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Plötzlicher Kindstod: Wie Sie ihr Kind schützen können

Viele Eltern fürchten den plötzlichen Kindstod: Ein bisher gesundes Baby stirbt plötzlich und unerwartet im   Schlaf. Das passiert jedoch sehr selten und Eltern können viel tun, um vorzubeugen. Wie Sie für Ihr Kind gute Bedingungen für einen sicheren Schlaf schaffen und weitere wichtige Informationen zum plötzlichen Kindstod finden Sie in diesem Ratgebertext der Geburtshilfe der Johannesstift Diakonie.

Was ist der plötzliche Kindstod (auch SIDS)?

Wenn ein zuvor gesundes Baby oder Kleinkind ohne erkennbaren Grund plötzlich stirbt, sprechen Mediziner*innen von einem plötzlichen Kindstod, oder auch dem Sudden Infant Death Syndrome (kurz: SIDS). Meist geschieht das im Schlaf. Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt, allerdings vermuten Wissenschaftler*innen, dass verschiedene Faktoren in Frage kommen. Außerdem haben sie Risikofaktoren identifiziert, die das Auftreten eines plötzlichen Kindstods wahrscheinlicher machen. 

Wie häufig kommt plötzlicher Kindstod vor?

Der plötzliche Kindstod ist zwar die häufigste Todesursache bei Säuglingen zwischen einem Monat und einem Jahr, jedoch haben erfolgreiche Maßnahmen zur Vorbeugung dafür gesorgt, dass die Zahl in den letzten Jahren gesunken und sehr gering ist. Plötzliche-Kindstod-Statistiken zeigen: In Deutschland stirbt etwa eines von 5.000 Neugeborenen daran. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. 

Plötzlicher Kindstod: In welchem Alter tritt er am häufigsten auf?

Viele Eltern fragen sich bei plötzlichem Kindstod, wann er bei ihrem Kind auftreten kann. Die meisten Fälle ereignen sich im Alter zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat. Oft taucht auch die Frage auf: Plötzlicher Kindstod – bis zu welchem Alter besteht für mein Baby ein Risiko? Bis zum ersten Lebensjahr kann er auftreten, danach sinkt das Risiko deutlich. 

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind bislang nicht bekannt. Es gibt verschiedene Faktoren, die Forschende als mögliche Plötzlicher-Kindstod-Ursachen vermuten: 

  • Unreife des Atemantriebs: Sie besteht bei manchen Säuglingen – insbesondere bei Frühchen. Bei einem Atemaussetzer erwachen sie nicht so leicht und es kommt eher zu einem Atemstillstand. 
  • Defekter Wachmechanismus als Fehlentwicklung im Gehirn: Studien haben gezeigt, dass das Enzym Butyrylcholinesterase (BChE), das wichtig für die Kommunikation im Gehirn ist, bei Kindern mit einem plötzlichen Kindstod weniger aktiv war und dies die Atmung beeinflusste. 
  • Virusinfektionen: Darmviren können Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörungen hervorrufen, die beim Entstehen eines plötzlichen Kindstodes beteiligt sein können. 
  • Familiäres Risiko: Studien weisen auf ein familiäres Risiko hin: Gab es in der Familie schon einen plötzlichen Kindstod, kann das Risiko bei einem Geschwisterkind erhöht sein.

Außerdem haben die Expert*innen bestimmte Risikofaktoren identifiziert. Säuglinge, die an einem plötzlichen Kindstod starben, waren diesen Umwelteinflüssen verstärkt ausgesetzt:

  • Auf dem Bauch schlafen (häufigster Risikofaktor).
  • Überhitzung (durch Decken oder warme Raumtemperatur) 
  • Das Baby teilt sich das Bett/Sofa mit Eltern/Betreuer*in.
  • Das Bett ist weich mit vielen Kissen und Kuscheltieren darauf. 
  • Das Baby ist zu klein oder hat ein niedriges Geburtsgewicht.
  • Die Mutter hat während der Schwangerschaft geraucht, getrunken oder Drogen konsumiert.
  • Im Elternhaus wird geraucht.

Eltern können bei vielen dieser Faktoren etwas tun und beispielsweise für einen sicheren Schlaf in einer für das Baby passenden Umgebung sorgen. 

Allerdings: Beobachtungsgeräte zum Schlaf des Babys oder spezielle Unterlagen senken das Risiko für einen plötzlichen Kindstod nicht.

Mit Stillen vorbeugen

Werden Babys gestillt, haben sie ein deutlich geringeres Risiko am plötzlichen Kindstod zu sterben. Beim Stillen wird das Kind nicht nur optimal mit Nahrung und weiteren wichtigen Stoffen für das Immunsystem versorgt, der enge Körperkontakt und die Nähe zwischen Mutter und Kind stärken ihre Bindung. 

Gestillte Babys wachen häufiger und leichter auf als nicht gestillte Babys. Sie lassen sich auch leichter aufwecken. Dadurch sinkt das Risiko für einen plötzlichen Kindstod. 

Tipp: Auch ein Schnuller hilft, vorzubeugen. Er kann zu einer besseren Atmung führen. Funktioniert das Stillen nach den ersten Wochen gut, können Eltern ihrem Baby ohne Zwang den Schnuller anbieten. Es ist kein Problem, wenn das Baby den Schnuller im Schlaf verliert. 

Familiäres Risiko

Studien haben gezeigt, dass Geschwisterkinder in Familien mit einem plötzlichen Kindstod ein höheres Risiko haben. Allerdings ist die Zahl von Säuglingen, die an einem SIDS gestorben sind, sehr gering. 

Vorbeugende Maßnahmen helfen, das Risiko für einen plötzlichen Kindstod deutlich zu senken.

Sicherer Schlaf: So schützen Sie Ihr Baby

Eltern können viel tun, um das Risiko für einen plötzlichen Kindstod bei ihrem Baby zu senken. Dabei ist es am wichtigsten, die richtige Umgebung für einen guten und sicheren Schlaf zu schaffen: 

  • Baby immer in Rückenlage schlafen lassen: Schläft das Baby in Bauch- oder Seitenlage ein, drehen Sie es auf den Rücken.
  • Eigenes Bett im Schlafzimmer der Eltern mit einer ebenen, festen und luftdurchlässigen Matratze
  • Keine Kissen, Felle oder Kuscheltiere im Bett: Das Kind kann darunter verschwinden, einsinken und bekommt dann keine Luft mehr.
  • Besser Schlafsack als Decke verwenden: Er sollte nicht zu groß sein, damit sich der Säugling nicht darin verwickelt. Der Halsumfang sollte nicht größer als der Kopf sein, damit das Kind nicht in den Schlafsack rutscht. 
  • Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius halten. 
  • Das Baby nicht zu fest wickeln: Lieber mehrere Kleidungsstücke anziehen zum Warmhalten.
  • Sauberen, trockenen Schnuller vor dem Schlafen anlegen (wenn das Stillen klappt).
  • Rauchen und Vapen sowie Alkoholkonsum nicht in Gegenwart des Kindes
  • Die Mutter sollte während der Schwangerschaft und nach der Geburt auf Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum verzichten.

Gut zu wissen: Ist das Baby wach, darf es in der Bauchlage liegen. So trainiert es die Rückenmuskulatur und der Hinterkopf flacht nicht ab. Achten Sie aber darauf, dass es dann nicht einschläft.

Unterstützungsangebote für Eltern bei plötzlichem Kindstod

Auch wenn Eltern mit vielen Maßnahmen vorbeugen können, kann es dennoch zum plötzlichen Kindstod kommen. Dieser Verlust ist für Eltern ein furchtbares Ereignis und bedeutet eine sehr starke emotionale Belastung. Sie sollten damit nicht allein sein, sondern psychologische Unterstützungsangebote nutzen. 

Auch verschiedene Organisationen bieten Hilfe an wie der Bundesverband für verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID) oder die Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod Deutschland e. V. (GEPS).

Fazit

Der plötzliche Kindstod, auch als Sudden Infant Death Syndrome (kurz: SIDS) oder SID-Syndrome bezeichnet, tritt zwar sehr selten auf, ist aber dennoch eine Gefahr für Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr. Eltern können vorbeugende Maßnahmen ergreifen und damit das Risiko senken. Vor allem ein sicherer Schlaf und eine für das Baby passende Schlafumgebung sind dabei entscheidend. 

Wenn Sie sich Sorgen machen oder Fragen zum plötzlichen Kindstod haben, stehen Ihnen unsere Expert*innen der Johannesstift Diakonie gerne zur Verfügung. 

Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
Porträt Dr. med. Katharina Carrizo
Dr. med. Katharina Carrizo
Chefärztin
Chefärztin

Dr. med. Katharina Carrizo

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I)
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie
Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren)
Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde
Fachgebundene genetische Beratung

Leitung Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum und Geburtszentrum (Perinatalzentrum Level I) Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie Gynäkologischer Ultraschall (inkl. IOTA Zertifikat zur Beurteilung von Ovarialtumoren) Zertifizierte Dysplasie Sprechstunde Fachgebundene genetische Beratung
030 3702-1202030 3702-1202katharina.carrizo@jsd.de030 3702-1207030 3702-1207
Porträt Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich
Chefarzt
Chefarzt

Prof. Dr. med. Uwe Andreas Ulrich

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
MIC III

Facharzt für Gynäkologie und GeburtshilfeSchwerpunktinhaber: Gynäkologische Onkologie, Gynäkologische Endokrinologie und ReproduktionsmedizinMIC III
030 8955-3311030 8955-3311gynaekologie.martin-luther@jsd.de030 8955-3366030 8955-3366
Porträt Dr. med. Roger Rehfeld
Dr. med. Roger Rehfeld
Ärztlicher Direktor, Chefarzt
Ärztlicher Direktor, Chefarzt

Dr. med. Roger Rehfeld

Direktor des Zentrums für Familiengesundheit
Chefarzt der Frauenklinik
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin

Direktor des Zentrums für FamiliengesundheitChefarzt der FrauenklinikFacharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Gynäkologische Onkologie, Medikamentöse Tumortherapie, Notfallmedizin
03491 50-370103491 50-3701gynaekologie.pgstift@jsd.de03491 50-370203491 50-3702