterscheiden sich Aufgaben, Arbeitsrhythmus und Patient*innenkontakt deutlich.

Doran fand seinen späteren Bereich bereits während eines Praxiseinsatzes. Andere Pflegefachkräfte wechseln nach dem Examen noch einmal den Schwerpunkt oder lernen erst im Berufsalltag, welche Tätigkeit zu ihnen passt.

Eine Übersicht über verschiedene Einsatzmöglichkeiten bietet der Beitrag „Wo kann ich als Pflegefachkraft in Berlin arbeiten?“:

Link zum Beitrag „Wo kann ich als Pflegefachkraft in Berlin arbeiten?“

Welche Fragen helfen Ihnen vor einem späteren Ausbildungsstart?

Dorans Weg lässt sich nicht einfach auf jede berufliche Situation übertragen. Er kann Ihnen aber helfen, die eigene Entscheidung konkreter zu prüfen.

Stellen Sie sich vor einer Bewerbung diese Fragen:

  1. Warum interessiert mich gerade die Pflege?
  2. Welche Erfahrungen aus meinem bisherigen Berufsleben kann ich einbringen?
  3. Welche schulischen Voraussetzungen erfülle ich bereits?
  4. Was müsste ich vor der Ausbildung noch nachholen?
  5. Wie verändert sich mein Tagesablauf?
  6. Wie finanziere ich die Zeit der Ausbildung?
  7. Wer unterstützt mich beim Lernen und in der Praxis?
  8. Möchte ich nach dem Examen zunächst arbeiten oder kann ich mir später ein Studium vorstellen?

Sie müssen nicht auf jede Frage sofort eine vollständige Antwort haben. Sie sollten aber wissen, welche Informationen Ihnen für eine tragfähige Entscheidung noch fehlen.

Ihr nächster Schritt: Pflegeausbildung prüfen

Sie können sich einen späteren Einstieg in die Pflege vorstellen? Prüfen Sie zunächst die Voraussetzungen, den Ablauf und die möglichen Praxiseinsätze der Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann:

Mehr zum Thema „Ausbildung Pflegefachkraft”

Der ausführliche Karriereblogbeitrag „Ausbildung zur Pflegefachkraft in Berlin“ beantwortet weitere Fragen zu Bewerbung, Ausbildungsinhalten und Vergütung:

Link zum Beitrag „Ausbildung zur Pflegefachkraft in Berlin“

Die Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann dauert regulär drei Jahre. Sie verbindet theoretischen Unterricht mit praktischen Einsätzen in verschiedenen Versorgungsbereichen.

Nach dem erfolgreichen Staatsexamen lautet die heutige Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Doran absolvierte noch die frühere Ausbildung in der Gesundheits und Krankenpflege.

Nein. Seit 2020 ist die Pflegeausbildung generalistisch aufgebaut. Sie verbindet Inhalte aus der früheren Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege und bereitet auf die Pflege von Menschen verschiedener Altersgruppen vor.

Nein. Die praktischen Einsätze führen durch unterschiedliche Bereiche. Sie können diese Phasen nutzen, um herauszufinden, welche Patient*innengruppe und welche Arbeitsweise zu Ihnen passen.

Ja. Abhängig von den Zugangsvoraussetzungen und dem Studienangebot können examinierte Pflegefachkräfte später ein Pflegestudium beginnen. Doran entschied sich nach mehreren Berufsjahren für ein Studium Bachelor of Nursing.