Jeder längere Weg, heiße Tage oder eine zusätzliche Erkrankung können spürbar machen, was es bedeutet, wenn Atmung nicht mehr selbstverständlich ist und Luft ein kostbares Gut wird.
In der Podcast-Folge „Lungenkrebs und COPD, leben mit den Folgen des Rauchens“ von „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ spricht Bernd mit Moderatorin Martina Conradt über jahrzehntelanges Rauchen, die Diagnose Lungenkrebs, seine Lungenoperation und einen Alltag, der heute stärker geplant werden muss.
Bernd sucht dabei keine einfache Antwort auf die Frage „Warum ich?“. Für ihn besteht ein Zusammenhang zwischen seinem früheren intensiven Rauchen und seiner Erkrankung. Gleichzeitig blickt er ohne Selbstmitleid zurück. Viel wichtiger ist ihm die Frage: Wie lässt sich mit den Folgen weiterleben?
Mehr Informationen zum Lungenkrebszentrum der Evangelischen Lungenklinik
Der Weg zur Diagnose beginnt nicht mit einem plötzlichen, dramatischen Symptom. Bernd hatte über längere Zeit immer wieder starken Husten im Winter. Daraus entwickelte sich nach seiner Schilderung mit den Jahren eine ausgeprägte Bronchitis. Schließlich spricht seine Ärztin von einer chronischen Bronchitis und veranlasst weitere Untersuchungen.
Bei einer CT-Untersuchung fällt dann die entscheidende Diagnose: Lungenkrebs.
Für Bernd ist dieser Moment ein Schock. Er erinnert sich daran, dass ihm sprichwörtlich die Luft wegblieb. Zuhause setzt er sich trotzdem nicht sofort an den Computer, um nach Lungenkrebs zu suchen. Er möchte sich erklären lassen, was mit ihm passiert, und vertraut dabei auf die behandelnden Ärzt*innen.
Seine persönliche Geschichte beantwortet damit nicht allgemein die Frage, woran man Lungenkrebs erkennt. Sie zeigt vielmehr, wie unspezifisch der Weg zu einer Diagnose verlaufen kann und warum Bernd heute dazu rät, länger anhaltenden Husten oder eine veränderte Atmung ärztlich abklären zu lassen.
Im Gespräch fragt Moderatorin Martina Conradt Bernd, ob er ein Lungenkrebs-Screening genutzt hätte, wenn ihm diese Möglichkeit damals zur Verfügung gestanden hätte.
Seine Antwort ist eindeutig: ja.
Rückblickend hätten ihn die jahrelangen Probleme mit Husten und Bronchien motiviert, genauer hinsehen zu lassen. Aus seiner heutigen Erfahrung appelliert er deshalb daran, Veränderungen der Atmung nicht einfach hinzunehmen.
Wo ein Lungenkrebs-Screening angeboten wird, wer die Voraussetzungen dafür erfüllt und wie die Untersuchung medizinisch einzuordnen ist, beantwortet Bernds persönliche Geschichte nicht. Diese Fragen sind Thema der medizinischen Perspektive in der nächsten Podcast-Folge. Dennoch geht es um die dringende Empfehlung, Angebote dieser Art auf jeden Fall wahrzunehmen.
Nächste Podcast-Folge mit medizinischer Einordnung zu Lungenkrebs, COPD und Lungenkrebs-Screening.
Die eigentliche Angst vor dem nächsten Atemzug beginnt für Bernd nicht mit der Krebsdiagnose. Sie kommt nach der Operation.
Bei ihm wird der obere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt. Als er nach dem Eingriff aufwacht, hat er erstmals das Gefühl, nicht ausreichend atmen zu können.
Was vorher selbstverständlich war, ist plötzlich weg.
Dieser Moment prägt Bernd. Er weiß nun, dass seine Lunge weniger leisten kann als früher. Gleichzeitig wird bei den Untersuchungen COPD Stadium 4 festgestellt. Heute spricht Bernd von einer Lungenkapazität von etwa 35 Prozent.
Für Bernd bedeutet Atemnot vor allem: planen.
Ein kurzer Weg zum Supermarkt ist kein selbstverständlicher Gang mehr. Mit seinem Rollator, den er lieber „Sausi“ nennt, braucht er für Strecken deutlich länger als früher. Gehen fällt ihm schwer. Fahrradfahren empfindet er dagegen als leichter.
Vor dem Verlassen der Wohnung überlegt er heute genauer, welche Wege sich verbinden lassen und welche Aufgaben wirklich notwendig sind. Einfach aufstehen und loslaufen funktioniert nicht mehr so wie früher.
Auch äußere Bedingungen spielen eine Rolle. Besonders heiße Tage können ihn stark belasten. Orte mit schlechter Luft oder viel Zigarettenrauch meidet er.
COPD verändert damit nicht nur die körperliche Belastbarkeit. Die Erkrankung verändert, wie Bernd seinen Tag organisiert und seine eigenen Grenzen wahrnimmt.
Wie bedrohlich eingeschränktes Atmen werden kann, erlebt Bernd nach einer späteren Herzbehandlung erneut.
Nach dem Eingriff entwickelt sich nach seiner Schilderung eine schwere Lungenentzündung. Zu Hause verschlechtert sich sein Zustand deutlich. Bernd bekommt kaum Luft und ruft schließlich den Notarzt.
Er wird ins Martin Luther Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Gerade mit seiner bereits vorgeschädigten Lunge erlebt er diese Zeit als massive körperliche und psychische Belastung. Die Erholung dauert lange.
In der Podcast-Folge erzählt Bernd sehr unmittelbar, was es mit einem Menschen macht, wenn das Vertrauen in den nächsten Atemzug verloren geht.
Informationen zur Inneren Medizin im Martin Luther Krankenhaus
Gerade seine frühere Ehefrau, mit der er nach wie vor einen engen Kontakt pflegt, beobachtet aufmerksam, wenn sich sein Husten, seine Belastbarkeit oder sein Allgemeinzustand verändern. Bernd empfindet das nicht nur als Fürsorge, sondern als wichtige zusätzliche Sicherheit.
Menschen, die einen gut kennen, können Veränderungen manchmal besser wahrnehmen, bevor man sie selbst ernst nimmt.
Für Bernd gehört diese Unterstützung deshalb zu den Dingen, die beim Leben mit seinen Erkrankungen wichtig geworden sind. Nicht, weil Angehörige medizinische Diagnosen stellen sollen, sondern weil jemand hinsieht und im entscheidenden Moment reagieren kann.
Bernd versucht, mit seinen Einschränkungen aktiv zu bleiben. Bewegung spielt dabei eine wichtige Rolle. Weil längeres Gehen schwierig ist, fährt er nach Möglichkeit Fahrrad.
Daneben gehören Medikamente und die regelmäßige ärztliche Betreuung zu seinem Alltag. Auch seine Sauerstoffsättigung kontrolliert er regelmäßig.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Selbsthilfe. Bernd engagiert sich in einer COPD-Selbsthilfegruppe. Dort geht es nicht nur darum, Erfahrungen auszutauschen. Menschen können sich auch gegenseitig bei ganz praktischen Fragen unterstützen, etwa wenn Anträge, Krankenkassen oder andere organisatorische Themen kompliziert werden.
Der Wert einer solchen Gruppe liegt für ihn auch darin, mit Menschen sprechen zu können, die Atemnot und eingeschränkte Belastbarkeit aus eigener Erfahrung kennen.
Nach der Lungenkrebsbehandlung gehören Kontrolluntersuchungen zu Bernds Leben.
Auch wenn er im Alltag nicht ständig über einen möglichen Rückfall nachdenkt, sind diese Termine keine Routine wie jede andere. Zwischen Untersuchung und Ergebnis bleibt die Frage: Ist wieder etwas da?
Bernd hat für sich einen Umgang damit gefunden. Er versucht, nicht dauerhaft in Möglichkeiten zu denken, die noch gar nicht eingetreten sind. Gleichzeitig nimmt er die Kontrollen ernst.
Die Podcast-Folge zeigt damit eine Seite der Krebsnachsorge, die sich nicht allein in Befunden ausdrücken lässt: das Warten, die Unsicherheit und das Weiterleben zwischen den Untersuchungen.
Bernd spricht ungewöhnlich offen über seine frühere Leidenschaft für Zigaretten.
Rauchen gehörte über Jahrzehnte zu seinem Leben und auch zu einer Zeit, in der Zigaretten am Arbeitsplatz, in Restaurants oder in Kneipen selbstverständlicher waren als heute. Als Journalist erlebt er Redaktionen, in denen permanent geraucht wird. Als routinemäßigen Start in den Arbeitstag legt er morgens immer mindestens drei Packungen Zigaretten auf seinem Schreibtisch. Damit er immer Nachschub hat.
Heute lebt er mit Lungenkrebs, COPD, eingeschränkter Lungenfunktion und Atemnot.
Was würde er also seinem 18-jährigen Ich sagen, bevor es die erste Zigarette anzündet?
Die Antwort gehört zu den persönlichen Momenten, die die Podcast-Folge selbst am besten erzählt.
Am Ende des Gesprächs beschönigt Bernd nichts. Lungenoperationen, Lungenkrebs und COPD sind für ihn schwere Erfahrungen, die er nie wiederholen möchte. Trotzdem möchte er vermitteln, dass auch mit erheblichen Einschränkungen ein eigenes Leben möglich bleiben kann.
Er geht ins Theater, schreibt Artikel, trifft Menschen und bewegt sich so viel, wie es ihm möglich ist. Manche Dinge dauern länger. Andere funktionieren nicht mehr. Wieder andere müssen neu organisiert werden.
Die medizinischen Fragen folgen in der zweiten Podcast-Folge zum Thema.
- Informationen zum Lungenkrebszentrum der Evangelischen Lungenklinik
- Informationen zur Klinik für Pneumologie der Evangelischen Lungenklinik
- Informationen zur Inneren Medizin im Martin Luther Krankenhaus
- Die Charité und die Evangelische Lungenklinik haben ihre Kompetenzen im Deutschen Lungenzentrum Charité-ELK gebündelt. Weitere Informationen zur Kooperation.
Über „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“
„Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ ist ein Audio- und Videopodcast der Johannesstift Diakonie. Jedes Thema wird aus zwei miteinander verbundenen Perspektiven erzählt: Zunächst berichtet ein betroffener Mensch von den eigenen Erfahrungen. In einer weiteren Podcast-Folge ordnet eine Fachperson aus Medizin, Pflege oder Therapie das Thema fachlich und menschlich ein.
Herausgeberin: Johannesstift Diakonie
Moderatorin: Martina Conradt
Format: Audio- und Videopodcast
Veröffentlichung der Folge: 16.09.2026
Podcast-Webseite: www.jsd.de/podcast-warum-ich
Über die Johannesstift Diakonie
Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:
- Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
- Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
- Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
- Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
- Arbeit, Beschäftigung und Soziales
- Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
- Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen

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