Schließen
Suchen & Finden

Gelbsucht bei Babys : Was Sie wissen sollten

Über die Hälfte der Babys entwickeln in den ersten Lebenstagen nach der Spontangeburt eine Gelbfärbung von Haut und Augenweiß. In den meisten Fällen ist sie harmlos und bildet sich innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst zurück. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten der Gelbsucht bei Babys. Die Geburtshilfe der Johannesstift Diakonie bietet in diesen Fällen umfassende Unterstützung.

Was ist die Gelbsucht bei Babys?

Die Gelbsucht bei Babys, auch Neugeborenen-Ikterus genannt, ist eine gelbliche Verfärbung der Haut und der Augen bei Neugeborenen. Diese entsteht durch einen erhöhten Bilirubinspiegel im Blut, einem Abbauprodukt der roten Blutkörperchen, dem Hämoglobin.

Grund dafür ist, dass bei Neugeborenen die Leber oft noch nicht vollständig entwickelt ist und das Bilirubin vom Körper nicht schnell genug verarbeitet werden kann, was zu dieser Gelbfärbung führt.
Unsere Geburtshilfe steht Ihnen in diesen Fällen mit umfassender medizinischer Hilfe zur Seite.

Was verursacht Gelbsucht bei Babys?

Die Hauptursache für die Gelbsucht bei Babys ist die Unreife der Leber, die das Bilirubin, einem Abbauprodukt der roten Blutkörperchen, nicht effizient genug abbauen kann. Zusätzlich haben Neugeborene eine höhere Anzahl an roten Blutkörperchen, die nach der Geburt schneller abgebaut werden. Das dabei entstehende Bilirubin sammelt sich im Blut an und führt zur gelblichen Verfärbung der Haut und Augen.

Wie entsteht der gelbliche Hautton?

Der gelbliche Hautton bei Babys mit Gelbsucht entsteht durch die Ablagerung von Bilirubin in der Haut. Wenn die Konzentration dieses Farbstoffs im Blut ansteigt, lagert er sich im Gewebe ab und führt zur sichtbaren Gelbfärbung. Diese beginnt oft im Gesicht und breitet sich dann auf den gesamten Körper aus.

Welche Anzeichen deuten auf eine Gelbsucht bei Babys hin?

Die typischen Symptome einer Neugeborenen Gelbsucht sind:

  • Gelbliche Färbung der Haut und des Augenweißes, meist zwischen dem zweiten und vierten Lebenstag
  • Bei leichtem Druck auf Stirn oder Nase bleibt die Haut gelblich
  • In einigen Fällen dunkler Urin und heller Stuhl
  • Manche Babys wirken müde oder trinken weniger

Empfehlung: Wenn Sie diese Anzeichen bemerken, ist es wichtig, Ihr Baby genau zu beobachten und bei Unsicherheiten die Hebamme zu befragen, Arzt oder Ärztin aufzusuchen.

Wann tritt die Gelbsucht typischerweise auf?

Die Gelbsucht tritt typischerweise zwischen dem zweiten und vierten Lebenstag auf und erreicht ihren Höhepunkt um den dritten bis fünften Tag. Bei Frühgeborenen kann sie früher und intensiver auftreten.

Wie ist der Krankheitsverlauf der Gelbsucht bei Neugeborenen?

In den meisten Fällen ist die Neugeborenengelbsucht harmlos und bildet sich innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst zurück. Der Bilirubinspiegel steigt zunächst an, erreicht einen Höhepunkt und sinkt dann wieder, sobald die Leber des Babys effizienter arbeitet.

Typischer Krankheits- verlauf

Die ersten Anzeichen der Gelbsucht zeigen sich meist zwischen dem 2. und 3. Lebenstag. Das Baby wirkt gesund, ist aber leicht gelblich gefärbt.

Die Gelbfärbung intensiviert sich und erreicht in der Regel zwischen dem 4. und 6. Tag ihren Höhepunkt. In den meisten Fällen bleibt das Baby dabei wohlauf und entwickelt keine weiteren Symptome.

Der Körper des Babys beginnt, das überschüssige Bilirubin abzubauen. Die Gelbfärbung verblasst langsam und verschwindet meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen. Bei Frühgeborenen kann es länger dauern.

Ab wann ist Gelbsucht bei einem Neugeborenen gefährlich?

Sie sollten eine*n Ärzt*in aufsuchen, wenn:

  • Die Gelbfärbung bereits in den ersten 24 Stunden nach der Geburt auftritt.
  • Die Gelbfärbung sich verstärkt oder länger als zwei Wochen anhält.
  • Ihr Baby sehr schläfrig ist, schlecht trinkt oder andere ungewöhnliche Symptome zeigt.
  • Der Urin dunkel oder der Stuhl hell gefärbt ist.

In solchen Fällen ist eine genaue Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung notwendig. Unsere Abteilung für Neonatologie/Geburtshilfe steht Ihnen in diesen Fällen mit umfassender Expertise zur Seite.

Sollte die Gelbsucht nach 14 Tagen nicht abklingen oder das Baby krank wirken, sollte ein*e Ärzt*in aufgesucht werden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung und die Messung des Bilirubinspiegels im Blut. Manchmal wird auch ein Hauttest mit einem speziellen Gerät durchgeführt, um den Bilirubinwert zu bestimmen.

Welche Formen der Gelbsucht gibt es?

Es gibt verschiedene Formen der Neugeborenengelbsucht:

  • Physiologische Gelbsucht: Es ist die häufigste Form. Sie entsteht durch die normale Anpassung des Körpers des Babys nach der Geburt.
  • Still-Gelbsucht: Kann bei gestillten Babys auftreten, meist harmlos und vorübergehend.
  • Pathologische Gelbsucht: Tritt aufgrund von Erkrankungen oder anderen Faktoren auf und erfordert eine medizinische Abklärung.

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Eine Behandlung ist erforderlich, wenn der Bilirubinspiegel bestimmte Grenzwerte überschreitet oder schnell ansteigt. Ihr*e Ärzt*in wird den Wert regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Welche Therapien gibt es und wie wirken sie?

Die Behandlung der Gelbsucht hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. In leichten Fällen reicht es oft aus, das Baby häufiger an die Brust anzulegen, um den Bilirubinspiegel zu senken. 

Bei schweren Fällen kann eine Lichttherapie (Phototherapie) dem Baby helfen, das Bilirubin im Körper abzubauen. In seltenen Fällen kann ein Blutwechsel mithilfe einer Austauschtransfusion erforderlich sein.

Unsere Klinik bietet moderne Diagnostik- und Behandlungsmethoden, um Ihrem Baby die beste Versorgung zu ermöglichen.

Ablauf der Therapien

Die Licht- bzw. Phototherapie ist die häufigste Behandlungsmethode bei Neugeborenengelbsucht. Dabei wird das Baby mit speziellem blauem Licht bestrahlt, das hilft, das Bilirubin in eine wasserlösliche Form umzuwandeln, sodass es über Urin und Stuhl ausgeschieden werden kann.

Ablauf der Phototherapie:

  • Das Baby wird in ein Wärmebett oder Inkubator unter eine Blaulichtlampe gelegt.
  • Die Augen werden mit einer speziellen Schutzbrille bedeckt.
  • Die Therapie dauert je nach Bilirubinwert zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen.
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen zeigen den Fortschritt der Behandlung.

Diese Methode ist sicher und effektiv, kann aber zu Nebenwirkungen wie vorübergehendem Hautausschlag oder vermehrtem Wasserlassen führen.
 

Stillen oder Flaschennahrung spielen eine wichtige Rolle beim Abbau von Bilirubin. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr kann dazu beitragen, die Ausscheidung über Stuhl und Urin zu beschleunigen.

Tipps zur Unterstützung:

  • Stillen nach Bedarf, mindestens 8 bis 12 Mal pro Tag.
  • Falls erforderlich, zusätzlich abgepumpte Muttermilch oder Säuglingsersatznahrung geben.
  • Ärztliche Rücksprache bei Anzeichen von Dehydrierung (weniger nasse Windeln, trockene Schleimhäute).
     

In seltenen sehr schweren Fällen, wenn die Bilirubinwerte extrem hoch sind und eine Hirnschädigung (Kernikterus) droht, kann eine Austauschtransfusion notwendig sein. Dabei wird ein Teil des Blutes des Babys durch gespendetes Blut ersetzt, um das überschüssige Bilirubin schnell zu entfernen.

Ablauf:

  • Die Behandlung erfolgt auf einer Intensivstation unter strenger Überwachung.
  • Das Baby erhält über eine Vene oder Arterie kleine Mengen Blut, während gleichzeitig eigenes Blut entfernt wird.
  • Diese Methode ist sehr effektiv, wird jedoch nur in kritischen Fällen angewendet.

Wann sollte das Baby im Krankenhaus behandelt werden?

Wenn der Bilirubinspiegel sehr hoch ist oder schnell ansteigt, kann eine stationäre Behandlung notwendig sein. Um das zu beurteilen ist die ärztliche Kontrolle notwendig. 

Wenn Sie Fragen haben oder sich Sorgen machen, stehen Ihnen unsere Expert*innen für Neonatologie/Geburtshilfe jederzeit zur Verfügung.

Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
Porträt Dr. med. Katharina Carrizo
Dr. med. Katharina Carrizo
Chefärztin
Chefärztin

Dr. med. Katharina Carrizo

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I)
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie
Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren)
Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde
Fachgebundene genetische Beratung

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I) Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren) Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde Fachgebundene genetische Beratung
030 3702-1202030 3702-1202katharina.carrizo@jsd.de030 3702-1207030 3702-1207
Porträt Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Chefarzt
Chefarzt

Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
MIC III

Facharzt für Gynäkologie und GeburtshilfeSchwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und ReproduktionsmedizinMIC III
030 8955-3311030 8955-3311gynaekologie.martin-luther@jsd.de030 8955-3366030 8955-3366
Porträt Dr. med. Roger Rehfeld
Dr. med. Roger Rehfeld
Ärztlicher Direktor, Chefarzt
Ärztlicher Direktor, Chefarzt

Dr. med. Roger Rehfeld

Direktor des Zentrums für Familiengesundheit
Chefarzt der Frauenklinik
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin

Direktor des Zentrums für FamiliengesundheitChefarzt der FrauenklinikFacharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin
03491 50-370103491 50-3701gynaekologie.pgstift@jsd.de03491 50-370203491 50-3702

Anmeldung zur Geburt

Stadtrandstraße 555
13589 Berlin

Anmeldung zur Geburt

Caspar-Theyß-Straße 27-31
14193 Berlin

Anmeldung zur Geburt

Paul-Gerhardt-Straße 42-45
06886 Lutherstadt Wittenberg

Anmeldung zur Geburt