Was ist Brustkrebs?
Brustkrebs entsteht, wenn Zellen im Brustgewebe entarten und sich unkontrolliert vermehren. Die häufigsten Formen gehen von den Milchgängen oder Drüsenläppchen aus. Es gibt verschiedene Typen – einige wachsen langsam, andere aggressiver, wie zum Beispiel die seltene Form Inflammatorischer Brustkrebs, der sich durch Entzündungszeichen der Brust bemerkbar macht.
Die Krebszellen können sich im Körper ausbreiten und Metastasen, Tochtergeschwülste, bilden. Hier lösen sich Krebszellen vom ursprünglichen (primären) Tumor, wandern über Blut- oder Lymphbahnen oder durch das Gewebe und siedeln sich an anderen Stellen im Körper an. Dort beginnen sie, neue Tumore zu bilden.
Je nach Stadium und Typ des Tumors variieren die Behandlungsmöglichkeiten und Prognosen erheblich.
Springe zu
Häufigkeit und Vorkommen
Wie häufig ist Brustkrebs?
Brustkrebs kann jede Frau treffen, unabhängig von Alter oder Lebensstil. Etwa jede achte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Das entspricht ungefähr 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Das Risiko steigt mit dem Alter.
Auch wenn Brustkrebs hauptsächlich Frauen betrifft, können auch Männer erkranken – allerdings deutlich seltener. Nur etwa 1 Prozent aller Brustkrebserkrankungen betrifft Männer.
Welche Arten von Brustkrebs gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebs, die sich in Ursprung und Eigenschaften unterscheiden:
- Duktales Karzinom: Das häufigste Mammakarzinom, das von den Milchgängen ausgeht, kann invasiv, mit Metastasenbildung oder ohne, nicht-invasiv, auftreten.
- Lobuläres Karzinom: Entsteht in den Drüsenläppchen der Brust und macht etwa 10 bis 15 Prozent aller Brustkrebsfälle aus.
- Inflammatorischer Brustkrebs: Eine seltene, aber aggressive Form, die sich durch Hautrötungen, Schwellungen und Überwärmung der Brust zeigt.
- Hormonrezeptor-positive Tumore: Diese Krebsarten wachsen unter dem Einfluss von Östrogen oder Progesteron und sprechen oft gut auf Hormontherapien an.
- HER2-positive Tumore: Charakteristisches Merkmal ist die übermäßige Produktion des HER2-Proteins.
Ursachen und Risikofaktoren
Verschiedene Faktoren können das Risiko für Brustkrebs erhöhen:
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:
- Alter: Das Risiko steigt mit den Jahren.
- genetische Veranlagung: BRCA1- und BRCA2-Mutationen
- Familiengeschichte von Brust- oder Eierstockkrebs
- frühe erste Menstruation oder späte Menopause
- Kinderlosigkeit oder späte erste Schwangerschaft
Beeinflussbare Risikofaktoren:
- Übergewicht nach den Wechseljahren
- übermäßiger Alkoholkonsum
- Rauchen
- Hormonersatztherapie über längere Zeit
- Bewegungsmangel
Symptome und Anzeichen
Frühe Anzeichen für Brustkrebs sind nicht immer eindeutig, aber es lohnt sich, aufmerksam zu sein. Mögliche Brustkrebs-Symptome umfassen:
- Knoten oder Verhärtungen in der Brust oder Achselhöhle
- Veränderungen der Brustform oder -größe
- Hautrötungen, Dellen oder eingezogenen Brustwarzen
- eingezogene Brustwarzen
- Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze
- Schmerzen in der Brust (seltener)
- Hautveränderung, die einer Orangenhaut ähnelt
Diese Veränderungen bedeuten nicht zwangsläufig Brustkrebs, sollten aber in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Je früher Klarheit herrscht, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Wie sieht Brustkrebs aus?
Das Brustkrebs-Aussehen kann sehr unterschiedlich sein. Oft sind Veränderungen nur tast- oder bildgebend erkennbar. Manchmal sind Hautveränderungen sichtbar, in anderen Fällen zeigt sich der Tumor nur im Ultraschall oder in der Mammografie.
Typische sichtbare Zeichen können sein:
- Einziehungen oder Dellen der Haut
- Veränderungen der Brustwarze
- Hautveränderungen wie Rötungen oder Schwellungen
- Asymmetrie der Brüste
Wie erkenne ich Brustkrebs frühzeitig?
Die Früherkennung von Brustkrebs ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Folgende Maßnahmen helfen bei der frühen Erkennung:
- Selbstuntersuchung: Tasten Sie Ihre Brüste regelmäßig ab, am besten nach der Menstruation.
- Mammographie-Screening: Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur kostenlosen Mammografie.
- Gynäkologische Vorsorge: Regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt sind wichtig.
- Bei Risikofaktoren: Engmaschigere Kontrollen und eventuell frühere Screening-Untersuchungen.
Wie kann man Brustkrebs vorbeugen?
Obwohl nicht alle Risikofaktoren beeinflussbar sind, können Sie durch einen gesunden Lebensstil Ihr Risiko reduzieren:
- Gesunde Ernährung: Mediterrane Kost mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte statt Weißmehl, gesunde Fette wie Olivenöl und Nüsse sowie wenig rotes Fleisch und Zucker.
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche.
- Gewichtskontrolle: Normalgewicht halten oder erreichen.
- Alkohol begrenzen: Wenig oder keinen Alkohol trinken.
- Nichtrauchen: Rauchen erhöht das Krebsrisiko.
- Stillen: Wenn möglich, stillen Sie Ihre Kinder.
- Hormontherapie überdenken: Besprechen Sie Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie mit Arzt oder Ärztin.
Wie wird Brustkrebs diagnostiziert?
Die Diagnose von Brustkrebs erfolgt in mehreren Schritten:
- Klinische Untersuchung: Abtasten der Brust durch den Arzt oder die Ärztin
- Bildgebende Verfahren: Mammografie, Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT)
- Gewebeprobe (Biopsie): Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung.
- Weitere Diagnostik: Bei bestätigtem Brustkrebs folgen Untersuchungen zur Bestimmung der Tumorausdehnung und möglicher Metastasen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Brustkrebs?
Die Brustkrebs-Behandlung ist heute sehr vielfältig und wird individuell auf jede*n Patient*in abgestimmt. Ein erfahrenes Team erstellt einen persönlichen Behandlungsplan:
- Operation: Entfernung des Tumors, entweder brusterhaltend oder als Mastektomie.
- Chemotherapie: Medikamentöse Behandlung zur Zerstörung von Krebszellen.
- Strahlentherapie: Die Bestrahlung bei Brustkrebs erfolgt meist nach einer brusterhaltenden Operation.
- Hormontherapie: Bei hormonrezeptor-positiven Tumoren.
- Targeted Therapy: Zielgerichtete Therapien wie Anti-HER2-Behandlung.
- Immuntherapie: Neue Behandlungsansätze, die das Immunsystem aktivieren.
Wie läuft eine Brustkrebsoperation ab?
Das Ziel einer Brustkrebsoperation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und gleichzeitig so viel gesundes Gewebe wie möglich zu erhalten. Je nach Tumorgröße und -lage gibt es verschiedene Operationsmethoden:
- Brusterhaltende Operation: Der Tumor wird mit einem Sicherheitssaum entfernt, die Brust bleibt weitgehend erhalten.
- Mastektomie: Entfernung der gesamten Brust, meist mit der Möglichkeit eines späteren Wiederaufbaus.
- Sentinel-Lymphknoten-Biopsie zur Prüfung auf Metastasen: Entfernung des Wächterlymphknotens. Das ist der erste Knoten, in den die Lymphflüssigkeit aus dem Tumorgebiet abfließt.
Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Umfang zwischen einer und mehreren Stunden.
Wie verändert Brustkrebs den Alltag?
Eine Brustkrebserkrankung betrifft das gesamte Leben, die Gedanken und Gefühle. Viele Frauen berichten von anfänglicher Unsicherheit, aber auch von einem neuen Bewusstsein für das Leben. Typische Veränderungen sind:
- Körperliche Aspekte: Müdigkeit, Nebenwirkungen der Behandlung, mögliche Einschränkungen der Beweglichkeit.
- Emotionale Herausforderungen: Angst, Trauer, aber auch Stärke und Dankbarkeit.
- Soziale Veränderungen: Auswirkungen auf Partnerschaft, Familie und Beruf.
- Praktische Anpassungen: Terminplanung für Behandlungen, Hilfsmittel wie Prothesen oder spezielle BHs.
Welche Unterstützung gibt es für Betroffene?
Sie sind nicht allein mit Ihrer Erkrankung. Es gibt vielfältige Unterstützungsangebote:
- Medizinische Betreuung: Onkolog*innen, Gynäkolog*innen und spezialisierte Pflegekräfte.
- Psychoonkologische Betreuung: Psychotherapeut*innen mit Spezialisierung auf Krebserkrankungen.
- Selbsthilfegruppen: Austausch mit anderen Betroffenen.
- Sozialberatung: Hilfe bei organisatorischen und finanziellen Fragen.
- Physiotherapie: Unterstützung bei der Rehabilitation nach Operationen.
- Ernährungsberatung: Hilfe bei der Ernährungsumstellung während und nach der Behandlung.
Wie gehe ich mit der Angst vor Rückfällen um?
Die Angst vor einem Rückfall ist verständlich und normal. Folgende Strategien können helfen:
- Regelmäßige Nachsorge: Halten Sie alle Nachsorgetermine ein.
- Gesunder Lebensstil: Stärken Sie Ihren Körper durch gesunde Ernährung und Bewegung.
- Psychologische Unterstützung: Gespräche mit Psychoonkolog*innen oder Selbsthilfegruppen
- Entspannungstechniken: Meditation, Yoga oder andere Stressreduktionsverfahren
- Offene Kommunikation: Sprechen Sie mit Familie und Freund*innen über Ihre Ängste.
- Realistische Einschätzung: Informieren Sie sich über tatsächliche Rückfallrisiken.
Was gibt es noch über Brustkrebs zu wissen?
Nachsorge: Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um mögliche Rückfälle früh zu erkennen.
Forschung: Die Brustkrebsforschung macht kontinuierlich Fortschritte. Neue Therapieansätze werden entwickelt und getestet.
Lebensqualität: Viele Frauen führen nach einer Brustkrebserkrankung ein erfülltes Leben. Moderne Behandlungsmethoden zielen darauf ab, die Lebensqualität zu erhalten.
Prognose: Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Brustkrebs liegt in Deutschland bei über 80 Prozent, bei früh erkannten Tumoren sogar bei über 90 Prozent.
Fazit
Brustkrebs ist eine ernste Diagnose, aber keine, die Sie alleine tragen müssen. Dank moderner Diagnostik und Behandlungsmethoden haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren erheblich verbessert. Wichtig ist eine Früherkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Selbstuntersuchungen.
Die Behandlung wird individuell auf jede Patient*in abgestimmt und umfasst verschiedene Therapieformen. Neben der medizinischen Behandlung ist auch die psychosoziale Betreuung ein wichtiger Baustein der Versorgung. Ein gesunder Lebensstil kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Unterstützung während und nach der Behandlung beitragen.
Bei Fragen oder Verdacht auf Brustkrebs zögern Sie nicht, sich an unsere Spezialist*innen zu wenden. Eine frühzeitige Beratung und Behandlung können entscheidend für den Therapieerfolg sein.
Sprechstunde
Zur Abklärung und Therapie von Brustkrebs steht Ihnen in der Johannesstift Diakonie unser kompetentes Team von Brustkrebsspezialist*innen zur Verfügung. Unsere erfahrenen Ärzt*innen arbeiten interdisziplinär zusammen, um Ihnen die bestmögliche Behandlung zu bieten.
Sprechstunden
Stadtrandstraße 555
13589 Berlin
Caspar-Theyß-Straße 27-31
14193 Berlin
Paul-Gerhardt-Straße 42-45
06886 Lutherstadt Wittenberg






Facebook
Instagram
YouTube
LinkedIn
Xing