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Religionsvielfalt: So weltoffen ist die Diakonie

„Muss ich eigentlich Christ*in sein, um bei der Johannesstift Diakonie zu arbeiten?" - Religion im beruflichen Alltag.

Kinder auf einer Bühne

Wenn Religion lebendig wird – Ein Vormittag, der bewegt

Der Duft von Räucherstäbchen mischt sich mit dem Klang eines tibetischen Gongs. Kinderstimmen flüstern neugierig durcheinander. In der Aula der „Schule ohne Grenzen" im Evangelischen Johannesstift Berlin-Spandau wird Religion zum Abenteuer: Kein dröger Frontalunterricht, sondern lebendige Glaubenswelten zum Anfassen.

Im Rahmen der Projektwoche „Was uns verbindet – fünf Weltreligionen in unseren Berliner Klassenzimmern" begegnen Fünftklässler*innen nicht nur dem Christentum, sondern auch dem Judentum, dem Islam, dem Buddhismus und dem Hinduismus – auf Augenhöhe. An fünf bunten Thementischen dürfen sie fragen, staunen, ausprobieren. Mittendrin: Religions-Expert*innen, die erzählen, zuhören und Brücken bauen.

Fünf Religionen, ein Ziel: Verstehen statt bewerten

Ein Junge fragt beim Islam-Tisch: „Müssen Frauen Männer heiraten, auch wenn sie das nicht wollen?" – Amal Benchekroun, die Expertin am Tisch, antwortet ruhig: „Nein. Es geht um Verständnis und Respekt." Solche Fragen zeigen: Kinder trauen sich was. Und sie bekommen ehrliche Antworten – jenseits von Vorurteilen oder Floskeln.

Auch am Christentum-Tisch geht es nicht um starre Dogmen. Der Pfarrer liest aus der Bibel – auf Türkisch. „Die Bibel gibt es in fast jeder Sprache", sagt er. Die Kinder staunen. Sie lernen: Religion ist vielfältig, wandelbar, menschlich.

Religionsvielfalt erleben: Kinder im Gespräch mit Religions-Expert*innen – Muss ich in der Kirche sein, um bei der Diakonie zu arbeiten?

Was das mit Arbeiten bei der Johannesstift Diakonie zu tun hat?

Eine ganze Menge. Denn diese Szene steht exemplarisch für das Selbstverständnis vieler Einrichtungen der Johannesstift Diakonie: Offenheit. Respekt. Miteinander. Ja, die Diakonie ist ein evangelischer Träger. Aber nein – Sie müssen nicht Mitglied der Kirche sein, um hier zu arbeiten. Was zählt, ist Ihre Haltung: Teamgeist, Toleranz, der Wunsch, Menschen zu helfen.

„Ich dachte, ich passe hier nicht rein – heute bin ich Teamleitung"

Ein Mitarbeiter aus der Pflege erzählt: „Als ich mich beworben habe, hatte ich Bedenken. Ich bin konfessionslos und dachte, das wäre ein Problem. Aber im Vorstellungsgespräch ging es nicht um meine Religion – sondern um meine Werte, meine Motivation und mein Berufsethos. Heute leite ich ein Team mit Menschen aus sechs Nationen. Und ja, wir feiern gemeinsam Weihnachten und das Zuckerfest."

Vielfalt ist kein Marketing-Slogan – sie wird gelebt

Ob in Kitas, Kliniken oder Einrichtungen der Behindertenhilfe: Bei der Johannesstift Diakonie arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen kulturellen, religiösen und biografischen Hintergründen. Diese Vielfalt ist kein Hindernis, sondern eine Stärke. Gerade im Umgang mit Klient*innen, Patient*innen oder Bewohner*innen ist interkulturelle Kompetenz Gold wert.

Projekte wie „Kinder beflügeln" zeigen das eindrucksvoll: Kinder aus herausfordernden sozialen Lagen erleben Bildung, Zugehörigkeit und Respekt. Und die Erwachsenen, die diese Projekte gestalten, bringen sich mit ihrem ganzen Ich ein – ob mit oder ohne religiöse Prägung.

"Was uns verbindet" – auch im Berufsalltag

Die Kinder aus der Projektwoche fassen ihre Erlebnisse in „lebende Bilder" – sogenannte Tableaux Vivants – zusammen. Still und eindrucksvoll zeigen sie Szenen von Gebet, Meditation, Festen, Trauer, Hoffnung. Und vor allem: von Gemeinsamkeit.

Genauso unaufgeregt, aber genauso wirkungsvoll zeigt sich diese Gemeinsamkeit im Alltag eines diakonischen Unternehmens. In der Pause, wenn Kolleg*innen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam Kaffee trinken. Beim Übergabegespräch, wenn Rücksicht und Offenheit gefragt sind. Oder wenn Patient*innen sich bedanken – für Menschlichkeit, nicht für eine Konfession.