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1. ROSA-roboterassistierte Hüft-OP

Am Mittwoch, den 4. März, hat die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie einen Meilenstein erreicht: Erstmals wurde eine Hüftprothese in Deutschland und Österreich unter Einsatz des robotischen Assistenzsystems ROSA eingesetzt.

Datum
EinrichtungEvangelisches Waldkrankenhaus Spandau, Orthopädie & Unfallchirurgie

Durchgeführt wurde der Eingriff von Prof. Dr. med. habil. Ulrich Nöth, MHBA, Direktor der Klinik Orthopädie und Unfallchirurgie, und Oberarzt Dr. med. Lars Rackwitz.
Mit dieser Erweiterung des Einsatzspektrums setzt die Klinik ihre Vorreiterrolle in der robotergestützten Endoprothetik konsequent fort. Die Technologie ermöglicht eine nochmals gesteigerte Präzision bei der Implantation und eröffnet Patient*innen neue Perspektiven hinsichtlich Funktionalität, Schmerzreduktion und Genesung.

Präzision durch robotische Assistenz

Das ROSA-System (Robotic Surgical Assistant) gehört zu den sogenannten Co-Botik-Systemen und basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen Operateur*innen und Technologie. Während der Eingriff weiterhin vollständig durch die Chirurg*innen durchgeführt wird, unterstützt das System durch hochpräzise Planung, Echtzeitdaten und intraoperative Navigation.

Auf Grundlage bildgebender Verfahren erstellt die Software ein dreidimensionales Modell des Gelenks. Während der Operation werden Bewegungsachsen, Positionierung und Schnittführung kontinuierlich überprüft und angepasst. So lassen sich selbst komplexe anatomische Besonderheiten exakt berücksichtigen.

Gerade bei anspruchsvollen Ausgangssituationen – etwa bei Fehlstellungen oder Voroperationen – bietet diese Technologie einen entscheidenden Vorteil.

Führende Expertise in der Knieendoprothetik

Bereits seit fast sechs Jahren wird ROSA im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau erfolgreich in der Knieendoprothetik eingesetzt. Mit mittlerweile über 4.000 durchgeführten Eingriffen gehört das Team der Orthopädie nach Aussage des Herstellers Zimmer Biomet zu den erfahrensten im Umgang mit ROSA in Deutschland und Europa. 

Die Klinik ist als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert und setzt konsequent auf innovative Verfahren, um Behandlungsqualität und Patientensicherheit kontinuierlich zu verbessern.

Die positiven Erfahrungen aus der Kniechirurgie – insbesondere hinsichtlich Präzision, Gewebeschonung und schneller Rehabilitation – konnten nun erstmals auf die Hüftendoprothetik übertragen werden.

Vorteile für Patient*innen

Die robotergestützte Operation ermöglicht eine besonders präzise Positionierung der Implantate, was sich unmittelbar positiv auf die Gelenkfunktion auswirkt. Gleichzeitig werden durch die exakte Planung und Umsetzung der Eingriffe umliegende Weichteilstrukturen geschont, was das Risiko von Verletzungen reduziert und den Blutverlust während der Operation minimiert. Patient*innen profitieren dadurch häufig von geringeren postoperativen Schmerzen und einer schnelleren Mobilisation. Auch die Dauer des Krankenhausaufenthalts kann verkürzt werden. Insgesamt tragen diese Faktoren entscheidend dazu bei, die Rehabilitation zu beschleunigen und die langfristige Zufriedenheit sowie die Lebensqualität der Patient*innen deutlich zu verbessern.

Patientenerfahrung: Komplexer Ausgangsbefund, schneller Fortschritt

Die erste Patientin, die von dem neuen Verfahren profitieren konnte, ist Ursula M., 74 Jahre. Sie litt unter einer fortgeschrittenen Arthrose mit zusätzlicher Fehlstellung und funktionellen Einschränkungen. „Das Gelenk war vollständig verschlissen, zusätzlich hatte ich eine Fehlstellung der Hüfte und Probleme mit der Wirbelsäule. Mir war bewusst, dass das kein einfacher Eingriff wird.“

Trotz dieser komplexen Voraussetzungen verlief die Operation erfolgreich. Bereits kurz nach dem Eingriff konnte die Patientin mobilisiert werden. „Ich war nach der Operation sofort wieder klar im Kopf. Das kannte ich so nicht. Und ich konnte schon am selben Tag wieder aufstehen.“

Im Vergleich zu einer früheren Hüftoperation in einer anderen Klinik beschreibt sie deutliche Unterschiede im postoperativen Verlauf: „Diesmal hatte ich deutlich weniger Beschwerden. Ich bin schnell wieder mobil geworden und konnte schon direkt nach der OP mit Unterstützung laufen.“ Ihr persönliches Ziel ist klar formuliert: „Ich möchte wieder in die Berge gehen und wandern können – das war lange nicht mehr möglich.“

Innovation als Teil der Versorgungsstrategie

Die Einführung der ROSA-unterstützten Hüftendoprothetik ist ein weiterer Schritt in der strategischen Weiterentwicklung der Klinik. Ziel ist es, modernste Technologien gezielt dort einzusetzen, wo sie einen echten Mehrwert für Patient*innen bieten. Die Kombination aus langjähriger operativer Erfahrung, standardisierten Abläufen und innovativer Technik bildet dabei die Grundlage für eine Versorgung auf höchstem Niveau.

Über das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau, ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Das 1947 gegründete Notfallkrankenhaus umfasst neun Fachabteilungen, vierzehn medizinische Zentren und 518 Betten. Jährlich versorgen wir rund 22.000 Patient*innen stationär und weitere 70.000 Patient*innen ambulant.

Die Behandlungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Altersmedizin, Brustkrebs / Brustrekonstruktion, Chronische Wunden, Gefäßerkrankungen, Gelenke und künstlicher Gelenkersatz, Herz, Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie und –urologie, Krebs, Magen / Darm, Rücken, Schwangerschaft und Geburt sowie Sport und Unfälle.

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau betreibt drei Fachschulen: die Reha-Akademie Berlin für Physiotherapeut*innen, die Schule für Ergotherapie sowie gemeinsam mit dem Martin-Luther-Krankenhaus die Gesundheitsfachschule Berlin. Diese fungieren auch als Ausbildungsstätte des Krankenhauses.

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 11.400 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Behindertenhilfe
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen