Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die häufigste Todesursache in Deutschland – obwohl wir längst wissen, wie sehr unsere Lebensweise das Risiko beeinflusst. Besonders tückisch: Dauerstress im Job. Aber die gute Nachricht ist: Jede*r kann selbst etwas tun, um das Herz zu schützen – und das muss nicht mit Verzicht und Verbissenheit verbunden sein.
Aufklärung, die Leben retten kann
Dr. Robert R. Flieger vom Evangelischen Herzzentrum Coswig und Dr. Torsten K. Röpke vom Paul Gerhardt Stift bringen es im Interview auf den Punkt: "Unsere Lebensgewohnheiten entscheiden über unsere Herzgesundheit – und jede*r kann etwas verändern."
Stress im Job – ein stiller Risikofaktor
Viele kennen es: Der Termindruck steigt, das Telefon klingelt ununterbrochen und die To-do-Liste wird immer länger. Klingt nach einem normalen Arbeitstag? Leider ja – und genau das ist das Problem. Chronischer Stress im Job wirkt sich direkt auf das Herz aus. Er erhöht den Blutdruck, lässt den Blutzuckerspiegel steigen und fördert Entzündungsprozesse im Körper.
Dr. Röpke warnt: „Wer dauerhaft unter Anspannung steht, riskiert auf lange Sicht einen Herzinfarkt. Stress lässt sich nicht immer vermeiden – aber man kann lernen, damit umzugehen."
Herzgesund leben – mit kleinen Schritten viel erreichen
Dr. Flieger und Dr. Röpke empfehlen einen Mix aus bewusster Ernährung, Bewegung und regelmäßiger Entspannung. Dabei geht es nicht um Höchstleistungen, sondern um gesunde Routinen:
Ernährung: Weniger Zucker, mehr Mittelmeer
Wer seinem Herzen etwas Gutes tun will, sollte auf eine mediterrane Ernährung setzen: viel frisches Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl und wenig rotes Fleisch. Auch auf Zucker und Salz zu verzichten, kann viel bewirken. Alkohol? Besser selten – das tägliche Glas Rotwein gilt längst als Mythos.
Bewegung: Kein Marathon nötig
Schon moderate Bewegung wie Radfahren, Schwimmen oder zügiges Spazierengehen – idealerweise fünf Mal pro Woche – reicht aus, um das Herz zu stärken. Auch Alltagstipps helfen: Treppen steigen statt Aufzug, Fahrrad statt Auto. Entscheidend ist nicht die Intensität, sondern die Regelmäßigkeit.
Entspannung: Den Ausgleich finden
Ob Yoga, Gartenarbeit, Musizieren oder einfach mal bewusstes Durchatmen – alles, was Stress abbaut, schützt auch das Herz. Wichtig ist, sich im Alltag kleine Ruhe-Inseln zu schaffen. Besonders im Jobumfeld sollte es Raum für Entspannung geben – das schützt nicht nur das Herz, sondern auch die Motivation.
Ein Herz für sich selbst – und für andere
Herzgesundheit ist nicht nur Privatsache. Gerade im Gesundheitswesen ist es entscheidend, dass Mitarbeitende mit gutem Beispiel vorangehen – und dafür auch die nötigen Bedingungen vorfinden. Arbeitgeber, die auf gesunde Arbeitsbedingungen achten, leisten einen aktiven Beitrag zur Prävention.
Denn am Ende zählt: Nur wer selbst gesund ist, kann sich auch gut um andere kümmern.
Sie wollen nicht nur zuhören, sondern mitgestalten?
Informieren ist gut, handeln ist besser: Werden Sie Teil eines Teams, das Herz zeigt – für Patient*innen und für Kolleg*innen.






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