Ein Knoten in der Brust, Anfang 30, gerade mit dem Partner zusammengezogen und das Leben eigentlich auf Zukunft eingestellt. Dann fällt ein Satz, der alles verändert: Der Befund ist bösartig.
In der Podcast-Folge „Brustkrebs mit BRCA1: Zweimal Krebs und der Weg zur Mastektomie“ von „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ erzählt Vanessa Koellner Moderatorin Martina Conradt von zwei Brustkrebserkrankungen, einer BRCA1-Mutation und einem langen Weg bis zur Mastektomie und zum Brustaufbau.
Dabei geht es nicht nur um Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung. Vanessa spricht darüber, was eine Krebsdiagnose mit Arbeit, Beziehung, Kinderwunsch und dem Blick auf den eigenen Körper macht. Und darüber, warum sie selbst in schwierigen Phasen die Hoffnung nicht verloren hat.
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Brustkrebs mit Anfang 30: „Wie geht es weiter?“
Vanessa ist etwa 31 Jahre alt, als sie selbst eine Veränderung in ihrer Brust ertastet. Zunächst hält sie sie für etwas Muskuläres. Brustkrebs hat sie in diesem Alter nicht im Kopf.
Nach mehreren Untersuchungen bringt schließlich eine Biopsie Klarheit. Vanessa fährt allein zum Termin und bekommt die Diagnose: bösartig, behandlungsbedürftig.
Die Frage „Warum ich?“ stellt sie sich durchaus. Aber nicht lange. Vanessa beschreibt, wie sie schnell in eine Art „Arbeitsmodus“ wechselt: Was passiert als Nächstes? Wie sehen die kommenden Monate aus? Sobald der Plan feststeht, kann sie nach eigener Aussage besser mit der Situation umgehen.
Genau hier setzt die Podcast-Folge an. Sie erzählt nicht, wie man mit einer Brustkrebsdiagnose umgehen sollte. Sie zeigt, welcher Umgang Vanessa geholfen hat.
Eine Diagnose verändert auch Arbeit, Beziehung und Lebensplanung
Mit Anfang 30 bedeutet Brustkrebs für Vanessa mehr als eine medizinische Behandlung. Kurz vor der Diagnose war sie mit ihrem damaligen Partner zusammengezogen. Familienplanung und Kinderwunsch werden plötzlich zu Themen, über die unter völlig anderen Voraussetzungen entschieden werden muss.
Auch ihr Verhältnis zur Arbeit verändert sich. Vor der Erkrankung hatte Vanessa innerhalb weniger Monate 120 Überstunden angesammelt. Später wird ihr bewusst, wie selbstverständlich sich das Arbeitsleben ohne sie weiterdreht.
Diese Erfahrung verändert ihre Prioritäten dauerhaft.
Im Gespräch mit Moderatorin Martina Conradt geht es deshalb auch um eine Frage, die sich nicht auf Befunde reduzieren lässt: Was bleibt nach einer schweren Erkrankung vom bisherigen Bild des eigenen Lebens übrig und was möchte man danach anders machen?
Wie Vanessa ihre Chemotherapie erlebt hat
Nach der ersten Operation folgen sechs Chemotherapie-Zyklen und später eine Bestrahlung.
Vor Beginn der Behandlung hat Vanessa Bilder aus der Krebserkrankung ihrer Mutter im Kopf: starke Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall und das Gefühl, während der Therapie kaum noch am normalen Leben teilnehmen zu können.
Ihre eigene Erfahrung ist teilweise eine andere. Die ersten Tage nach den einzelnen Zyklen erlebt sie als anstrengend, danach fühlt sie sich häufig wieder vergleichsweise fit. Sie unternimmt viel mit einer Freundin und besucht nach einer entsprechenden Kontrolle ihrer Blutwerte sogar eine Hochzeit.
„In Watte gepackt“ habe sie sich wenig, sagt Vanessa rückblickend.
Wie unterschiedlich eine Chemotherapie erlebt werden kann und welche Ängste Vanessa vor Beginn der Behandlung hatte, gehört zu den sehr persönlichen Passagen der Podcast-Folge.
Was BRCA1 für Vanessa verändert
Nach ihrer ersten Brustkrebserkrankung wird Vanessa genetisch untersucht. Ihre Mutter war an Eierstockkrebs erkrankt. Bei Vanessa wird eine BRCA1-Mutation festgestellt.
Damit endet für sie die Beschäftigung mit Krebs nicht mit dem Abschluss der ersten Behandlung. Im Gegenteil: Das Wissen um die Mutation wirft neue Fragen auf.
Vanessa nimmt an einem intensivierten Vorsorgeprogramm teil und erhält regelmäßige Kontrollen einschließlich MRT. Gleichzeitig beschäftigt sie die Frage, welche weiteren Entscheidungen sie aufgrund ihres persönlichen Risikos treffen möchte.
Rückblickend sagt sie sogar, dass sie den genetischen Test zeitweise „verflucht“ habe. Denn plötzlich war da ein Wissen, mit dem sie leben und Entscheidungen treffen musste.
Die Podcast-Folge macht damit sehr konkret sichtbar, was eine BRCA1-Mutation für einen einzelnen Menschen bedeuten kann: nicht nur einen Befund auf einem Blatt Papier, sondern jahrelange Abwägungen über Vorsorge, Körper und Zukunft.
Der lange Weg zur Mastektomie
Eine dieser Entscheidungen betrifft die Mastektomie.
Vanessa beschäftigt sich nach der BRCA1-Diagnose wiederholt mit einer präventiven Entfernung des Brustdrüsengewebes. Über Jahre spricht sie immer wieder mit Ärzt*innen und Brustzentren über diesen Wunsch.
Ein einfacher oder geradliniger Weg ist es für sie nicht.
Dann kommt es zu einer Situation, die ihrer Geschichte eine neue Wendung gibt: Kurz nachdem ihr individuelles Krebsrisiko erneut bewertet worden ist, wird bei einer Kontrolluntersuchung eine Veränderung entdeckt.
Eine Biopsie bestätigt: Vanessa hat erneut Brustkrebs.
Was macht es mit einem Menschen, wenn genau das eintritt, dessen Risiko ihn bereits über Jahre begleitet hat? Und wie verändert eine zweite Diagnose den Blick auf eine Operation, über die man schon lange nachgedacht hat?
Diese Fragen gehören zu den Momenten, die Vanessa im vollständigen Gespräch sehr persönlich beantwortet.
Mastektomie und Brustaufbau: Als der ursprüngliche Plan nicht funktioniert
Nach der zweiten Diagnose entscheidet sich Vanessa für die Mastektomie. Der ursprüngliche Plan sieht einen Brustaufbau mit Implantaten vor.
Doch ihre Behandlung verläuft anders als geplant.
Das Gewebe auf der zuvor bestrahlten Seite bereitet Schwierigkeiten. Der geplante Aufbau funktioniert dort nicht wie erhofft. Aus zunächst zwei vorgesehenen Operationen werden schließlich fünf.
Am Ende wird ihre Brust mit körpereigenem Gewebe aus dem Bauch aufgebaut (DIEP-Lappenplastik).
Vanessa erklärt dabei nicht die Operation als medizinisches Verfahren. Sie erzählt, was dieser Weg für sie als Patientin bedeutet: mehrere Operationen, Rückschläge, neue Entscheidungen und schließlich ein Ergebnis, mit dem sie heute sehr zufrieden ist.
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Warum Vanessa für die weitere Behandlung zum Martin Luther Krankenhaus geht
Nach ihren bisherigen Erfahrungen holt Vanessa für die weitere Behandlung eine zweite Meinung im Martin Luther Krankenhaus ein.
Entscheidend ist für sie nicht nur die medizinische Planung. Sie beschreibt im Podcast, dass dort auch ihre bisherige Krankheitsgeschichte und das, was die vergangenen Jahre mit ihr gemacht hatten, wahrgenommen wurden.
Dieses Gefühl spielt für ihre Entscheidung eine wichtige Rolle, die weitere Behandlung im Martin Luther Krankenhaus durchführen zu lassen.
Damit zeigt ihre Geschichte auch, welche Bedeutung Vertrauen und Kommunikation für Patient*innen haben können, wenn nach einer langen Krankheitsgeschichte erneut schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen.
Wie wichtig sind Partner*innen, Freund*innen und Familie bei Brustkrebs?
Vanessa spricht in der Folge ausführlich über Menschen, die sie während ihrer Erkrankungen begleitet haben.
Bei der ersten Erkrankung ist unter anderem eine Freundin besonders präsent. Bei der zweiten Diagnose erlebt sie ihren heutigen Ehemann als wichtige Unterstützung.
Das gesamte Umfeld ist wichtig.
Dabei geht Unterstützung weit über Arzttermine oder Gespräche über Krebs hinaus. Gemeinsam etwas zu unternehmen, Normalität zu erleben oder einen konkreten Tipp weiterzugeben kann ebenso bedeutsam sein.
Für Vanessa hängt damit auch eine ihrer wichtigsten Erfahrungen zusammen: Offen über ihre Krebserkrankung zu reden.
Was mental geholfen hat
Auf die Frage, was ihr geholfen habe, diese Jahre mental zu bewältigen, antwortet Vanessa sehr klar: Kommunikation.
Sie plädiert dafür, eine Krebsdiagnose nicht vor dem eigenen Umfeld zu verheimlichen. Offenheit habe ihr Unterstützung ermöglicht und Informationen zugänglich gemacht, die sie sonst möglicherweise nicht erhalten hätte.
„Hoffnung verloren?“
Moderatorin Martina Conradt fragt Vanessa, ob es in all den Jahren einen Moment gegeben habe, in dem sie die Hoffnung verloren und gedacht habe, sie werde die Erkrankung vielleicht nicht überleben.
Ihre Antwort fällt bemerkenswert kurz aus: „Nö, nie.
Weitere Gespräche mit Vanessa
Vanessa hat auch im unBehindert-Podcast über ihre Brustkrebserkrankungen gesprochen.
#024 Diagnose Brustkrebs vom Schock zur Stärke:
#029 Er ist wieder da
Über „Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“
„Warum ich? Der andere Gesundheitspodcast“ ist ein Audio- und Videopodcast der Johannesstift Diakonie. Jedes Thema wird aus zwei miteinander verbundenen Perspektiven erzählt: Zunächst berichtet ein betroffener Mensch von den eigenen Erfahrungen. In einer weiteren Podcast-Folge ordnet eine Fachperson aus Medizin, Pflege oder Therapie das Thema fachlich und menschlich ein.
Podcast-Webseite: jsd.de/podcast-warum-ich
Über die Johannesstift Diakonie
Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:
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