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Was ist eine Endokarditis?
Die bakterielle Endokarditis ist die häufigste Form einer Entzündung der Herzinnenhaut und wird durch Bakterien-Arten wie Streptokokken oder Staphylokokken ausgelöst. Die Erkrankung betrifft damit vor allem die Herzklappen und kann unbehandelt schwere gesundheitliche Folgen haben. Seltener wird die Entzündung durch Pilze oder andere Mikroorganismen ausgelöst.
Verschiedene Arten
Endokarditis kann in zwei Haupttypen unterteilt werden:
Infektiöse Endokarditis: Diese Form entsteht durch eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen. Je nach Verlauf unterscheidet man zwischen einer akuten und einer subakuten infektiösen Endokarditis. Die akute Form entwickelt sich schnell und ist meist mit schweren Symptomen verbunden. Die subakute Form hingegen verläuft langsamer und wird oft durch weniger aggressive Erreger ausgelöst.
Nicht-infektiöse Endokarditis: Diese seltener vorkommende Form entsteht durch eine Schädigung der Herzinnenhaut ohne mikrobiellen Erreger. Sie tritt häufig im Rahmen von Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes auf.
Häufige Ursachen
Die häufigste Ursache für eine infektiöse Endokarditis ist das Eindringen von Bakterien in die Blutbahn, etwa durch:
- zahnärztliche Eingriffe oder Infektionen im Mundraum
- operative Eingriffe oder invasive medizinische Prozeduren
- Verletzungen oder Infektionen der Haut
- chronische Entzündungen im Körper
In seltenen Fällen können auch Pilze oder andere Mikroorganismen die Ursache sein. Besonders gefährdet sind Menschen mit bestehenden Herzklappenfehlern oder einer künstlichen Herzklappe, da hier der natürliche Schutzmechanismus des Herzens geschwächt ist.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für die Entwicklung einer Endokarditis sind:
- vorbestehende Herzklappenerkrankung oder angeborene Herzfehler
- künstliche Herzklappen
- frühere Episoden von Endokarditis
- intravenöser Drogenkonsum
- Immunschwäche (z. B. durch HIV oder bestimmte Medikamente)
- chronische Infektionen im Körper
Ein besonders hohes Risiko besteht nach einer Herzoperation, insbesondere bei Patient*innen mit vorgeschädigten Herzklappen.
Typische Symptome
Die Symptome einer Endokarditis können je nach Form und Schwere der Erkrankung variieren. Typische Anzeichen sind:
- Fieber und Schüttelfrost
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Gewichtsverlust
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Blässe
- Herzgeräusche (durch Abhören feststellbar)
- kleine, schmerzlose Hautveränderungen wie Petechien oder Janeway-Läsionen
In schwereren Fällen kann es zu Symptomen wie Herzinsuffizienz, Atemnot und unregelmäßigem Herzschlag kommen. Diese Zeichen erfordern sofortige medizinische Abklärung.
Diagnose
Die Diagnose einer Endokarditis erfolgt meist durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborwerten und bildgebenden Verfahren. Wichtige diagnostische Schritte sind:
Blutkulturen: Mehrfache Blutentnahmen zur Identifikation der Erreger.
Echokardiographie: Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, um entzündliche Veränderungen an den Herzklappen sichtbar zu machen.
EKG und Röntgenaufnahmen: Zur Erfassung eventueller Herzrhythmusstörungen oder Veränderungen der Herzgröße.
Ein rascher Verdacht und eine frühzeitige Diagnosestellung sind entscheidend, um eine lebensbedrohliche Verschlechterung der Erkrankung zu vermeiden.
Auswirkungen
Unbehandelt kann einer Endokarditis zu schweren Komplikationen führen, darunter:
- Herzklappenschäden: Bleibende Schäden an den Herzklappen, die zu Herzinsuffizienz führen können.
- Embolien: Bakterien können sich von der Herzwand lösen, sich zu Blutgerinnseln entwickeln und über den Blutstrom in andere Organe gelangen. Die Gefahr hier ist, dass sie Blutgefäße verschließen und einen Infarkt verursachen.
- Sepsis: Eine unbehandelte Infektion kann eine lebensbedrohliche Blutvergiftung auslösen.
Die Endokarditis hat in schweren Fällen eine hohe Sterblichkeit, insbesondere wenn die Diagnose zu spät gestellt oder die Therapie unzureichend ist. Die Lebenserwartung und das Auftrete von Spätfolgen bei einer Endokarditis hängen stark davon ab, wie frühzeitig die Erkrankung erkannt und behandelt wird.
Behandlung und Therapien
Die Wahl der Behandlung hängt von der Ursache, dem Erregertyp und dem allgemeinen Gesundheitszustand des oder der Patient*in ab.
Die Endokarditis-Behandlung besteht in der Regel aus einer Kombination von Antibiotika und, in schweren Fällen, chirurgischen Eingriffen. Je nach Erregertyp und Schwere der Infektion werden unterschiedliche Therapiestrategien verfolgt:
Antibiotika: Die Behandlung beginnt meist mit einer hochdosierten in die Vene verabreichten Antibiotikatherapie, die mehrere Wochen dauert. In einigen Fällen ist eine Kombination verschiedener Antibiotika notwendig. Zu den häufig verwendeten Medikamenten hier gehören zum Beispiel:
- Penicilline
- Vancomycin (bei Penicillin-Allergien oder resistenten Keimen)
- Aminoglykoside in Kombination mit anderen Antibiotika
Chirurgische Eingriffe: Bei schwerwiegenden Komplikationen wie einem Herzklappenversagen oder großflächigen Infektionen kann eine Operation notwendig werden. Dabei wird häufig die betroffene Herzklappe repariert oder durch eine künstliche Klappe ersetzt.
Ein chirurgischer Eingriff ist bei etwa 30 bis 50 Prozent der Patient*innen notwendig. Indikationen für eine Operation sind:
- akutes Herzversagen durch zerstörte Herzklappen
- unkontrollierbare Infektionen trotz adäquater Antibiotikatherapie
- größere Abszesse oder Gewebezerstörung im Herzen
In solchen Fällen kann eine Herzklappenrekonstruktion oder ein Herzklappenersatz erforderlich sein, um die Herzfunktion wiederherzustellen und das Leben des oder der Patientin zu retten.
Handlungsempfehlungen
Endokarditis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die ohne rechtzeitige Behandlung lebensbedrohlich sein kann. Besonders gefährdete Personen sollten auf eine umfassende Vorsorge und eine frühzeitige Diagnose achten.
Die Kombination aus Antibiotikatherapie und gegebenenfalls chirurgischen Eingriffen bietet gute Heilungschancen, wenn die Behandlung rechtzeitig erfolgt. Durch eine bewusste Lebensweise und regelmäßige medizinische Kontrollen lässt sich das Risiko einer Endokarditis deutlich verringern.
Dazu gehören:
- regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen und eine gute Mundhygiene zur Vermeidung bakterieller Infektionen
- konsequente Behandlung und Überwachung bestehender Herzklappenerkrankungen
- Vermeidung von intravenösem Drogenkonsum
Für gefährdete Patient*innen ist es außerdem ratsam, vor operativen Eingriffen eine Endokarditis-Prophylaxe in Form von Antibiotika durchzuführen.
Unsere Spezialist*innen
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko, sind essentiell, um eine Endokarditis frühzeitig zu erkennen. Gerade Patient*innen mit bestehenden Herzklappenschäden oder einer künstlichen Herzklappe sollten in regelmäßigen Abständen kardiologisch überwacht werden, um eventuelle Frühzeichen einer Endokarditis rechtzeitig zu erkennen.
Zur Abklärung und Therapie von Kardiomyopathie steht Ihnen in der Johannesstift Diakonie unser kompetentes Team von Herzspezialist*innen zur Verfügung.
Sprechstunde
Kardiologie-Sprechstunde in Zehlendorf
Evangelisches Krankenhaus Hubertus
Spanische Allee 10-14
14129 Berlin
Tel.: 030 81008-500
kardiologie.hubertus(at)jsd.de
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Evangelisches Waldkrankenhaus in Spandau
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