Die Übergabe des Preises erfolgte während des regelmäßig stattfindenden Ehrenamtsfrühstücks unter Leitung von Krankenhauspfarrerin Nicole Waberski. Die Stiftung lobte das jahrelange Engagement der Ehrenamtlichen für ältere, alleinstehende Patientinnen und Patienten im Krankenhaus.
„Seit fast 100 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche im Martin Luther Krankenhaus. An diese Tradition anknüpfend, besuchen heute Ehrenamtliche im Besuchsdienst regelmäßig Patient*innen oder unterstützen die Gottesdienste im Krankenhaus. Neben dem Krankenhausteam geben die Ehrenamtlichen besonderen Halt für Menschen, die sich allein und verloren im Krankenhaus fühlen,“ so Dr. Karin Barnard, die zusammen mit ihren drei Kuratoriumskolleg*innen der Werner und Maren Otto Stiftung die Ehrenamtlichen des Martin Luther Krankenhauses für den Ehrenamtspreis 2025 ausgewählt hat.
Jens Güldner Vorsitzender des Vorstandes der Werner und Maren Otto Stiftung, der 2019 u.a. den Ehrenamtspreis ins Leben gerufen hat, ehrte zusammen mit seinem Vorstandskollegen Frank Beier-Rosen das Team. „Gerade in Zeiten von Krankheit und im ungewohnten Umfeld eines Krankenhauses erfahren ältere Menschen, insbesondere jene ohne Angehörige, wie kostbar menschliche Nähe, Aufmerksamkeit und persönlicher Austausch sind. Ein freundliches Wort, ein offenes Ohr oder ein stilles Dasein können Trost spenden, Mut machen und Hoffnung schenken. Der Besuchsdienst im Martin Luther Krankenhaus leistet gemeinsam mit den ehrenamtlich Engagierten in den Gottesdiensten seit vielen Jahren einen unschätzbaren Dienst an den Patientinnen und Patienten. Mit großem Engagement, Zeit und Mitgefühl schenken diese Ehrenamtlichen etwas von unschätzbarem Wert: Menschlichkeit. Dieses Wirken verdient unsere höchste Anerkennung. Es ist mir daher eine besondere Ehre und große Freude, die Ehrenamtlichen mit dem Ehrenamtspreis der Werner und Maren Otto Stiftung auszuzeichnen. Mit dieser Würdigung verbinden sich Dank, Respekt und tiefe Wertschätzung für einen Dienst, der weit über das Selbstverständliche hinausgeht“, so Jens Güldner.
Besuchsdienst ist seit zehn Jahren im Einsatz
Der Besuchsdienst wurde 2016 von Krankenhausseelsorgerin Nicole Waberski ins Leben gerufen. Er besteht aktuell aus sechs Frauen, die einmal in der Woche Patientinnen und Patienten des Martin Luther Krankenhauses besuchen. Dabei hat es sich bewährt, dass die jeweiligen Ehrenamtlichen immer auf den gleichen Stationen wie zum Beispiel der Inneren Medizin, der Allgemeinchirurgie, der Orthopädie oder der Plastischen Chirurgie im Einsatz sind. „In unserer Gesellschaft nehme ich immer häufiger wahr, dass Menschen im Alter vereinsamen und besonders in ihrer kranken und hilflosen Situation emotionale Begleitung benötigen. Unser Besuchsdienst bietet diese wichtige Unterstützung für diejenigen, die sonst keinen Besuch erhalten, und entlastet dadurch auch das medizinische Personal“, sagte Nicole Waberski.
Wichtige Entlastung für Patient*innen und Pflegepersonal
Bei den betreuten Patient*innen handelt es sich meistens um ältere Menschen, die oft allein leben, oder Personen mit einer Demenzerkrankung, für die ein Wechsel ihrer Umgebung besonders herausfordernd ist. Im Mittelpunkt stehen bei den Besuchen die persönlichen Gespräche zur Krankheitsbewältigung, zu Sorgen und Entlastung, aber auch tatkräftige Hilfe, zum Beispiel bei Besorgungen. Dabei schreibt das Leben viele Geschichten: Als eine ältere Dame, deren Heim ausgebrannt war, nur mit einem Nachthemd eingeliefert wurde und nichts mehr hatte, besorgte mit Spendengeldern eine Ehrenamtliche Hausschuhe, Jogginganzug und Unterwäsche. Entlastet werden alle Menschen im Martin Luther Krankenhaus auch durch die Gottesdienste im Krankenhaus. Zur Freude der Krankenhausseelsorge werden diese von drei Ehrenamtlichen sehr verlässlich unterstützt und auch gehalten. Die Kapelle als Ort und die geistliche Einkehr durch Orgelspiel und Gottesdienst sind ein wichtiger Bestandteil des Begleitens in der Erkrankung.
Enger Austausch und Supervision durch die Krankenhausseelsorge
Der Besuchsdienst bleibt stets im engen Austausch mit der Krankenhausseelsorge – sowohl direkt nach den Besuchen als auch bei den regelmäßig stattfindenden Frühstücksrunden des Ehrenamtskreises. „So erfahre ich frühzeitig von Nöten von Patientinnen und Patienten und kann schnell an den Besuch der Ehrenamtlichen anknüpfen und die Begleitung in schweren Situationen vertiefen. Das Frühstück bietet zugleich den Raum für Supervision und Fortbildung unserer Ehrenamtlichen“, erklärte Krankenhauspfarrerin Waberski.
Unser herzlicher Dank an alle Ehrenamtlichen im Martin Luther Krankenhaus
Unser Besuchsdienst:
- Sophie Charlotte von Amsberg
- Annette Velleuer
- Christa Kaleck
- Ilka Sackmann
- Petra Liegener
- Brigitte Weichhaus
Ebenso gilt unser Dank dem ehrenamtlichen Gottesdienstteam
- Rebecca Pierson
- Peter Werner
- Dr. Nicolas Schönfeld
Werner und Maren Otto Stiftung
Die Werner und Maren Otto Stiftung steht für Verantwortung, Menschlichkeit und Fürsorge, gerade dort, wo das Leben verletzlicher wird. Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 setzt sie sich dafür ein, älteren und pflegebedürftigen Menschen ein Leben in Würde, Respekt und Geborgenheit zu ermöglichen. Ins Leben gerufen von Werner und Maren Otto, folgt die Stiftung der Überzeugung, dass eine Gesellschaft daran gemessen wird, wie sie mit ihren älteren Mitgliedern umgeht.
Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht der Mensch mit seiner Geschichte, seinen Bedürfnissen und seiner Würde. Die Stiftung fördert Projekte, die Pflege und Betreuung nicht nur funktional verstehen, sondern als Beziehung, getragen von Achtsamkeit, fachlicher Kompetenz und menschlicher Nähe. Unterstützt werden Initiativen in der stationären und ambulanten Pflege ebenso wie Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung. Besonders am Lebensende möchte die Stiftung dazu beitragen, dass niemand allein bleibt und jeder Mensch respektvoll begleitet wird.
Gesellschaftliche Verantwortung zeigt sich für die Werner und Maren Otto Stiftung auch in der Stärkung des Miteinanders. Ehrenamtliches Engagement ist dabei von unschätzbarem Wert. Mit der Vergabe eines Ehrenpreises würdigt die Stiftung Menschen, die sich mit Herz und Zeit für ältere und pflegebedürftige Menschen einsetzen, oft im Stillen, aber mit großer Wirkung. Ihr Engagement schafft Nähe, spendet Trost und ermöglicht Teilhabe.
Die Stiftung versteht sich als verlässlicher Partner sozialer Träger, Pflegeeinrichtungen und gemeinnütziger Initiativen in Berlin und Brandenburg. Geprägt von klaren Werten, langfristigem Denken und verantwortungsvollem Handeln engagiert sie sich für eine Altenhilfe, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. So leistet die Stiftung einen Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft, in der Fürsorge, Mitgefühl und Verantwortung gelebt werden, heute und für kommende Generationen.
Bewerbung für den Ehrenamtspreis
„Ehrenamtliche, die sich in diesem Bereich engagieren, können gerne für den Ehrenamtspreis 2026 bei der Stiftung (per E-Mail an wmo(at)wmostiftung.de) vorgeschlagen werden. Wir freuen uns auf Bewerbungen, um ehrenamtliches Engagement besonders zu würdigen und zu unterstützen“, so Dr. Karin Barnard.



Facebook
Instagram
YouTube
LinkedIn
Xing