50 Kilogramm weniger, wieder längere Strecken gehen können und den eigenen Beruf weiterhin ausüben: Für Nicole Urbschat war die Entscheidung für einen Magenbypass keine Frage eines Schönheitsideals. Nach vielen Versuchen abzunehmen, Schmerzen und zunehmenden Einschränkungen im Alltag entschied sie sich für eine Operation. In „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ erzählt sie, was sich dadurch verändert hat und warum eine Magenverkleinerung allein noch keine dauerhafte Lösung ist.
Nicole Urbschat arbeitet als erfolgreiche Fotografin in der Familiendynastie Urbschat in Berlin. Ihr Beruf bedeutet Bewegung, lange Arbeitstage und immer wieder körperlichen Einsatz. Doch ihr Gewicht machte der Künstlerin mit dem Anspruch auf Perfektion zunehmend zu schaffen. Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit führten dazu, dass die Frage nach ihrer Gesundheit immer wichtiger wurde.
Sie hatte bereits unterschiedliche Diäten ausprobiert. Auch eine Abnehmspritze gehörte zu ihren Versuchen. Wegen starker Übelkeit setzte sie diese wieder ab. Irgendwann entstand der Gedanke, sich intensiver mit einer operativen Behandlung ihrer Adipositas auseinanderzusetzen.
Heute lebt Nicole mit einem Y Bypass und wiegt rund 50 Kilogramm weniger als vor ihrer Operation.
In der neuen Folge von „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ spricht sie mit Moderatorin Martina Conradt darüber, warum sie sich für diesen Schritt entschieden hat, wie sie auf die Operation vorbereitet wurde und was ein Magenbypass im täglichen Leben tatsächlich verändert.
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Nicht dünner werden, sondern wieder beweglicher
Die Frage nach ihrem Gewicht begleitet Nicole schon lange. Gleichzeitig ist ihr wichtig, zwischen Aussehen und Gesundheit zu unterscheiden. Ihr Ziel vor der Operation sei nicht gewesen, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Sie wollte wieder beweglicher werden und gesundheitliche Einschränkungen reduzieren. Besonders wichtig war ihr, ihren Beruf auch langfristig ausüben zu können. Es geht nicht um ein möglichst niedriges Gewicht. Es geht darum, was der eigene Körper im Alltag noch leisten kann und welche Lebensqualität verloren geht, wenn Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit immer mehr Raum einnehmen.
Warum hat Nicole sich für einen Magenbypass entschieden?
Vor der Operation hatte Nicole bereits verschiedene Wege ausprobiert, um Gewicht zu verlieren. Unzählige Diäten führten bei ihr nicht zu einer dauerhaft ausreichenden Veränderung. Auch die Abnehmspritze war für sie keine passende Lösung. Der Gedanke an eine Magenverkleinerung entstand nicht von heute auf morgen. Nicole beschäftigte sich mit den Möglichkeiten und entschied sich schließlich für eine Behandlung in der Klinik für MIC in Berlin Zehlendorf. Dabei war für sie wichtig, dass die Operation nicht isoliert betrachtet wurde.
Sechs Monate Vorbereitung vor der Adipositas Operation
Vor Nicoles Operation lagen rund sechs Monate Vorbereitung. Dazu gehörten unter anderem Ernährungsberatung und psychologische Begleitung. Nicole erinnert sich besonders positiv an die Unterstützung durch die Klinik bei den erforderlichen Anträgen. Gerade diese Monate haben ihr gezeigt, dass eine Magenverkleinerung nicht mit dem Operationstag beginnt. Bereits vorher ging es darum, das eigene Essverhalten zu betrachten, sich mit den Veränderungen nach dem Eingriff auseinanderzusetzen und zu verstehen, dass auch nach einer erfolgreichen Operation Mitarbeit notwendig bleibt.
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Häufig gestellte Fragen
Nach der Operation musste Nicole viele alltägliche Gewohnheiten neu lernen. Die Portionen wurden deutlich kleiner. Essen musste länger gekaut werden; bestenfalls bis zu 30mal. Auch Trinken und Essen ließen sich nicht mehr so selbstverständlich miteinander verbinden wie zuvor. Im Podcast beschreibt Nicole sehr konkret, welche Lebensmittel sie heute gut verträgt und bei welchen sie vorsichtiger geworden ist. Dabei macht ihre Geschichte auch deutlich, warum eine Magenverkleinerung nicht bedeutet, dass danach automatisch alle Ernährungsfragen gelöst sind. Der Eingriff verändert körperliche Voraussetzungen. Gewohnheiten, Vorlieben und erlerntes Verhalten verschwinden dadurch jedoch nicht automatisch. Gerade langfristig bleibt Ernährung deshalb ein Thema.
Auch diese Frage beantwortet Nicole aus eigener Erfahrung eindeutig: Eine Operation schützt nicht automatisch davor, später wieder Gewicht zuzunehmen. Sie hat selbst Phasen erlebt, in denen das Gewicht wieder nach oben ging. Damit spricht sie einen Aspekt an, der in Vorher Nachher Geschichten über starke Gewichtsverluste leicht in den Hintergrund geraten kann. Ein Magenbypass kann das Essverhalten körperlich beeinflussen, nimmt einem Menschen aber nicht dauerhaft sämtliche Entscheidungen ab. “Wir können Ihren Magen operieren, nicht ihr Gehirn”, war das Motto ihres Chirurgien. Die persönliche Verantwortung für das eigene Leben und die Gesunheit bleiben. Nicole spricht deshalb auch über alte Essgewohnheiten und darüber, wie schwierig der Umgang mit bestimmten Lebensmitteln bleiben kann. Nach ihrer Erfahrung gehört zu einem langfristigen Umgang mit der Operation, das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen.
Rund 50 Kilogramm Gewichtsverlust und deutlich mehr Beweglichkeit sind für Nicole große Veränderungen. Trotzdem beschreibt sie ihren Weg nicht als einfache Erfolgsgeschichte.
Zu ihrem Leben nach der Operation gehören auch Schwierigkeiten. Sie berichtet über eine spätere Komplikation im Zusammenhang mit der Galle. Eine bekannte Komplikation nach solchen Eingriffen. Auch überschüssige Haut beschäftigt sie nach dem deutlichen Gewichtsverlust. Hinzu kommen die dauerhaften Veränderungen beim Essen und Trinken. Im Gespräch geht es deshalb auch um Körpergefühl und die Frage, wie sich der eigene Blick auf den Körper verändert, wenn innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit sehr viel Gewicht verloren geht. Ob weitere Eingriffe am Körper für sie infrage kommen, ist dabei keine rein ästhetische Frage. Nicole wägt für sich Nutzen, Belastung und die Risiken einer weiteren Operation gegeneinander ab.
Für Nicole lässt sich der Erfolg ihrer Operation nicht allein auf der Waage ablesen .Entscheidend ist für sie vor allem, dass sie wieder beweglicher geworden ist. Dinge, die zuvor anstrengend oder schmerzhaft waren, sind wieder leichter möglich. Auch für ihren Beruf als Fotografin spielt das eine wichtige Rolle. Damit beantwortet ihre Geschichte auch die Frage, warum ein Mensch bereit ist, für eine Gewichtsreduktion die Belastungen und Risiken einer Operation auf sich zu nehmen. Bei Nicole stand die eigene Gesundheit im Mittelpunkt. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass ein niedrigeres Gewicht nicht automatisch bedeutet, dass anschließend sämtliche körperlichen oder psychischen Fragen verschwunden sind.
Nicole empfiehlt aus ihrer persönlichen Erfahrung vor allem, sich intensiv zu informieren. Eine solche Entscheidung sollte nicht darauf reduziert werden, möglichst schnell viele Kilogramm zu verlieren. Wichtig sei, sich vorher damit zu beschäftigen, wie sich der Alltag nach einer Operation verändert und welche dauerhafte Eigenverantwortung damit verbunden ist. Auch die Frage nach einer körperlichen Veränderung, die ästheriasch nicht immer nur attraktiv ist, muss dabei gestellt werden. Dazu gehört auch eine realistische Vorbereitung. Was kann ich nach der Operation noch essen? Wie verändert sich mein Essverhalten? Was muss ich langfristig beachten? Welche Unterstützung bekomme ich vor und nach dem Eingriff? Genau diese Begleitung war für Nicole ein wichtiger Teil ihres eigenen Weges.
Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage liefert Nicoles Geschichte nicht. Sie hat eine Abnehmspritze ausprobiert und sie aufgrund der von starker Übelkeit wieder abgesetzt. Für sie persönlich führte der weitere Weg schließlich zum Magenbypass. Welche medikamentöse oder operative Behandlung bei Adipositas medizinisch sinnvoll ist, hängt jedoch von der individuellen Situation ab. Fragen wie die Voraussetzungen für eine Adipositas Operation, unterschiedliche Operationsverfahren, mögliche Risiken oder die medizinische Einordnung moderner Medikamente werden deshalb in der fachlichen Perspektive von „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ vertieft.
Podcast Folge mit medizinischer Einordnung zu Adipositas und Adipositaschirurgie: Link zum Videopodcast
Magenverkleinerung ist mehr als eine Operation
Nicoles Geschichte beginnt nicht am Tag ihres Magenbypasses und endet nicht mit 50 Kilogramm Gewichtsverlust. Vor der Operation stehen jahrelange Erfahrungen mit Gewicht, Schmerzen und unterschiedlichen Versuchen abzunehmen. Danach beginnt ein Alltag, in dem Essen, Trinken und das eigene Körpergefühl neu erlebt werden. Die Operation hat Nicole dabei geholfen, eines ihrer wichtigsten Ziele zu erreichen: wieder beweglicher zu sein. Was sie im Podcast zugleich sehr deutlich macht: Eine Magenverkleinerung erledigt die Arbeit nicht allein. Gewohnheiten können zurückkehren, das Gewicht kann sich erneut verändern und der Umgang mit Essen bleibt eine langfristige Aufgabe. Genau deshalb erzählt diese Folge keine einfache Vorher Nachher Geschichte. Sie zeigt, was sich durch einen Magenbypass verändern kann und welche Fragen auch nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme bleiben.
Podcast Folge „Magenverkleinerung bei Adipositas"
Adipositas Behandlung in Berlin
Zertifizierte Adipositaszentrum der Klinik für MIC in Berlin Zehlendorf:
Link zum Adipositaszentrum der Klinik für MIC in Berlin Zehlendorf
Auch das Martin Luther Krankenhaus der Johannesstift Diakonie bietet in seinem Adipositaszentrum Beratung und unterschiedliche konservative sowie operative Behandlungsangebote an.
Link zum Adipositaszentrum des Martin Luther Krankenhauses
Über „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“
„Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ ist ein Audio- und Videopodcast der Johannesstift Diakonie. Jedes Thema wird aus zwei miteinander verbundenen Perspektiven erzählt: Zunächst berichtet ein betroffener Mensch von den eigenen Erfahrungen. In einer weiteren Podcast-Folge ordnet eine Fachperson aus Medizin, Pflege oder Therapie das Thema fachlich und menschlich ein.
Herausgeberin: Johannesstift Diakonie
Moderatorin: Martina Conradt
Format: Audio- und Videopodcast
Veröffentlichung der Folge: 14.10.2026
Podcast-Webseite: www.jsd.de/podcast-warum-ich
Über die Johannesstift Diakonie
Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:
- Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
- Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
- Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
- Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
- Arbeit, Beschäftigung und Soziales
- Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
- Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen

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