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Sprachkurse und Coaching für Menschen mit Behinderungen und Migrationshintergrund

Projekt DiaLOG-IN auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts in Spandau

Datum

In dem Projekt DiaLOG-IN bietet die Behindertenhilfe der Johannesstift Diakonie Sprachkurse und Beratung in Alltags- sowie Arbeits- und Beschäftigungsfragen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Migrationshintergrund an. DiaLOG-IN ermöglicht damit denjenigen gesellschaftliche Teilhabe, die aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Beeinträchtigung gleich doppelt gefährdet sind, benachteiligt zu werden. „Jeder Mensch kann etwas besonders gut. Bei DiaLOG-IN können auch die Menschen, die zu uns kommen, herausfinden, was sie besonders gut können“, beschreibt Projektleiterin Nelli Elkind.

Sprache, Beratung und Jobcoaching

DiaLOG-IN bietet Sprache, Beratung und Coaching an. Die Teilnehmenden lernen Deutsch in ihrem individuellen Tempo. „Reguläre Sprachkurse sind meistens zu schwierig für unsere Zielgruppe“, erklärt Nelli Elkind. Deshalb wird bei DiaLOG-IN in kleinen Gruppen und in Verbindung mit Aktivitäten wie Malen, Töpfern oder Kochen Deutsch gelernt. In der Beratung geht es um alltagsbasierte Fragen: Wie finde ich einen Facharzt? Wie bekomme ich einen Behindertenausweis? Welche Hilfe steht mir zu? „Das sind alles Dinge, die schon für manche Menschen mit deutscher Muttersprache und ohne Beeinträchtigung schwierig wären“, erklärt Nelli Elkind. Die Jobcoaches suchen mit den Teilnehmenden passende Beschäftigungs- und Arbeitsangebote wie Praktika, Ehrenamtsstellen, Werkstattplätze oder Arbeitsplätze. Die Teilnehmenden werden in den Arbeits- und Beschäftigungsbereichen begleitet und gecoacht.

Projekt nahezu einzigartig in der Region

Die kostenlosen DiaLOG-IN-Kurse finden sechs Monate lang viermal wöchentlich statt. Das DiaLOG-IN-Team spricht verschiedene Sprachen. Mit seiner speziellen Zielgruppe ist DiaLOG-IN nahezu einzigartig in der Region, weiß Nelli Elkind. Dementsprechend hoch sei der Zulauf. Nelli Elkind hofft, dass das durch die Skalainitiative geförderte Projekt nach den drei Projektjahren etabliert wird, um diese Versorgungslücke schließen zu können.

Perspektiven für scheinbar hoffnungslose Fälle

Nelli Elkind hat bereits viele verzweifelte Menschen kommen und gestärkt wieder gehen sehen: eine 26-jährige Frau zum Beispiel, die nachdem sie aus Kasachstan nach Deutschland kam, fünf Jahre lang zu Hause war. Das Job-Center empfahl ihr DiaLOG-IN. Nach dem Sprachkurs und der Jobberatung absolvierte sie zunächst Praktika und hat mittlerweile sogar eine sozialversicherungspflichtige Anstellung.
Ein 36-jähriger Mann aus dem Irak hat durch eine Kriegsverletzung am Kopf eine geistige Beeinträchtigung erlitten. In Deutschland wurde er in allen Werkstätten wegen seiner Aggressionen und fehlenden Sprachkenntnisse abgewiesen. Erst bei DiaLOG-IN wurde mithilfe der Sprachmittlerin deutlich, dass die Aggressionen Ausdruck seiner Angst waren. Er lernte Deutsch und fand mithilfe des Jobcoachings eine Werkstatt, in der er durch das Vertrauen zur Sprache auch Vertrauen zur Umgebung fand.

DiaLOG-IN
Schönwalder Allee 26 // Haus 19a
13587 Berlin
Erdgeschoss – barrierefrei

Ansprechpartnerin

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Altenhilfe und Hospize
  • Behindertenhilfe
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen