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Grundsteinlegung für neue Gesundheitsfachschule Berlin

Mit der Grundsteinlegung am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau startet der Bau des neuen Standorts der Gesundheitsfachschule Berlin. Die Johannesstift Diakonie schafft damit 250 zusätzliche Ausbildungsplätze für die Pflege.

Am 9. September 2026 wurde auf dem Gelände des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau der Grundstein für den neuen Standort der Gesundheitsfachschule Berlin gelegt. Mit der Grundsteinlegung setzt die Johannesstift Diakonie ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Pflegeausbildung in Berlin. Mehr als 150 Gäste aus Politik, Gesundheitswesen, Verwaltung und der Johannesstift Diakonie kamen zusammen, um den Beginn der Bauarbeiten zu feiern. Mit dem Erweiterungsbau entstehen 250 zusätzliche Ausbildungsplätze für die Pflege. Damit wächst die Ausbildungskapazität der Gesundheitsfachschule Berlin von derzeit rund 270 auf künftig über 500 Plätze.

Der Neubau entsteht als gemeinsames Projekt des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau und des Martin Luther Krankenhauses. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens belaufen sich auf rund 14,9 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt aus Bundes- und Landesmitteln sowie Eigenmitteln der beiden Krankenhäuser.

Ausbildung als Antwort auf den Fachkräftemangel

Für die Johannesstift Diakonie ist der Ausbau der eigenen Ausbildungsplätze ein wesentlicher Baustein, um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen. Andreas Mörsberger, Sprecher des Vorstands der Johannesstift Diakonie, betonte bei der Grundsteinlegung die Bedeutung der eigenen Ausbildung für die langfristige Sicherung der Gesundheitsversorgung:

„Verlässlichkeit heißt für uns, dass wir heute dafür sorgen müssen, dass wir auch morgen noch versorgen können. Unsere Antwort auf den Fachkräftemangel ist deshalb relativ einfach: selbst ausbilden.“

Die Johannesstift Diakonie beschäftigt rund 12.000 Menschen, davon rund 9.000 in Berlin, und bildet derzeit rund 1.100 Menschen in 19 Berufen aus. Mit dem neuen Schulstandort wird die Ausbildungskapazität in der Pflege gezielt erweitert. Zugleich entstehen moderne Lernbedingungen für eine hochwertige und praxisnahe Ausbildung.

Andreas Mörsberger verwies zugleich auf die besonderen Herausforderungen freigemeinnütziger Krankenhäuser. Sie leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung, benötigten angesichts steigender Kosten und hoher Investitionsbedarfe jedoch verlässliche und faire Rahmenbedingungen.
„Wir wollen nicht über Herausforderungen klagen, sondern wir schauen nach vorne und schaffen Lösungen.“

Investition in moderne Ausbildungsbedingungen

Der Erweiterungsbau umfasst eine Nutzungsfläche von rund 1.798 Quadratmetern und eine Bruttogrundfläche von rund 3.218 Quadratmetern. Die Gesamtkosten von 14,892 Millionen Euro werden mit 7,446 Millionen Euro aus Bundesmitteln des Krankenhausstrukturfonds II, 3,723 Millionen Euro aus Landesmitteln des Landes Berlin und einem Eigenanteil von 3,723 Millionen Euro getragen.

Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, würdigte das Vorhaben als wichtige Investition in die Zukunft der Gesundheitsversorgung:
„Das ist eine Investition in die Menschen, die unsere Gesellschaft dringend braucht.“

Mit den zusätzlichen Ausbildungsplätzen werde zugleich ein konkreter Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Berliner Gesundheitsversorgung geleistet. Moderne Ausbildungsbedingungen sollen die angehenden Pflegefachkräfte dabei unterstützen, theoretisches Wissen sicher in der Praxis anzuwenden und auch in komplexen Situationen handlungsfähig zu sein.

Bildung und Haltung gehören zusammen

Bei der Grundsteinlegung wurde zugleich deutlich, dass die Ausbildung an der Gesundheitsfachschule Berlin mehr umfasst als die Vermittlung fachlicher Kenntnisse. Werner Weinholt, Leitender Theologe der Johannesstift Diakonie, stellte in seiner Andacht die Verbindung von Bildung und Haltung in den Mittelpunkt:
„Wir bauen eine Schule, in der nicht nur Wissen weitergegeben werden soll, sondern in der spürbar wird, wofür wir stehen.“

Damit knüpfte er unmittelbar an die diakonische Haltung der Johannesstift Diakonie an. Wertschätzung und Respekt, die Anerkennung von Vielfalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sollen die Ausbildung ebenso prägen wie die spätere berufliche Tätigkeit. Die angehenden Pflegefachkräfte sollen nicht nur fachlich sicher handeln, sondern auch dazu befähigt werden, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für andere zu übernehmen und Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen mit Achtung und auf Augenhöhe zu begegnen. So verbindet die Gesundheitsfachschule fachliche Kompetenz mit einer Haltung, die Pflege als verantwortungsvolle Arbeit am und mit dem Menschen versteht.

Ein starkes Signal für den Gesundheitsstandort Spandau

Auch aus Sicht des Bezirks ist die Erweiterung der Gesundheitsfachschule ein wichtiges Signal. Bezirksbürgermeister Frank Bewig unterstrich die besondere Bedeutung des Evangelischen Waldkrankenhauses für Spandau und verwies auf seine persönliche Verbindung zum Standort: „Das Evangelische Waldkrankenhaus ist mein Heimatkrankenhaus. Ich bin hier geboren, meine Kinder sind hier geboren.“

Die Investition in Ausbildung stärke nicht nur das Krankenhaus, sondern den gesamten Gesundheitsstandort Spandau. Tanja Franzke, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, betonte ebenfalls die Bedeutung gut ausgebildeter Fachkräfte für eine alternde Gesellschaft. Mit dem zweiten Standort und seinen 250 zusätzlichen Ausbildungsplätzen werde zugleich in berufliche Perspektiven und in die gesundheitliche Versorgung des Bezirks investiert.

Gemeinsam geht mehr

Der neue Schulstandort knüpft an eine jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen dem Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau und dem Martin Luther Krankenhaus an. Seit 1975 bilden beide Häuser gemeinsam Pflegefachkräfte aus. Mit dem Neubau wird diese Kooperation fortgesetzt und zugleich für die Zukunft weiterentwickelt: Die gemeinsame Ausbildung erhält mehr Raum und schafft die Grundlage dafür, künftig deutlich mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.

„Gemeinsam geht mehr“ – für Carsten Schaulinski, Geschäftsführer des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau, beschreibt dieses Motto auch den Wert der gemeinsamen Ausbildung. Für ihn ist die Ausbildung zugleich ein wichtiger Weg, um Fachkräfte langfristig an die Krankenhäuser zu binden:

„Wenn wir die Menschen in unseren Häusern binden wollen, dann gibt es doch nichts Besseres: Wir bilden sie aus.“

Die dreijährige Ausbildung bietet jungen Menschen die Möglichkeit, die Johannesstift Diakonie früh kennenzulernen und unterschiedliche berufliche Perspektiven im Unternehmen zu entdecken.

Die langjährige Zusammenarbeit der beiden Häuser steht zugleich für gemeinsame Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in der Region. Das Einzugsgebiet des Evangelischen Waldkrankenhauses erstreckt sich weit über die Berliner Stadtgrenzen hinaus: Rund 30 Prozent der Patientinnen und Patienten kommen aus Brandenburg. Damit hat der neue Schulstandort auch für das angrenzende Brandenburger Umland Bedeutung.

Dass der neue Standort trotz seiner Adresse am Stadtrand zentral im Gesundheitsgeschehen liegt, brachte Schaulinski bei der Grundsteinlegung auf den Punkt:
„Stadtrandstraße hört sich an, wie am Rand. Nein, wir sind mittendrin.“

Gemeinsam für Bildung

Der symbolische Höhepunkt der Veranstaltung war der Akt der Grundsteinlegung. Simone Theissen, Prokuristin des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau, füllte eine Zeitkapsel gemeinsam mit Architekt Hermann Thoma und Schulleiterin Stephanie Janke mit Erinnerungsstücken aus der Gegenwart: Kleingeld, einem aktuellen Zeitungsartikel, einem Beitrag aus der Mitgliederzeitung der Johannesstift Diakonie, den Bauplänen sowie dem Bewilligungsbescheid für das Bauvorhaben.

Auf der Zeitkapsel steht die Botschaft „Gemeinsam für Bildung“. Anschließend wurde sie verschlossen und im Grundstein des neuen Gebäudes eingemauert.

Nach dem offiziellen Teil kamen die Gäste bei einem Buffet und einem Sektempfang miteinander ins Gespräch. Im Mittelpunkt standen dabei der Austausch über die Zukunft der Pflegeausbildung und die gemeinsame Vorfreude auf den neuen Schulstandort.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Standorts ist für Anfang 2029 vorgesehen.

Fakten zum Neubau

  • 250 zusätzliche Ausbildungsplätze für die Pflege
  • derzeit rund 270, künftig über 500 Ausbildungsplätze
  • Gesamtkosten: 14.892.000 Euro
  • Bundesmittel KSF II: 7.446.000 Euro
  • Landesmittel Berlin: 3.723.000 Euro
  • Eigenanteil: 3.723.000 Euro
  • Nutzungsfläche: 1.797,84 m²
  • Bruttogrundfläche: 3.217,83 m²
  • Baugrundstück: 6.051 m²
  • Fertigstellung und Inbetriebnahme: Anfang 2029

Über das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau, ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Das 1947 gegründete Notfallkrankenhaus umfasst neun Fachabteilungen, vierzehn medizinische Zentren und 518 Betten. Jährlich versorgen wir rund 22.000 Patient*innen stationär und weitere 70.000 Patient*innen ambulant.

Die Behandlungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Altersmedizin, Brustkrebs / Brustrekonstruktion, Chronische Wunden, Gefäßerkrankungen, Gelenke und künstlicher Gelenkersatz, Herz, Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie und –urologie, Krebs, Magen / Darm, Rücken, Schwangerschaft und Geburt sowie Sport und Unfälle.

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau betreibt drei Fachschulen: die Reha-Akademie Berlin für Physiotherapeut*innen, die Schule für Ergotherapie sowie gemeinsam mit dem Martin-Luther-Krankenhaus die Gesundheitsfachschule Berlin. Diese fungieren auch als Ausbildungsstätte des Krankenhauses.

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen