Ziele
- Implementierung allgemeiner und spezialisierter palliativer Versorgung im Krankenhaus
- Sensibilisierung der Mitarbeitenden für eine ethisch zugewandte, Lebensqualität sichernde Palliativversorgung
- Etablierung krankenhausinterner, qualitätssichernder Handlungspfade
- Vernetzung mit krankenhausexternen Strukturen – Organisation eines verlässlichen Behandlungskontinuums für lebensverkürzend erkrankte Patient*innen (ambulant/stationär)
- Sicherung einer personalisierten Versorgungskette mit Schnittstellenmanagement und Vorausschauender Versorgungsplanung
Projektinhalt
Interne und externe Vernetzung.
Ein Beispiel: Die Mitarbeitenden der einzelnen Kliniken des Krankenhauses werden für die Palliativversorgung sensibilisiert, so dass eine bedarfsgerechte frühe Integration der Palliativmedizin erfolgt.
Die Palliativbeauftragten initiieren und fördern diesen Prozess und stärken so das interne und externe Netzwerk. Gemeinsam mit Arztpraxen, Pflegestützpunkten, ambulanten Hospizdiensten, Kirchengemeinden und vielen anderen Akteuren arbeiten sie in einem lokalen Netzwerk im Bezirk und bauen dieses aus.
Vorausschauende Versorgungsplanung.
Die Palliativbeauftragten und das Palliativteam des Krankenhauses, insbesondere der Sozialdienst, treten frühzeitig und kontinuierlich mit den Patient*innen in Kontakt, um das Leben mit der Erkrankung zu planen und zu begleiten.
Dabei geht es um Fragen wie: Was ist zu Hause möglich? Welche Alternativen des Wohnens gibt es? Wie soll die Betreuung am Ende des Lebens erfolgen? Die Gesprächsergebnisse werden dokumentiert. Die Planung kann jederzeit krankheitsbedingten Veränderungen angepasst werden.
Die Palliativbeauftragten arbeiten besonders an dem Ausbau der Versorgungskette für ältere Menschen mit palliativem Bedarf. Im Fokus hierbei steht der Ausbau der Schnittstelle von stationärer Akut- und Langzeitversorgung, zum Beispiel vom Krankenhaus in die Pflegeeinrichtung.
Eine strukturierte Palliativversorgung im Krankenhaus wird aufgebaut sowie interne Netzwerke gebildet. Fragen, die dabei eine besonders wichtige Rolle spielen, sind die Sensibilisierung der Mitarbeitenden, die Identifikation palliativer Bedarfe und die Rolle der Palliativbeauftragten zu stärken.
Begleitforschung
Um zu untersuchen, ob die Weiterentwicklung der Palliativversorgung durch Palliativbeauftragte verbessert werden kann, wird das Projekt vor und nach der Etablierung der Palliativbeauftragten vergleichend evaluiert.
Es werden Befragungen mittels Fragebögen und Interviews mit Mitarbeitenden verschiedener Fachrichtungen und Berufsgruppen, Netzwerkpartner*innen sowie Interviews mit Palliativpatienten*innen und ihnen nahestehenden Menschen durchgeführt. Weiterhin werden Krankenhausdaten der einzelnen Häuser zur Charakterisierung der Patienten*innengruppen, die eine Palliativbehandlung erhalten, analysiert.
Fazit
Die Studie zeigt, dass Palliativbeauftragte ein Zugewinn und Motor für die Entwicklung der allgemeinen und spezialisierten palliativen Versorgungssicherheit und -qualität von Patient:innen im Krankenhaus sind und eine Einbettung in Versorgungsketten der ambulanten und stationären Palliativbetreuung forcieren.
Wichtige Eckdaten
- Projektzeitraum: 2015 – 2021
- Förderung: Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
- Kooperationspartner: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Evangelische Hochschule Berlin
- Projektleitung: Dr. med. Karin Barnard
- Wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. Erika Feldhaus-Plumin
- Wissenschaftliche Mitarbeitende: Steven J. Kranz, M. Sc. & Barbara Trusch, M. Sc.
- Studentische Mitarbeiterin: Swetlana Liebau, B. Sc.



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