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Perikarderguss: Symptome und Behandlung

Druckgefühl in der Brust, Atemnot, allgemeine Schwäche – die Symptome eines Perikardergusses sind oft unspezifisch. Wie die Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel diagnostiziert wird und wie die richtige Behandlung aussehen sollte, erläutern unsere Spezialist*innen der Kardiologie in Berlin. Im Ratgeber informieren sie darüber hinaus über mögliche Therapien bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und weitere Themen zur Herzgesundheit. 

Strichzeichnung eines Körpers, Linie eines Herzschlags endet mit einem Herz an der entsprechenden Stelle des Körpers.

Was ist ein Perikarderguss?

Ein Perikarderguss beschreibt die Ansammlung von Flüssigkeit im Herzbeutel (Perikard), der das Herz umgibt und schützt. Normalerweise sorgt der Herzbeutel dafür, dass das Herz frei schlagen kann, ohne durch Druck beeinträchtigt zu werden. Bei einem Perikarderguss sammelt sich jedoch Flüssigkeit im Herzbeutel, was zu einer Einengung führen und die Herzfunktion beeinträchtigen kann. Ein leichter Perikarderguss kann oft symptomlos verlaufen und nur bei Routineuntersuchungen entdeckt werden, während größere Ansammlungen das Herz in seiner Pumpleistung erheblich beeinträchtigen können.

Arten von Perikardergüssen

Perikardergüsse lassen sich nach ihrem Verlauf und der Menge der Flüssigkeit einteilen:

  • Akuter Perikarderguss: entwickelt sich rasch und geht oft mit stärkeren Beschwerden einher.
  • Chronischer Perikarderguss: entwickelt sich langsamer und kann über längere Zeit bestehen.
  • Leichter bis schwerer Perikarderguss: in Abhängigkeit von der Menge der Flüssigkeit im Herzbeutel.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Perikarderguss kann verschiedene Ursachen haben, die oft auch Risikofaktoren darstellen. Typische Perikarderguss-Ursachen sind: 

  • Infektionen: Virale Infektionen, aber auch bakterielle oder Pilzinfektionen können oft eine Rolle spielen.
  • Autoimmunerkrankungen: Hierzu zählen Krankheiten wie Rheuma oder Lupus, die das Immunsystem beeinflussen.
  • Tumore: Primäre Tumore am Herzen oder Metastasen anderer Krebsarten können Ursache sein.
  • Operationen und Verletzungen: Besonders nach herzchirurgischen Eingriffen besteht das Risiko eines Perikardergusses.
  • Chronische Herzinsuffizienz: Eine chronische und fortgeschrittene Herzschwäche kann in manchen Fällen einen Perikarderguss verursachen.
  • Chronische Erkrankungen: Dazu gehören etwa Nierenprobleme und Schilddrüsenerkrankungen.

Nicht immer ist die Ursache klar. In dem Fall wird der Perikarderguss als idiopathisch bezeichnet.

Symptome eines Perikardergusses

Die Anzeichen und Symptome eines Perikardergusses können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zu den häufigsten Perikarderguss-Anzeichen zählen Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust, Atemnot, Herzrasen sowie allgemeine Schwäche oder Müdigkeit. Diese Symptome sind oft unspezifisch und können auch bei anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorkommen, weshalb eine genaue Diagnose wichtig ist.

In schweren Fällen besteht die Gefahr einer Herzbeuteltamponade, bei der das Herz in seiner Pumpleistung stark eingeschränkt ist – ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem umgehend ärztliche Hilfe nötig ist.

Diagnose eines Perikardergusses

Ein Perikarderguss wird in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren festgestellt. Mögliche Untersuchungen sind:

  • Ultraschall (Echokardiografie) ist die häufigste Methode zur Erkennung von Flüssigkeit im Herzbeutel.
  • Röntgen kann Hinweise auf größere Flüssigkeitsansammlungen liefern.
  • CT oder MRT kommen zum Einsatz, wenn genauere Aufnahmen des Herzbeutels nötig sind.
  • EKG dient der Erkennung von eventuellen Funktionsstörungen des Herzens.

Behandlung eines Perikardergusses

Die Perikarderguss-Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad des Ergusses. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:

  • Bettruhe und entzündungshemmende Medikamente: Eine konservative Therapie ist bei leichten Fällen oft ausreichend.
  • Punktion des Herzbeutels (Perikardiozentese/Perikardpunktion): Das Ablassen von Flüssigkeit bei starkem Druck auf das Herz, meist unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle.
  • Chirurgischer Eingriff: Dieser kommt in schweren oder wiederkehrenden Fällen zum Einsatz, zur langfristigen Druckentlastung des Herzens.

Mögliche Komplikationen Perikardergusses

Ein unbehandelter Perikarderguss kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen. In besonders schweren Fällen kann es zu einer sogenannten Herztamponade kommen, bei der die Flüssigkeitsansammlung so groß ist, dass das Herz nicht mehr ausreichend pumpen kann. Dies stellt einen medizinischen Notfall dar und erfordert eine sofortige Behandlung. Die Gefahr und der Verlauf eines Perikardergusses hängen immer von der Ursache, der Menge der Flüssigkeit und der Schnelligkeit der Ansammlung ab.

Perikarderguss: Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn folgende Beschwerden auftreten:

  • anhaltende Brustschmerzen oder Druckgefühl
  • Atemnot, besonders im Liegen oder bei Bewegung
  • ungeklärte Müdigkeit oder Schwächegefühl
  • Fieber oder Entzündungssymptome ohne erkennbare Ursache

Frühe Abklärung und Beratung durch eine*n Kardiolog*in können dazu beitragen, die Herzgesundheit zu sichern und schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Sprechstunde: Wir sind für Sie da!

Ein Perikarderguss ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die einer gezielten Diagnose und Behandlung bedarf. Die Symptome reichen von milden Beschwerden bis zu lebensbedrohlichen Zuständen. Lassen Sie sich von unseren Spezialist*innen der Kardiologie in Berlin beraten, wenn Sie den Verdacht auf einen Perikarderguss oder Fragen zu Symptomen und Behandlungsoptionen haben. Vereinbaren Sie gern einen Termin in unserer Sprechstunde.

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