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30.000 Familien begleitet:

Frühe Hilfen am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau feiern 15 Jahre erfolgreicher Prävention.

Datum
EinrichtungEvangelisches Waldkrankenhaus Spandau, Geburtshilfe & Neonatologie, ...

Was mit einer Idee begann, ist heute ein berlinweit einzigartiges Netzwerk für Familien: Seit 15 Jahren begleitet die Frühen Hilfen am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau werdende Eltern und Familien. Gestartet als Projekt „Gesundes chancengleiches Aufwachsen“ greifen die Frühen Hilfen genau dann, wenn Unterstützung den größten Unterschied machen kann – rund um Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensjahre eines Kindes. Rund 30.000 Familien wurden in dieser Zeit erreicht, jährlich kommen etwa 2.000 neue Kontakte hinzu.

Gemeinsam stark für Kinder

Gegründet wurde das Angebot von Prof. Dr. med. Frank Jochum, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Dr. med. Karin Barnard, Leiterin der Stabsstelle Präventionsmedizin der Johannesstift Diakonie. Immer an der Seite: Der Bezirk Spandau.

Das gemeinsame Ziel von Anfang an war, keine weitere Einzelmaßnahme zu schaffen, sondern die vorhandenen Hilfsangebote von Medizin, Jugendhilfe, Psychologie, Ehrenamt und Verwaltung zu einem eng verzahnten Netzwerk zusammenzuführen.

„Familien mit Kindern müssen niedrigschwellig und hoch professionell unterstützt und so geschützt werden. Genau dort setzen die Frühen Hilfen an“, betonte Prof. Dr. Frank Jochum anlässlich des Jubiläums. Das Besondere sei außerdem, dass eine Klinik so intensiv in Prävention investiere - das mache die Angebote besonders bemerkenswert. 

Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, Tanja Franzke, Prof. Dr. med. Frank Jochum, Dr. Karin Barnard, Bezirksbürgermeister Frank Bewig
Prof. Dr. med. Lutz Fritsche
Martina Conradt und Dr. med. Julia Grieb
Das Team der Frühen Hilfen mit Vertreter*innen aus Politik, Geschäftsführung und Vorstand
Grußwort von Carsten Schaulinski, Geschäftsführer des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau
v.l.n.r. Dr. Karin Barnard, Prof. Dr. med. Frank Jochum, Tanja Götz-Arsenijevic, Dr. med. Julia Grieb
Das Team der Frühen Hilfen
15 Jahre Frühe Hilfen

Ein Netzwerk mit Strahlkraft

Heute umfasst das Netzwerk am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau  unter anderem Babylots*innen, ambulante Babylots*innen, eine Schreibaby-Sprechstunde, Känguru - hilft und begleitet  mit ehrenamtlichen Paten und Patinnen sowie das Mobile Lotsenteam für Familien mit Fluchtgeschichte. Alle Angebote sind freiwillig, kostenfrei und stehen allen Familien offen – unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft. Ziel ist es, Belastungen frühzeitig zu erkennen, ohne Familien zu stigmatisieren.

„Es macht keinen Sinn, Angebote für Menschen zu entwickeln, ohne sie einzubeziehen“, sagte Dr. Karin Barnard. Deshalb seien die Angebote der Gesundheitsförderung von Beginn an gemeinsam mit Fachkräften und Familien weiterentwickelt worden.

Senat, Bezirk und Klinik Hand in Hand

Dass das Modell „Frühe Hilfen im Krankenhaus“ inzwischen weit über Spandau hinaus Beachtung findet, zeigte die Jubiläumsveranstaltung mit zahlreichen Gästen aus Politik, Medizin und Gesundheitswesen. Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie des Landes Berlin, bezeichnete die Babylotsen, die an allen Berliner Geburtskliniken wirken,  als „eine entscheidende Weichenstellung für den weiteren Lebensweg von Kindern und Familien“ und sprach sich ausdrücklich für eine Fortführung der Arbeit aus.

Projekt mit bundesweiter Strahlkraft

Auch Ellen Haußdörfer, Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege, würdigte die enge Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Jugendhilfe und psychosozialer Unterstützung. Prof. Dr. med. Lutz Fritsche, Vorstand Medizin der Johannesstift Diakonie, unterstrich die gesellschaftliche Dimension: „Die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet sich oft schon in den ersten Lebensjahren eines Kindes.“ Carsten Schaulinski, Geschäftsführer des Evangelischen Waldkrankenhauses, bezeichnete die Frühen Hilfen als beispielhafte Teamleistung und sicherte dem Netzwerk auch künftig die Unterstützung des Krankenhauses zu. Und Bezirksbürgermeister Frank Bewig, selber im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau geboren, betonte: „Hier arbeiten Medizin, Psychologie, Jugendhilfe, Ehrenamt, Politik und Verwaltung nicht neben-, sondern miteinander. Für unseren Bezirk ist das ein unschätzbares Netzwerk.“

Förderungen durch Bezirk und Senat

Die Frühen Hilfen werden durch das Land Berlin und den Bezirk Spandau angeboten und gefördert. Am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau zeigen sie sich aufgrund ihrer engen Verzahnung von medizinischer Versorgung, Prävention und psychosozialer Unterstützung als in dieser Form einzigartig in Berlin und besitzen bundesweite Strahlkraft. Es bleibt die Hoffnung, dass trotz knapper Kassen diese Angebote für Familien weiterhin bestehen bleiben. Prof. Jochum in seinem Schlusswort: „Die ersten 1.000 Tage sind der Zeitraum, in dem sich Prävention am stärksten auszahlt. Ein in dieser Phase investierter Euro bringt ein Vielfaches an gesellschaftlichem Nutzen zurück. Eine Gesellschaft wie die unsere kann es sich nicht leisten, auf solche Angebote zu verzichten.“

Über das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau, ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Das 1947 gegründete Notfallkrankenhaus umfasst neun Fachabteilungen, vierzehn medizinische Zentren und 518 Betten. Jährlich versorgen wir rund 22.000 Patient*innen stationär und weitere 70.000 Patient*innen ambulant.

Die Behandlungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Altersmedizin, Brustkrebs / Brustrekonstruktion, Chronische Wunden, Gefäßerkrankungen, Gelenke und künstlicher Gelenkersatz, Herz, Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie und –urologie, Krebs, Magen / Darm, Rücken, Schwangerschaft und Geburt sowie Sport und Unfälle.

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau betreibt drei Fachschulen: die Reha-Akademie Berlin für Physiotherapeut*innen, die Schule für Ergotherapie sowie gemeinsam mit dem Martin-Luther-Krankenhaus die Gesundheitsfachschule Berlin. Diese fungieren auch als Ausbildungsstätte des Krankenhauses.

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen