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Start des Jubiläums „100 Jahre Diakonische Arbeit im Wohnverbund Annagarten“

Mit einer Jubiläumsfahrt durch Oranienburg und einem Empfang auf dem Schlossplatz mit Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder ist am 1. Juli das dreitägige Festprogramm zum 100-jährigen Jubiläum der diakonischen Arbeit am Standort Wohnverbund Annagarten gestartet.

Datum

Seit 1926 erfahren Menschen an diesem Standort in Oranienburg Unterstützung, Fürsorge und Teilhabe, getragen von christlichen Werten und dem Glauben an die unverletzliche Würde jedes Menschen.

Heute leben im Wohnverbund Annagarten, der zur Johannesstift Diakonie Proclusio gehört, Menschen mit Beeinträchtigungen. Im Zentrum steht die gelebte, sozialraumorientierte Teilhabe auf Augenhöhe. Die Bewohner*innen gestalten Sportfeste, Veranstaltungen der Stadt oder in der Kirchengemeinde, in Vereinen oder der Nachbarschaft aktiv mit. Der Annagarten gehört seit einem Jahrhundert zur sozialen Landschaft der Region. Als erste Wohneinrichtung der Eingliederungshilfe in Deutschland wurde der Annagarten zudem kürzlich nach Kneipp zertifiziert.

„Wir erinnern in Demut und Achtung an die Menschen, die hier lebten und arbeiteten… an jene, deren Stimme lange ungehört blieb… ‚Gegen das Vergessen…‘ ist uns Verpflichtung und Auftrag. Zugleich richten wir unseren Blick auch in die Zukunft. Gemeinsam wollen wir weiterhin alles dafür tun, eine Gesellschaft mitzugestalten, die niemanden ausgrenzt, in der jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Beeinträchtigung oder Lebensweg mit Achtung, Wertschätzung und in Liebe angenommen ist.“

Sylke Hölscher, Geschäftsführerin Johannesstift Diakonie Proclusio

Drei Festtage mit Jubiläumszug durch Oranienburg

Anlässlich des Jubiläums finden an drei Tagen Veranstaltungen statt.

Am 1. Juli waren Bewohnende und Mitarbeitende mit geschmückten Kremsern, einem historischen Traktor und Bussen auf Jubiläumsfahrt im Stadtgebiet unterwegs. Anschließend kamen sie mit Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder und anderen Gästen auf dem Schlossplatz zu einem Empfang zusammen.

Am 2. und 3. Juli folgen Veranstaltungen für geladene Gäste. Neben einem Jubiläumsfest ist auch die Wanderausstellung „Die Frauen vom Annagarten“ zu erleben, die anlässlich des 90-jährigen Jubiläums entstanden ist und Biografien der Bewohnerinnen sowie die Geschichte der Eingliederungshilfe in Deutschland von 1920 bis 2016 eindrucksvoll darlegt. Ebenfalls präsentiert wird das neue Fotobuch „Die Menschen vom Annagarten“, das diejenigen in den Mittelpunkt stellt, die den Ort prägen und gestalten.

Wechselvolle Geschichte von 1926 bis 2026

Das sogenannte Haupthaus des Annagartens wurde einst von dem Großindustriellen Beer für seinen Frau Anna errichtet und 1926 vom Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband erworben. Seit dem 1. Juli 1926 prägten Diakonissen den Ort: als Hauswirtschaftsheim, als Zuflucht im Zweiten Weltkrieg, als Kinder-und Mädchenheim und schließlich als Wohnort für Frauen mit Behinderungen in der DDR. Trotz staatlicher Einschränkungen blieb der Annagarten ein Schutzraum und ein Ort gelebter Menschlichkeit, Glaube und Verlässlichkeit.

1993 übernahm das Evangelische Johannesstift die Trägerschaft. Heute gehört der Wohnverbund Annagarten zur Johannesstift Diakonie, nach wie vor in tiefer Verbundenheit zu den Diakonissinnen, die 2003 den Annagarten verließen. 54 Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen leben derzeit im Annagarten. Darüber hinaus begleitet das Team 17 Menschen in Wohnungen des Oranienburger Stadtnetzes. 

„Das 100-jährige Bestehen des Annagartens ist mehr als ein Jubiläum. Es ist ein Anlass des Innehaltens in der Dankbarkeit und der Annahme der Verantwortung für unsere Vergangenheit und Zukunft.“

Stefanie Nelaimischkies, Fachbereichsverantwortliche des Annagartens

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.740 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Wohnen und Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Sozialberufen
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen