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Endometriose: Entscheidend ist die frühzeitige Diagnose

Viele Frauen haben die chronische Erkrankung Endometriose. Oft wissen sie nichts davon oder erhalten die Diagnose erst bei einem unerfüllten Kinderwunsch. Dabei können spezialisierte Kliniken der Johannesstift Diakonie wie das Endometriosezentrum Berlin und  unsere erfahrenen Fachärzt*innen für Gynäkologie in Berlin und Wittenberg gezielt helfen.

Was ist Endometriose?

Endometriose entsteht, wenn Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – häufig im unteren Bauchraum, im Becken, an den Eierstöcken oder in den Eileitern. Auch der Darm, die Blase oder die Lunge können von sogenannten Endometriose-Herden betroffen sein.

Die chronische Erkrankung tritt bei Mädchen und Frauen im geschlechtsfähigen Alter auf. Viele Betroffene haben starke Unterleibsschmerzen, doch die Beschwerden sind unterschiedlich. Deshalb wird die Erkrankung oft nicht oder erst nach Jahren diagnostiziert und als „Chamäleon der Gynäkologie“ bezeichnet.

Endometriose-Herde reagieren auf Hormone

Expert*innen gehen davon aus, dass Endometriose-Herde auf Hormone reagieren und sich wie die Gebärmutterschleimhaut während des Menstruationszyklus auf- und abbauen und bluten. In der Gebärmutter wird das Gewebe abgestoßen und über die Scheide aus dem Körper ausgeschieden.

Bei den Endometriose-Herden ist das nicht möglich, weshalb sich dort Zysten, Entzündungen, Verwachsungen und Vernarbungen bilden. Sie können starke Schmerzen verursachen, auch außerhalb der Menstruation.

Wie häufig ist die Erkrankung?

Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Laut Expert*innen sind 5 bis 15 Prozent aller Mädchen und Frauen betroffen. Endometriose ist hormonabhängig: Sie tritt im gebärfähigen Alter auf, meist zwischen 35 und 45 Jahren, und klingt nach den Wechseljahren oft ab.

Die Zahl der Erkrankten lässt sich nur schätzen. Viele Betroffene nehmen die Schmerzen hin und lassen sich nicht untersuchen. Andere erhalten Fehldiagnosen oder haben keine Beschwerden.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen von Endometriose sind noch nicht geklärt. Forschende vermuten, dass Hormone, eine familiäre Veranlagung und das Immunsystem eine Rolle bei der Entstehung spielen. Bekannt ist, dass das Hormon Östrogen das Wachstum von Endometriose-Herden fördert - Progesteron hemmt den Prozess.  

Bei Erkrankten wurde außerdem festgestellt, dass ein Schutzmechanismus des Immunsystems gestört ist: Er sorgt dafür, dass sich Gewebe aus einem Organ nicht an anderen Stellen des Körpers festsetzt.

Welche Endometriose-Symptome treten auf?

Die Symptome können bei jeder Frau unterschiedlich sein. Diese typischen Anzeichen weisen auf eine Endometriose hin:

  • Heftige Schmerzen und Krämpfe – vor allem kurz vor und zum Beginn der Menstruation
  • Wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch – vor allem in der zweiten Hälfte des Monatszyklus
  • Unterbauchschmerzen unabhängig von der Periode
  • Zwischenblutungen und starke Menstruation
  • Schmerzen beim vaginalen Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen in Bauch und Rücken
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen
  • Schmerzen beim Stuhlgang und/ oder Urinieren
  • Zyklische Blutungen aus Darm und/ oder Blase
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blähungen, Durchfall, Verstopfung
  • Eingeschränkte Fruchtbarkeit

Häufig leiden Frauen mit Endometriose auch unter Müdigkeit oder Fatigue (Erschöpfung). Sie entwickeln häufiger Allergien und haben Autoimmunerkrankungen. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit während der Menstruation kann bestehen. Endometriose kann Schmerzen im ganzen Körper verursachen und psychische Beschwerden wie Depressionen oder Panikattacken auslösen.  

Tipp: Haben Sie den Verdacht, betroffen zu sein? Sprechen Sie mit Ihre*r Frauenärzt*in und informieren Sie sich über spezialisierte Endometriosezentren.

Kann ein Endometriose-Test helfen?

Inzwischen gibt es Speichel- und Bluttests, mit denen Endometriose nachgewiesen werden kann. Bislang fehlen umfassende Studien, die diese Ergebnisse bestätigen. Deshalb empfehlen Fachgesellschaften die Tests nicht und weisen darauf hin, dass diese die fundierte fachärztliche Diagnostik nicht ersetzen.

Kann die Erkrankung symptomlos sein?

Es gibt Frauen mit Endometriose ohne Beschwerden. Sie haben meist keinen Bedarf für eine Behandlung und die Krankheit wird nicht entdeckt. Deshalb erfahren manche Frauen erst von ihr, weil sie sich wegen eines unerfüllten Kinderwunsches untersuchen lassen. 

Diagnose

Um Endometriose eindeutig zu diagnostizieren, ist eine umfassende und oft langwierige Diagnostik erforderlich. Da sich die Erkrankung unterschiedlich zeigt, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Gespräch mit dem*der Ärzt*in  

Am Beginn der Diagnose steht ein ausführliches Gespräch des*der Gynäkolog*in mit der Patientin, in dem Symptome, deren Dauer, Häufigkeit und Intensität erfragt werden. Der*die Ärzt*in fragt auch nach familiären Fällen von Endometriose.

Gynäkologische Untersuchung

Bei der gynäkologischen Untersuchung tasten Fachärzt*innen den unteren Bauch der Frau ab. Dabei können sie Beschwerden, Knoten oder Veränderungen des Gewebes feststellen. Besteht ein Verdacht auf verändertes Gewebe, untersuchen die Ärzt*innen mit Ultraschall den Bauchraum – sowohl von der Bauchdecke aus, als auch vaginal. Damit entdecken sie Zysten und größere Endometriose-Herde.

Bauchspiegelung bei Endometriose

Mit der Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt, lässt sich eine Endometriose sicher feststellen. Fachärzt*innen nehmen den minimalinvasiven Eingriff in der Klinik unter Vollnarkose vor. Sie setzen einen kleinen Schnitt im Bauchraum und führen ein dünnes Rohr mit Kamera ein. Bei der Bauchspiegelung erkennen die Ärzt*innen auch kleine Endometriose-Herde oder Verwachsungen und können sie mit einem Laser bei dem Eingriff gleich entfernen.

Wie lange dauert es durchschnittlich bis zur Diagnose?

Statistiken zeigen: Im Schnitt dauert es 7,5 Jahre bis zur Diagnose einer Endometriose. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch wird sie nach etwa 3 Jahren festgestellt, doch es kann auch bis zu 10 Jahre dauern.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Diagnose ist umfangreich, in vielen Praxen fehlt dafür die Zeit. So sind Fehldiagnosen häufig. Zudem ist eine minimalinvasive Operation nötig für die eindeutige Diagnose, was Patientinnen abschreckt. Außerdem kennen viele Frauen die Erkrankung nicht und nehmen Beschwerden als typisch für die Menstruation hin.

Tipp: Sie sind unsicher, ob Ihre Beschwerden „nur“ Regelschmerzen sind oder mehr dahinter steckt? Sprechen Sie mit ihre*r Ärzt*in über Ihre Sorgen. Sie*Er kann Ihnen bei Bedarf spezialisierte Fachärzt*innen oder Kliniken empfehlen.

Welche Formen gibt es?

Mediziner*innen unterscheiden verschiedene Formen von Endometriose, je nachdem, welcher Bereich im Bauchraum betroffen ist:

  • Bauchfell-Endometriose, auch Peritoneale Endometriose oder Adenomyose genannt: Die Endometriose-Herde befinden sich in der Muskelschicht der Gebärmutterwand.  
  • Ovarielle Endometriose: Die Eierstöcke sind betroffen. Es bilden sich Verklebungen und Eierstock-Zysten (Endometriome).
  • Tubale Endometriose: Die Eileiter können durch das wachsende Gewebe verkleben.  
  • Tief infiltrierende Endometriose: Tiefere Gewebeschichten oder Organe wie Darm oder Blase sind betroffen.  

Was bedeuten die verschiedenen Stadien?

Expert*innen klassifizieren Endometriose je nach Ausprägung in verschiedene Stadien:

  • Stadium I: minimal: Einige oberflächlich gelegene Herde
  • Stadium II: leicht: Immer etwas tiefer gehende Herde
  • Stadium III: moderat: Viele tief eindringende Herde, kleine Endometriome auf einem oder beiden Ovarien und einige schleierartige Verwachsungen (Adhäsionen)  
  • Stadium IV: schwer: Viele tief eindringende Herde, große Endometriome auf einem oder beiden Ovarien und zahlreiche Verwachsungen; oft sind Enddarm und Uterus miteinander verwachsen

Wichtig: Diese Einteilung dient Mediziner*innen zur Unterscheidung. Das bedeutet nicht, dass eine Frau mit Endometriose-Stadium I nur geringe Schmerzen hat: Auch einige oberflächlich gelegene Herde können für Betroffene sehr schmerzhaft sein.

Welche Auswirkungen hat Endometriose auf die Fruchtbarkeit?

Die Erkrankung kann die Fruchtbarkeit stark beeinflussen. Laut Studien haben 40 bis 60 Prozent der Frauen mit Endometriose Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Entzündungen, Verwachsungen, gestörte Eizellreifung oder hormonelle Dysbalancen, die mit der Erkrankung auftreten, können dafür die Ursache sein.

Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Die Endometriose-Behandlung richtet sich nach den individuellen Symptomen der Patientin und danach, ob sie einen Kinderwunsch hat. Oft lassen sich die Beschwerden mit hormonellen Verhütungsmitteln behandeln. Doch sie sind bei einem Kinderwunsch nicht ratsam. Bei leichten Schmerzen helfen Schmerzmittel wie Ibuprofen. Mit einer Bauchspiegelung können Endometriose-Herde entfernt werden. 

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Bei starken Schmerzen, wenn andere Therapien nicht helfen oder ein Kinderwunsch besteht, ist ein minimalinvasiver Eingriff, die Bauchspiegelung, sinnvoll: Fachärzt*innen entfernen Endometriose-Herde mit einem Laser. Sehr selten ist eine weitere Operation nötig.

Tipp: Sie interessieren sich für eine Bauchspiegelung bei Endometriose? Unsere Spezialist*innen in der Johannesstift Diakonie können Sie umfassend beraten.

Gibt es Heilungschancen?

Da die Ursachen für Endometriose noch nicht bekannt sind, ist die Erkrankung nicht heilbar. Mit einer gezielten, individuellen Behandlung lassen sich die Beschwerden deutlich lindern.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Endometriose?

Zur Unterstützung der Behandlung empfehlen Expert*innen die Anpassung des Lebensstils einschließlich der Ernährung. Sportliche Aktivität wie Radfahren oder Wandern kann sich bei Frauen mit Endometriose positiv auswirken, ebenso Entspannungsrituale im Alltag.

Die Anpassung der Ernährung kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und so Schmerzen zu lindern. Expert*innen empfehlen entzündungshemmende Kost mit viel Obst, Gemüse, Omega-3-Fettsäuren sowie wenig Zucker und tierische Fette.

Wichtig: Was hilft, ist bei jeder Frau mit Endometriose verschieden. Probieren Sie aus, welcher Sport, welche Entspannungstechnik oder Ernährungsweise Ihnen guttut.

Kann man Endometriose vorbeugen?

Noch ist es nicht möglich, Endometriose vorzubeugen. Doch ein gesunder Lebensstil, ein achtsamer Umgang mit körperlichen Signalen und die frühzeitige ärztliche Abklärung von Symptomen helfen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Ist eine Schwangerschaft mit Endometriose möglich?

Eine Schwangerschaft mit Endometriose ist möglich. Auch wenn die Fruchtbarkeit eingeschränkt ist, werden viele Frauen dank medizinischer Unterstützung wie der In-vitro-Fertilisation, also einer künstlichen Befruchtung im Labor, schwanger.  

Info: Sie haben trotz Endometriose einen Kinderwunsch? Lassen Sie sich frühzeitig in einer spezialisierten Klinik oder in einem Endometriosezentrum individuell beraten. Eine frühzeitige Therapie kann Ihre Chancen deutlich verbessern.

Welche Fortschritte gibt es in der Forschung?

Endometriose galt bis vor wenigen Jahren als untererforschte Krankheit. Inzwischen werden in Deutschland neue Forschungsprojekte vorangetrieben, um Frauen besser zu versorgen und neue Diagnose- und Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Wie finde ich eine spezialisierte Klinik oder Praxis?

Der*die behandelnde Gynäkolog*in berät zu spezialisierten Praxen, Kliniken und auch zertifizierten Endometriosezentren. Bei der Suche sind Informationen zur Erfahrung, zu interdisziplinären Teams und einer individuelle Betreuung wichtige Kriterien.

Fazit: Erkrankung erkennen und Hilfe finden

Die chronische Erkrankung Endometriose ist mehr als nur Regelschmerz. Sie beeinflusst den Alltag der Betroffenen, ihre körperliche und seelische Gesundheit und nicht zuletzt die Lebensplanung. Mit einer frühzeitigen Diagnose lassen sich viele Beschwerden lindern und  auch ein Kinderwunsch ist realisierbar.

In der Johannesstift Diakonie nehmen unsere Fachärzt*innen für Gynäkologie Ihre Erkrankung ernst – Sie finden uns in Berlin, Wittenberg und im Endometriosezentrum Berlin. Wir begleiten Sie einfühlsam bei der Beratung, der Diagnose und der Behandlung. Lassen Sie sich in unseren Sprechstunden beraten.

Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson

Ansprechpartner*innen

Porträt Dr. med. Katharina Carrizo
Dr. med. Katharina Carrizo
Chefärztin
Chefärztin

Dr. med. Katharina Carrizo

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I)
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie
Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren)
Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde
Fachgebundene genetische Beratung

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I) Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren) Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde Fachgebundene genetische Beratung
030 3702-1202030 3702-1202katharina.carrizo@jsd.de030 3702-1207030 3702-1207
Porträt Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Chefarzt
Chefarzt

Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
MIC III

Facharzt für Gynäkologie und GeburtshilfeSchwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und ReproduktionsmedizinMIC III
030 8955-3311030 8955-3311gynaekologie.martin-luther@jsd.de030 8955-3366030 8955-3366
Porträt Dr. med. Roger Rehfeld
Dr. med. Roger Rehfeld
Ärztlicher Direktor, Chefarzt
Ärztlicher Direktor, Chefarzt

Dr. med. Roger Rehfeld

Direktor des Zentrums für Familiengesundheit
Chefarzt der Frauenklinik
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin

Direktor des Zentrums für FamiliengesundheitChefarzt der FrauenklinikFacharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin
03491 50-370103491 50-3701gynaekologie.pgstift@jsd.de03491 50-370203491 50-3702