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Im Portrait: Die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 9.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens.

Im Überblick

Die Johannesstift Diakonie ist das größte diakonische Gesundheits- und Sozialunternehmen in Berlin und im Nordosten Deutschlands.

60
Einrichtungen
9300
Mitarbeitende
1100
Auszubildende

Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen: Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren, Pflege- und Wohneinrichtungen, Hospize, Behindertenhilfe, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Arbeit, Beschäftigung und Soziales, Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie, Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.

Geschäftsbericht 2019 der Johannesstift Diakonie

Für Sie zum Download

Kontakt

Hohes Backsteingebäude, in dem die Zentrale der Johannesstift Diakonie ansässig ist.

Adresse

Johannesstift Diakonie
Siemensdamm 50
13629 Berlin

Telefon

Fax

030 762891-30864

Anfahrt

Eine Hebamme reicht einer im Krankenhausbett liegenden Frau ihr neugeborenes Kind. Neben der Frau steht der Vater, am Fußende des Bettes sind zwei Söhne zu sehen. Im Hintergrund räumt eine Pflegerin Wäsche in einen Schrank. Alle Personen schauen lächelnd das Baby an.
Eine aufgeschlagene Bibel mit einem Psalm und daneben eine brennende Kerze

Wir helfen Menschen aus Überzeugung

Die gemeinsame Identität der Johannesstift Diakonie wurde geprägt durch eine Vielzahl unterschiedlicher Einrichtungen, jede mit ihrer eigenen Geschichte. Trotz aller Unterschiede verbindet uns heute die lebensdienende Umsetzung christlicher Werte. Der einzelne Mensch mit seinen ganz eigenen Bedürfnissen steht im Vordergrund unserer Bemühungen und Handlungen; ihm widmen wir unsere Fürsorge und Zeit. Wir achten dabei auf seine Individualität und geben ihm die Zuwendung, die er wünscht und braucht.

Wir tun das in einer zugewandten Haltung mit höchsten Ansprüchen an uns und die Qualität unserer Arbeit. Dazu gehören Offenheit für Innovation in allen Bereichen unseres Handelns und die Bereitschaft, uns stetig weiterzuentwickeln.

So werden wir für unsere Patienten, Bewohner, Gäste und Mitarbeitenden zu einem professionellen, sozial kompetenten und zuverlässigen Partner. Unsere Geschichte zeigt: Wir bringen verschiedene Talente ein und können gemeinsam mehr bewegen. Das ist es, was uns seit mehr als 180 Jahren und täglich neu antreibt, Gutes zu tun. Jeden Tag.

Unsere Wurzeln sind tief. Sie gehen zurück bis in das 19. Jahrhundert: 1833 gründet der Prediger der Berliner Bethlehemskirche, Pastor Johannes Goßner, aus Fürsorge für die Armen und Kranken, insbesondere für die vielen notleidenden Frauen, in Berlin mehrere Krankenpflegevereine. Mehr als hundert Männer und Frauen engagieren sich für ein besseres und selbstbestimmtes Leben der Notleidenden. 1837 gründet Goßner – mit großer Unterstützung der Kronprinzessin Elisabeth – das erste evangelische Krankenhaus Berlins, die Evangelische Elisabeth Klinik, die bis heute in der Nähe des Bahnhofs Zoo und der Potsdamer Straße den Menschen im Kiez zuverlässig Hilfe leistet.

Geprägt von dienender Zuwendung, verbunden mit hohem sozialem Engagement, legt 1858 der Theologe und Gründer der Inneren Mission, Johann Hinrich Wichern, den Grundstein für das Evangelische Johannesstift. Im Rahmen der preußischen Gefängnisreform entsteht in unmittelbarer Nähe des Gefängnisses Berlin-Moabit eine Ausbildungsstätte für Diakone. Die in Christenlehre geschulten Brüder sollen als Aufseher den Strafvollzug begleiten und neue Impulse setzen.

Wichern gibt nicht auf, als seine Pläne an den preußischen Behörden scheitern, die noch nicht offen sind für diese Entwicklung, sondern setzt eine andere Neuerung um: Die Erziehung von verwahrlosten Kindern und Jugendlichen steht ab 1863 im Mittelpunkt seiner Arbeit. Die Jugendhilfe in Berlin ist geboren. Zunächst in Plötzensee, seit 1910 in Spandau angesiedelt. Nach dem Ersten Weltkrieg erweitert das Johannesstift die Bereiche seines sozialen Engagements um die in der Gesellschaft notwendigen Arbeitszweige der Alten- und Behindertenhilfe. Neben der Diakonenausbildung wird auch die Erwachsenenbildung weiter ausgebaut und bringt heute ihre Expertise und geistliche Identität in die Johannesstift Diakonie ein.

Bemüht um die Pflege von Kranken, Kindern und Alten, gründet 1876 der evangelische Pfarrer Carl Schlegel das Paul-Gerhardt-Stift in Berlin-Wedding. Die Ausbildung von christlichen Krankenschwestern, Hortnerinnen (Erzieherinnen) und Hauswirtschaftskräften steht im Diakonissenmutterhaus (Mutterhaus Kaiserswerther Ordnung) im Vordergrund der Arbeit. Später kommen weitere Kinder- und Pflegeheime, ein Feierabendheim für Damen und ein Krankenhaus hinzu. Diese Tradition christlich orientierter Ausbildung in sozialen Berufen bereichert auch unser neues Unternehmen.

Zur pflegerischen und medizinischen Versorgung der Bevölkerung und im lebendigen Andenken an den evangelischen Theologen Paul Gerhardt entsteht 1876 die Paul-Gerhardt-Stiftung zu Wittenberg in Sachsen-Anhalt, die sich in der Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen engagiert. Sechs Jahre später kommt das durch Spenden finanzierte Krankenhaus Paul-Gerhardt-Stift unterm Roten Kreuz hinzu, das sich im Laufe der Jahre zu einem überregional bekannten großen Krankenhaus entwickelt und für rundum hochwertige Versorgung steht. Dazu gehören die Ausbildung von Krankenpflegern und 1914 die Eröffnung einer Krankenpflegeschule. Seit 2009 engagiert sich die Stiftung besonders für die zentrale Fort- und Weiterbildung der Paul Gerhardt Diakonie in einer dafür gegründeten Akademie. Aus-, Fort- und Weiterbildung und professionell organisierte Versorgungsketten gehören zu den Traditionskernen, die die Stiftung in das gemeinsame Unternehmen einbringt.

Die zunehmende Industrialisierung und der wirtschaftliche Aufschwung der Gründerjahre ziehen insbesondere immer mehr junge Mädchen vom Land nach Berlin. Ihr Umzug ist mit der Hoffnung auf eine Anstellung und größere Unabhängigkeit verbunden, scheitert jedoch meist schon bei der Suche nach einer geeigneten und vor allem sicheren Wohnung in der für junge Frauen gefährlichen Großstadt. Damit sie hier gut versorgt sind und ein selbstbestimmtes Leben führen können, entstehen unter der Leitung der Weiblichen Wohlfahrt Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Wohnheime. An dieses soziale Engagement erinnert bis heute das Evangelische Charlottenheim. Ein umfangreiches Beratungsangebot und ein Leben in Gemeinschaft, das Halt und Geborgenheit auch für Menschen in ihrer letzten Lebensphase bietet, bestimmen einen erheblichen Teil unserer Arbeit bis heute.

Die Jahre 1921 bis 1928 sind in Berlin geprägt von einer stetig steigenden Bevölkerungszahl, die die Gesundheitsversorgung vor wachsende Herausforderungen stellt. Bestehende Krankenhäuser sind über ihre Grenzen hinaus belastet. Zudem debattiert der Berliner Magistrat, welche Rolle zukünftig den Kirchen und der Seelsorge in der Krankenhausversorgung zugestanden werden soll. Das sind Gründe genug, dass überzeugte Kirchenvertreter als Beitrag zum Wohl der Menschen und in lebendiger Umsetzung christlicher Werte 1929 den Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser (VzE) gründen. Neben dem Ehrgeiz, zweckmäßige Krankenhäuser zu bauen, die in einem wirtschaftlich vertretbaren Maß gebaut und betrieben werden können, und neben dem Ehrgeiz, etwas Professionelles, medizinisch und pflegerisch Modernes zu schaffen, geht es vor allem auch darum, den ganzen Menschen zu sehen und damit Nächstenliebe spürbar zu machen, sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeitenden – resümiert einer der Gründerväter, Bischof Otto Dibelius.

Bereits 1931 nimmt das durch Spenden der Berliner Bevölkerung und Kredite finanzierte Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin-Schmargendorf seinen Betrieb auf – mit 400 Betten das modernste Krankenhaus seiner Zeit. Bereits wenige Monate später folgt das Evangelische Krankenhaus Hubertus in Berlin-Zehlendorf. 1947 öffnet das Evangelische Waldkrankenhaus Berlin-Spandau, 2002 wird die Evangelische Lungenklinik in Berlin-Buch, 2006 das Evangelische Elisabeth Krankenhaus in Berlin-Tiergarten und 2013 die Klinik Amsee in Waren an der Müritz in die Trägerschaft des Vereins übernommen. Die Tradition einer guten Verbindung von hoher Professionalität medizinischer und pflegerischer Fürsorge, zuverlässiger ökonomischer Handlungsweise und zugewandter Umsetzung der Nächstenliebe ist unser Anspruch an uns selbst bis heute.

Andere Traditionen und weitere Einrichtungen, die sich uns im Laufe der Zeit anschließen, prägen das gemeinsame Bild und Handeln der Johannesstift Diakonie. Schon früh existieren die Arbeitsbereiche Krankenhäuser, Pflege, Bildung, Wohnen, Beratung und Soziales. Neue Unternehmen sowie Geschäftsfelder kommen im Laufe der Zeit hinzu. Die einzelnen Gründungsgedanken fließen alle in unsere Identität ein und bestimmen unser heutiges Selbstverständnis. Sie sind wertvolle Teile des Unternehmens.

Wir sind stolz, diese Traditionen unter dem neuen Dach der Johannesstift Diakonie vereinen zu können!

Kontaktperson

Ansprechpartner

Porträt Dr. Werner Weinholt
Theologische Leitung

Dr. Werner Weinholt