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Nabelschnur: lebenswichtige Verbindung von Mutter und Kind

Die Nabelschnur ist die lebenswichtige Verbindung zwischen Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Über sie wird der Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Doch was passiert mit der Nabelschnur nach der Geburt? Und was hat die Nabelschnur mit Stammzellen zu tun? Diese und weitere Fragen beantwortet dieser Ratgebertext des Teams der Geburtshilfe und Neonatologie der Johannesstift Diakonie.

Werdende Eltern betrachten mit Ärztin Ultraschall am Monitor.

Aufbau, Funktion und Komplikationen  

Nabelschnur und Plazenta gehören zusammen: Die Nabelschnur verbindet die Plazenta mit dem Fötus in der Gebärmutter und ermöglicht so die lebensnotwendige Versorgung des Kindes. Sie entsteht am Anfang der Schwangerschaft, nachdem sich die Fruchtblase gebildet hat, etwa drei Wochen nach der Befruchtung der Eizelle.  

Viele Eltern fragen sich: Wie lang ist eine Nabelschnur? Wie ist sie aufgebaut und warum? Die Nabelschnur ist ein etwa 15 Millimeter dicker spiralförmig gedrehter Schlauch aus Gewebe. Sie ist meist 50 bis 60 Zentimeter lang – manchmal kürzer oder länger. In der Nabelschnur befinden sich zwei Arterien und eine Vene, eingebettet in gallertartiges Bindegewebe, die Wharton-Sulze. Über die Gefäße gelangen Sauerstoff und Nährstoffe zum Baby. Abfallstoffe werden zurück zur Plazenta und in den Blutkreislauf der Mutter transportiert. Das geleeartige Gewebe der Wharton-Sulze macht die Nabelschnur flexibel: Sie gibt bei Druck nach und knickt nicht ab; so bleibt die Versorgung des Fötus gesichert.    

Wenn die Nabelschnur ungewöhnlich kurz ist, kann es unter der Geburt zu Komplikationen kommen. Das Baby kann in seiner Beweglichkeit eingeschränkt sein, was den Geburtsprozess verzögern kann. In seltenen Fällen kommt es dadurch zu Druck auf den Mutterkuchen und zu einer Plazentaablösung. Relativ häufig kommt es vor, dass sich die Nabelschnur um den Hals des Babys legt. In den meisten Fällen besteht kein Risiko: Bei der Geburt kann das medizinische Personal die Nabelschnur problemlos lösen. Bei einem Nabelschnurvorfall dagegen müssen Hebammen und Ärzt*innen schnell handeln: Die Nabelschnur rutscht vor dem Baby in den Geburtskanal. Weil das Baby auf die Nabelschnur drückt, kann die Blutversorgung unterbrochen werden.   

Nach der Geburt: Vom Abnabeln bis zum Bauchnabel

Meist wird die Nabelschnur des Babys frühestens 60 Sekunden nach der Geburt abgeklemmt. Expert*innen empfehlen, die Nabelschnur auspulsieren zu lassen. Dann klemmt das medizinische Personal die Nabelschnur erst nach ein paar Minuten vom Baby ab. Das Blut aus der Nabelschnur fließt zurück zum Neugeborenen. Studien zeigen, dass dies Vorteile für das Kind hat:

  • bessere Eisenversorgung und dadurch seltener Eisenmangel
  • mehr Blutvolumen und dadurch seltener Anämie
  • mehr Sauerstoff  
  • bessere Immunabwehr durch mehr Stammzellen
  • erhöhtes Geburtsgewicht des Babys
  • weniger Komplikationen bei Ablösung des Mutterkuchens


Ein spätes Abnabeln hat auch Nachteile: Die Wahrscheinlichkeit für eine Neugeborenen-Gelbsucht ist höher. Zudem befindet sich dann in der Nabelschnur zu wenig Blut, um es beispielsweise für künftige medizinische Behandlungen des Kindes einzulagern.  

Wenn die Versorgung des Babys gefährdet ist, ist ein frühes Abnabeln wenige Sekunden nach der Geburt notwendig. Das ist der Fall, wenn das Kind als Frühchen zur Welt kommt oder die Mutter rhesus-negativ ist und Schwierigkeiten hat, Antikörper zu bilden. Beim Abnabeln wird die Nabelschnur wenige Zentimeter über dem Bauch des Babys abgeklemmt und durchtrennt. Wenn der Nabelschnurrest nicht mehr blutet, wird die Klemme abgenommen.  

Der Hautstummel bleibt stehen: Er trocknet mit der Zeit ein und schrumpft. Dabei verfärbt er sich von Gelb zu Braun zu Schwarz. Schließlich kommt es zum Abfallen der Nabelschnur.  Viele Eltern fragen sich nach der Geburt sich: Wann ist die Nabelschnur abgefallen? Das kann unterschiedlich lange dauern, im Durchschnitt bis zu zehn Tage. Die Haut darunter ist verheilt und der Bauchnabel entstanden.  

Die richtige Pflege ist wichtig: Eltern sollten den Nabelschnurrest ihres Babys einmal am Tag mit handwarmen, abgekochten Wasser reinigen und dann mit einem Mulltuch abtupfen. Sie sollten dabei saubere Hände haben und nicht am Bauchnabel zupfen. Die Hebammen unserer Geburtskliniken zeigen den Eltern gerne, wie sie den Bauchnabel ihres Babys richtig pflegen.  

Manche Eltern möchten Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur gewinnen. Das sind nicht ausgereifte Zellen, die sich später zu verschiedenen Zelltypen entwickeln können. Deshalb sind sie für künftige medizinische Behandlungen etwa bei Erkrankungen wie Leukämie geeignet – auch bei Verwandten ersten Grades wie Geschwistern. Sollen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden, wird ein schnelles Abnabeln nach der Geburt empfohlen. Stammzellen aus dem Nabelschnurblut können kostenpflichtig privat eingelagert werden oder für die öffentliche Forschung gespendet werden.  

Sie möchten die Nabelschnur nach der Geburt Ihres Babys auspulsieren lassen? Unser Fachpersonal informiert Sie gerne im Gespräch bei der Anmeldung zur Geburt über die Vor- und Nachteile. Unsere Teams der Geburtshilfe gehen gerne auf Ihre Wünsche rund um die Geburt ein  - immer mit Blick auf die beste medizinische Versorgung für Sie und Ihr Baby.  

Anmeldung zur Geburt

Stadtrandstraße 555
13589 Berlin

Anmeldung zur Geburt

Caspar-Theyß-Straße 27-31
14193 Berlin

Anmeldung zur Geburt

Paul-Gerhardt-Straße 42-45
06886 Lutherstadt Wittenberg

Anmeldung zur Geburt

Fazit

Die Nabelschnur ist die lebensnotwendige Verbindung von Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Nach der Geburt verliert sie diese Funktion und wird vom Baby getrennt. Eltern können vor der Geburt überlegen, ob sie Stammzellen aus dem Nabelschnurblut gewinnen wollen. Sie haben Fragen zum Thema Nabelschnur? Unsere Expert*innen der Geburtshilfe der Johannesstift Diakonie helfen Ihnen gerne weiter. 

Wenn Sie Fragen haben oder sich Sorgen machen, stehen Ihnen unsere Expert*innen für Neonatologie/Geburtshilfe jederzeit zur Verfügung.

Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
Porträt Dr. med. Katharina Carrizo
Dr. med. Katharina Carrizo
Chefärztin
Chefärztin

Dr. med. Katharina Carrizo

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I)
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie
Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren)
Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde
Fachgebundene genetische Beratung

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I) Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren) Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde Fachgebundene genetische Beratung
030 3702-1202030 3702-1202katharina.carrizo@jsd.de030 3702-1207030 3702-1207
Porträt Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Chefarzt
Chefarzt

Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
MIC III

Facharzt für Gynäkologie und GeburtshilfeSchwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und ReproduktionsmedizinMIC III
030 8955-3311030 8955-3311gynaekologie.martin-luther@jsd.de030 8955-3366030 8955-3366
Porträt Dr. med. Roger Rehfeld
Dr. med. Roger Rehfeld
Ärztlicher Direktor, Chefarzt
Ärztlicher Direktor, Chefarzt

Dr. med. Roger Rehfeld

Direktor des Zentrums für Familiengesundheit
Chefarzt der Frauenklinik
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin

Direktor des Zentrums für FamiliengesundheitChefarzt der FrauenklinikFacharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin
03491 50-370103491 50-3701gynaekologie.pgstift@jsd.de03491 50-370203491 50-3702