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Inklusion: Menschen wirklich sehen

"Ich habe selten so gute, durchdachte Fragen gehört." Das sagte eine Bundestagsabgeordnete nach einer Talkshow im “Marie. Das Bistro im Bundestag”.

Inklusives Interview im Marie. Das Bistro im Bundestag: Mensch mit Beeinträchtigung im Gespräch mit Politiker*innen

In diesem besonderen Bistro, betrieben vom JSD-Inklusionsbetrieb Proclusio, wird Inklusion Tag für Tag “gelebt”. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen Seite an Seite. Und die Fragen an dem Tag stellten weder Lobbyist*innen noch Journalist*innen, sondern Menschen mit Beeinträchtigung, die zu dieser Talkshow eingeladen waren. Echtes Insiderwissen also: denn die Gäste kennen das Gefühl von Ausgrenzung, und genau deshalb können sie auch die richtigen Fragen stellen.

Was ist Inklusion?

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbstverständlich dazugehören. Unabhängig davon, ob sie eine Beeinträchtigung haben oder nicht. Es geht nicht um "Integration" im Sinne von "jemanden dazuholen", sondern darum, Strukturen von Anfang an so zu gestalten, dass niemand ausgeschlossen wird. Inklusion ist keine Sonderlösung. Sie ist das Gegenteil davon. 

Gerade für Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten, ist dieses Verständnis zentral. Denn sie gestalten mit, wie Teilhabe im Alltag wirklich funktioniert – ob in Wohnangeboten, Werkstätten, Schulen oder Beratungsstellen.

Warum ist Inklusion ein Menschenrecht?

Inklusion ist ein Menschenrecht. Die gesetzliche Grundlage dafür liefert die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 ratifiziert hat. Sie verpflichtet Bund, Länder und Kommunen dazu, gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen sicherzustellen. Inklusion darf kein besonderes Extra sein, sondern muss selbstverständlicher Standard werden. Inklusion bedeutet: Alle Menschen dürfen mitmachen. Nicht irgendwann. Sondern jetzt. Nicht vielleicht. Sondern selbstverständlich.

Doch für viele Menschen mit Beeinträchtigung bleibt sie eine unerfüllte Forderung. Sie stoßen immer wieder auf Barrieren in Köpfen, in Behörden, in Krankenhäusern. Dabei geht es nicht um "Extra-Würste", sondern um gleiche Rechte und echte Teilhabe – gesetzlich verankert und gesellschaftlich erforderlich.

Wenn Inklusion gelingt, profitieren alle: Ein barrierefreies Krankenhaus beispielsweise nützt nicht nur Rollstuhlfahrer*innen. Es ist angenehmer für Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit temporärer Einschränkung – oder schlicht für alle, die sich nicht jeden Tag durchdenken wollen, ob sie irgendwo "mitgemeint" sind.

Was ist ein gutes Beispiel für Inklusion?

Ein Beispiel für echte Inklusion erlebten wir mitten im politischen Herzen Berlins: Im "Marie. Das Bistro im Bundestag" trafen Leistungsberechtigte, die im Leben durch die Johannesstift Diakonie unterstützt werden, auf Politiker*innen verschiedener Parteien. Sie waren zu einer Talkshow, produziert von ALEX Berlin, eingeladen, ihre Fragen den richtigen Personen zu stellen. Es ging um Barrierefreiheit im Gesundheitswesen, Bildungsgerechtigkeit, Mobilität – Themen, die ihre Realität betreffen.

Die Gespräche waren direkt, ehrlich, auf Augenhöhe. Die Wirkung? Nachhaltig. Mehrere Abgeordnete wollen weitere Gespräche führen. Denn hier wurde klar: Inklusion verändert nicht nur das Leben der Beteiligten. Sondern auch die Haltung der Entscheidenden.

Für Fachkräfte in der Eingliederungshilfe oder sozialen Arbeit zeigt dieses Projekt: Politische Teilhabe kann gelingen – wenn sie gut begleitet, vorbereitet und professionell umgesetzt wird. Genau das ist Teil der Arbeit bei der Johannesstift Diakonie. Gerade für Mitarbeitende in der sozialen Arbeit: Ihre Haltung, ihre Methoden, ihr Engagement entscheiden mit darüber, ob Inklusion gelebt wird – oder nur auf dem Papier steht.

Viele Gäste auf der Terrasse des Bistros

Welche Wirkung hat Inklusion auf Menschen und Gesellschaft?

Die inklusive Talkshow ist ein gutes Beispiel. Die Interviewer*innen haben sich monatelang vorbereitet. Sie haben politische Themen durchdrungen, sich in Teams organisiert, Rhetorik trainiert, sich gegenseitig gestärkt.

Dabei entstanden nicht nur starke Gespräche. Sondern starke Menschen. Für alle, die beruflich Inklusion begleiten, ist das ein kraftvolles Zeichen: Mit Offenheit und Haltung kann Inklusion nicht nur gelingen – sondern Strukturen dauerhaft verändern.

Menschen mit Beeinträchtigung bereiten sich auf politische Talkshow vor – inklusive Teilhabe bei der Johannesstift Diakonie

Teil des Wandels werden – So bewerben Sie sich auf Inklusions-Jobs bei der Johannesstift Diakonie

Sie arbeiten als Heilerziehungspfleger*in, Sozialarbeiter*in oder Betreuungsfachkraft? Und Sie wollen mehr als Dienst nach Vorschrift? Dann sind Sie bei uns richtig.

Die Johannesstift Diakonie beschäftigt Menschen, die Inklusion leben wollen. Die zuhören können. Fragen stellen. Und Raum geben. Ob in der stationären Betreuung, bei inklusiven Beschäftigungen oder in unseren Projekten wie "Marie. Das Bistro": Es gibt unzählige Möglichkeiten mit einem Ziel: Bei uns gestalten Sie Teilhabe aktiv mit.