Neun von zehn Hüften können mit Minischnitt eingesetzt werden
Zwei Tage nach dem Einsatz ihrer künstlichen Hüfte steht die 85-jährige Sieglinde Mielke wie selbstverständlich von ihrem Klinikbett auf und läuft – wenn auch noch vorsichtig – mit ihrer Gehbank den Flur entlang. „Das OP-Verfahren für Endoprothesen hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiter entwickelt – zum Vorteil unserer Patient*innen. Diese sind viel schneller wieder mobil und können das Krankenhaus heute in der Regel nach 5 Tagen verlassen“, erklärt Dr. med. Stephan David, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift. Er ist stolz auf sein Team, das gemeinsam mit Kooperationspartnern erneut als Endoprothetikzentrum nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert wurde.
„Während eine neue Hüfte in der Vergangenheit noch über einen 20 Zentimeter großen Schnitt eingesetzt wurde, bleibt nach dem Einsatz der künstlichen Gelenke heute nur noch eine etwa acht Zentimeter lange Narbe“, erklärt der Chefarzt, der auch Leiter des Endoprothetikzentrums am Paul Gerhardt Stift ist. Hier ist Dr. David gemeinsam mit dem leitenden Oberarzt Oliver Brox und den niedergelassenen Orthopäden Dr. med. Uve Kurtz sowie Dr. med. Thomas Handschuh tätig. „Seit 2015 sind wir als Zentrum zertifiziert und haben die anspruchsvolle jährliche Überprüfung auch jetzt wieder bestanden“, freut sich Zentrumkoordinator Oliver Brox.
Er operiert im Paul Gerhardt Stift bereits seit vielen Jahren – und freut sich besonders bei Hüftoperationen über enorme Fortschritte zugunsten der Patient*innen: „Neun von zehn Hüften können wir inzwischen minimalinvasiv, also mit kleinsten Hautschnitten, durch künstliche Gelenke ersetzen. Früher mussten wir im Rahmen der Operation immer auch einen Teil der Muskulatur durchtrennen – heute nutzen wir die natürlichen Lücken zwischen Muskeln, um das Gelenk einzusetzen. Die Muskeln werden auseinander gedrängt, ohne diese zu beschädigen“, so der Leitende Oberarzt.
Das neuartige Verfahren, das seit etwa drei Jahren im Paul Gerhardt Stift angewendet wird, bietet für Patient*innen nicht nur eine sehr viel schnellere Mobilität, sondern auch eine bessere Wundheilung sowie ein geringeres Infektionsrisiko. „Dieses High-Tech-Verfahren eignet sich deshalb auch sehr gut für ältere Patient*innen“, sagt Chefarzt Dr. David. Dazu gehört Sieglinde Mielke, die das Team im Paul Gerhardt Stift in höchsten Tönen lobt: „Ich bin sehr zufrieden und froh, dass ich schon wieder so mobil bin. Ein großes Dankeschön geht an Herrn Brox und das Team“, sagt die 85-Jährige.
EPZ: Spezialisiertes Zentrum im Paul Gerhardt Stift
Ein Endoprothektikzentrum (EPZ) ist ein spezialisiertes Zentrum für die Durchführung von endoprothetischen Eingriffen, also Operationen zum Einsetzen von künstlichen Gelenken, das mit einem Gütesiegel zertifiziert ist. Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) unterziehen sich die Kliniken und ihre Kooperationspartner dabei einer regelmäßigen Prüfung durch das Internationale Institut Clarcert. Neben Leistungszahlen werden die Ergebnisqualität und die patientennahen Prozesse einer eingehenden Prüfung unterzogen. Bei einem positiven Ergebnis wird die Klinik mit einem Gütesiegel zertifiziert. In Kooperation mit der orthopädischen Praxis von Dr. med. Uve Kurtz sowie der orthopädischen Praxis von Dr. med. Georg Thomas Handschuh wurde die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Paul Gerhardt Stift im Jahr 2015 als EndoProthetikZentrum erstmals zertifiziert und seitdem jährlich rezertifiziert. Leiter des Zentrums ist Dr. med. Stephan David, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie; Koordinator des Zentrums ist Oberarzt Oliver Brox.
Pressekontakt
Janet Pötzsch
Telefon 03491 50-2295
janet.poetzsch@jsd.de
Über die Johannesstift Diakonie
Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:
- Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
- Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
- Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
- Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
- Arbeit, Beschäftigung und Soziales
- Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
- Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen

Facebook
Instagram
YouTube
LinkedIn
Xing