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KlinikRETTUNG jetzt: 2.000 Beschäftigte protestieren gegen geplantes GKV-Gesetz

Johannesstift Diakonie warnt vor Versorgungslücken und fordert Nachbesserungen im Gesetzgebungsverfahren

Foto der 350 Mitarbeitenden der Johannesstift Diakonie vor dem Brandenburger Tor in Berlin anlässlich des Protests gegen das geplante GKV-Gesetz
Datum

Rund 2.000 Beschäftigte aus Krankenhäusern, Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen haben am Donnerstag vor dem Brandenburger Tor gegen das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz demonstriert. Unter dem Motto „KlinikRETTUNG jetzt!“ forderten Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Auszubildende, Gewerkschaften und Klinikträger einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik. Die Johannesstift Diakonie beteiligte sich mit rund 350 Mitarbeitenden an der Kundgebung.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen die aus Sicht der Krankenhäuser drohenden finanziellen Belastungen durch das Gesetz. Die Johannesstift Diakonie fordert daher:

  • die vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen,
  • eine Krankenhausvergütung, die tatsächliche Kostenentwicklungen berücksichtigt,
  • den Erhalt eines auskömmlich finanzierten Pflegebudgets,
  • den Abbau bürokratischer und kostentreibender Strukturvorgaben sowie
  • die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln statt aus Beiträgen der gesetzlichen Krankenversicherung.

“Allen Beteiligten ist klar, dass Strukturreformen notwendig sind. Reformen können jedoch nur gelingen, wenn Krankenhäuser finanziell in die Lage versetzt werden, diese umzusetzen.”

Andreas Mörsberger, Sprecher des Vorstandes der Johannesstift Diakonie

Bundesweite Demos gegen Klinik-Kahlschlag

Die Demonstration bildete den vorläufigen Höhepunkt einer bundesweiten Protestwelle gegen die geplanten gesetzlichen Änderungen. Kritiker befürchten, dass die vorgesehenen Maßnahmen die wirtschaftliche Situation vieler Kliniken weiter verschärfen und notwendige Investitionen in Personal und Versorgung erschweren könnten.

Auf der Kundgebung warnten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden und Gesundheitswesen vor den Folgen für die medizinische Versorgung. Marc Schreiner, Vorsitzender der Berliner Krankenhausgesellschaft, kritisierte die aus seiner Sicht unzureichende Finanzierung des Gesundheitssystems. Berlins Gesundheitssenatorin Dr. Ina Czyborra (SPD) sprach von einer Gefährdung des Medizinstandorts Berlin und warnte vor erheblichen Auswirkungen auf die stationäre Versorgung.

Starkes Symbol: Bagger zerstört Klinikbetten

Ein symbolträchtiger Höhepunkt der Veranstaltung war die Aktion eines Großbaggers, der zwei Krankenhausbetten zerstörte. Die Organisatoren wollten damit auf die aus ihrer Sicht drohende Schwächung der Krankenhauslandschaft aufmerksam machen.

Andreas Mörsberger, Sprecher des Vorstandes der Johannesstift Diakonie, stellte die Bedeutung einer verlässlichen Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt: „Am Ende geht es nicht um Zahlen, sondern um Versorgungssicherheit, Daseinsvorsorge und das Versprechen, Menschen in Krankheit und Not nicht allein zu lassen. Krankenhäuser sind Sicherheitsinfrastruktur.“

Auch PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Berliner Ärztekammer und Landesvorsitzender des Marburger Bundes Berlin/Brandenburg, kündigte weiteren Widerstand gegen die Pläne an und appellierte an die politischen Entscheidungsträger, die Bedenken der Beschäftigten und Träger ernst zu nehmen.

Mit der Demonstration senden die Beteiligten ein deutliches Signal an Bund und Länder: Reformen im Gesundheitswesen seien notwendig, dürften jedoch nicht zulasten der Patientenversorgung und der wirtschaftlichen Stabilität der Krankenhäuser erfolgen.

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Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.400 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Behindertenhilfe
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen