Was bedeutet Jobsharing?
Jobsharing ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehr Mitarbeitende eine Vollzeitstelle teilen. Die Beteiligten stimmen Aufgaben, Zuständigkeiten und Arbeitszeiten flexibel untereinander ab – gemeinsam stemmen sie die volle Verantwortung. In der Medizin wird daraus: Topsharing. Zwei Ärzt*innen teilen sich eine Leitungsfunktion und fällen gemeinsam strategische Entscheidungen.
Jobsharing? Gleich in zwei Kliniken
Die Kliniken für Innere Medizin der Evangelischen Elisabeth Klinik und des Martin Luther Krankenhauses zeigen, wie das Modell konkret funktioniert: Dr. med. Vera Stiehr und Dr. med. Angelika Behrens leiten beide Abteilungen als gleichberechtigtes Chefärztinnen-Team. Sie haben das Modell mit viel Vertrauen, Teamgeist und neuen Ideen etabliert – und damit den Beweis geliefert: Geteilte Führung funktioniert. Und nicht nur das: Sie wirkt. Doppelt gut - gleich in zwei Kliniken.
Die Chefärztinnen verantworten im Kollegialsystem die Versorgung der internistischen Patient*innen an beiden Standorten. So werden Synergien geschaffen, Ressourcen gebündelt und die medizinische Versorgung weiter optimiert. Dr. Angelika Behrens: „Am Anfang war das Modell eher eine Art Experiment. Aber wir beweisen seit Jahren, wie gut wir so Beruf, Karriere als Chefärztinnen, die Interessen des Arbeitsgebers und unser Privat- und Familienleben unter einen Hut bekommen.“
Ist geteilte Führung, auch in Teilzeit, ein Karrierehemmnis oder die Zukunft in der Medizin?
Lange galt: Wer Karriere will, muss voll verfügbar sein. Doch das Denken verändert sich. Gerade in der Medizin, wo Fachkräftemangel, Spezialisierung und hohe Arbeitsbelastung aufeinandertreffen, braucht es neue Modelle. Jobsharing ermöglicht Ärzt*innen, Führungsverantwortung zu übernehmen – ohne sich zwischen Beruf und Privatleben zerreißen zu müssen.
Topsharing, teils auch "Co-Leadership" oder "geteilte Führung" genannt
Die geteilte Leitung zeigt: Karriere und Jobsharing schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Wer zu zweit führt, bringt mehr Perspektiven, mehr Know-how und mehr Energie in die Abteilung. Und das spüren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern vor allem auch die Patient*innen.
Was sind Vor- und Nachteile bei geteilter Leitung?
Vorteile:
- Höheres Engagement und gesteigerte Produktivität
- Bessere Work-Life-Balance und höhere Mitarbeiterbindung
- Geringeres Risiko für Stress, Überlastung und Burnout
- Mehr Innovation durch unterschiedliche Perspektiven
- Weniger Fehler dank Vier-Augen-Prinzip
Herausforderungen:
- Erfordert exzellente Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen
- Klare Rollenverteilung und Abstimmung sind essentiell
- Organisation muss das Modell aktiv unterstützen und leben
- Die Erfahrung zeigt: Mit dem richtigen Team und einem starken Rückhalt im Haus lassen sich diese Herausforderungen meistern.
Wie erleben Ärztinnen selbst das Modell Jobsharing in der Klinik?
Dr. Vera Stiehr und Dr. Angelika Behrens wissen, worauf es ankommt: „Wir bringen beide langjährige klinische und endoskopische Erfahrung mit. Mit innovativen Methoden wie der interventionellen Endoskopie behandeln wir schonend viele Erkrankungen, die früher operiert werden mussten. Dabei haben wir immer den Menschen im Blick.“
Sie nehmen die Doppelrolle mit Freude und Verantwortung an: „Wir lieben die Herausforderung und meistern sie gemeinsam, zusammen mit unseren starken Teams an beiden Standorten.“
Erfahren Sie mehr über unsere Arbeitszeitmodelle für Ärzt*innen im Krankenhaus
Ob Vollzeit oder Teilzeit: Wir glauben an individuelle Karrierewege. Und daran, dass moderne Medizin flexible Modelle braucht.






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