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„Wir stehen zusammen – mit gesunder Distanz”

„Kinder beflügeln“ hilft in der Corona-Krise: Teams der Kampagne unter dem Dach der Johannesstift Diakonie betreuen an zwei Krankenhäusern die Kinder der Mitarbeitenden. Zu diesem besonderen Projekt ist auch ein Film entstanden.

Eine Mitarbeiterin von „Kinder beflügeln“ hält eine selbst gebastelte Biene aus einem Ei hoch. In der anderen Hand hat sie mehrere selbst bemalte Eier.
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Wo sonst Schülerinnen und Schüler mit den KulturPilotinnen und KulturPiloten Wege und Perspektiven zu Themen wie Kultur und Geschichte beschreiten, Erzählerinnen und Erzähler ins Land der Fantasie und der Kreativität führen, herrscht nicht etwa Tatenlosigkeit, sondern Flexibilität und Konstruktivität.

Das soziale Teilhabeprojekt hat um- und mitgedacht: Zwei mobile Teams, gebildet aus den freien Mitarbeitern von „Kinder beflügeln“, nutzen die Möglichkeit, sich auch jetzt mit Kindern zu beschäftigen, sie zu beflügeln und darüber hinaus, in dieser Krise, an zwei Krankenhäusern der Johannesstift Diakonie die Kinder von Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonal zu betreuen.

Zum Team des Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Zehlendorf gehört Susanne von der Osten-Sacken. Sie ist eigentlich, begleitet von der Muse Klio und ihrem Kollegen Michael Adam, mit Schülerinnen und Schülern als KulturPilotin unterwegs und freut sich, dass sie an dieser Stelle tatkräftig unterstützen kann.

Susanne, Eure Zeitreisen zum Beispiel ins Deutsche Historische Museum fallen in Zeiten von Corona flach. Was macht Ihr nun stattdessen?

Ja eigentlich sind Michael und ich die „Klios“ mit dem blauen Koffer. Aber „Kinder beflügeln“-Projektleiterin Claudia Lukat und Andreas Lorch, Geschäftsführer Johannesstift Diakonie Jugendhilfe, haben sehr, sehr schnell reagiert und die vielen Freiberufler bei „Kinder beflügeln“ in der Kinderbetreuung eingesetzt. Und jetzt beflügeln wir immer noch Kinder, wenn auch auf eine andere Art, eben die Kinder des Krankenhauspersonals. Das ist natürlich gut so. Wir sind dadurch sozial und einfach auch finanziell für eine Weile abgesichert, sodass wir und auch das Pflegepersonal der Johannesstift Diakonie aufgefangen werden. Das ist typisch Johannesstift: Man hat immer das Gefühl, wir sind hier eine große Familie und letztendlich immer unter einem Schirm, wo es durch das verantwortungsvolle Handeln vieler im weitesten Sinne schön warm und trocken bleibt.

Mit den KulturPiloten seid Ihr normalerweise in den vierten Schulklassen unterwegs und unternehmt Ausflüge zum Thema Geschichte und Geschichten. Mit welchen Kindern verbringt Ihr jetzt Eure Zeit?

Wir haben hier in der Gruppe Vorschulkinder und Erst- und Zweitklässler, mit denen wir jetzt ganz einfach Hausaufgaben machen. Ein bisschen Mathe, ein bisschen Vorlesen, ein bisschen Sport. Aber natürlich sind wir auch kreativ und basteln zum Beispiel für Ostern. Oder wir haben Häkeln gelernt und Ausschneiden geübt. Wir bieten also all die Sachen, die eigentlich in der Schule oder zu Hause passieren. Zum Glück können wir auch rausgehen in den Krankenhauspark und dort Übungen machen oder einfach spielen. Wir sind hier, um für und mit den Kindern den Tagesablauf zu gestalten und sie nicht nur zu betreuen. Und mir scheint, mit unserer langjährigen Erfahrung bei „Kinder beflügeln“, sind wir hier richtig eingesetzt.

Wie viel Kinder kommen zu Euch in die Betreuung?

Das variiert von Woche zu Woche. Wir hatten Zeiten, in denen hatten wir zwölf Kinder hier. Das jüngste Kind ist eineinhalb und das älteste neun oder zehn Jahre alt. Wir sind dann zu zweit für die Kinder über drei Jahren eingeteilt. Die Kinder unter drei Jahren brauchen eine spezielle Betreuung mit einer entsprechenden Zusatzausbildung. Mein Kollege Michael Adam und ich betreuen Kinder im Grundschulalter. Das haben wir drauf.

Es gibt zwei mobile Betreuungsteams, die im EGZB (Evangelischen Geriatriezentrum Berlin) im Wedding und im Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Zehlendorf aushelfen. Wo findet die Kinderbetreuung dort eigentlich statt?

Um nicht zu dicht bei den Patient*innen zu sein haben wir im Nebengebäude auf der Konferenzetage zwei große Räume bekommen, die wir nutzen dürfen. Da gibt es alles, was wir brauchen: Küche, Toiletten und einen langen Flur. In dem haben wir auch schon Fußball gespielt, wenn es mal schlechtes Wetter gab. Und das Material, um die Kinder zu beschäftigen, kommt aus Spenden oder aus unserem Fundus von „Kinder beflügeln“. Wir haben ja für die Grundschüler, wenn wir mit den KulturPiloten oder mit den WeltReligionen in die Klassen gehen, alles da. Und dann haben wir jede Menge Spiele: Von Uno – das können wir jetzt schon nachts um drei rückwärts und rauf und runter - bis zu “Mensch ärgere dich nicht” oder Monopoly. Also wir haben hier wirklich einen ganzen Spielzeugladen und für jede Altersgruppe ist etwas dabei.

Diese Art von Krise ist für uns alle neu. Gibt es etwas, was Du in Deine persönliche Schatzkiste packst, weil Du es nicht vergessen wirst?

Wir erleben hier gerade, dass wir mit einfachen Dingen so viele schöne Sachen unternehmen können und gar nicht viel dafür brauchen – schon gar nicht die Glotze. Das freut mich am meisten. Und dann ist da noch die Erkenntnis, dass wir, wenn es eben schlimm kommt, zusammenstehen und man sich gegenseitig hilft – wenn auch mit gesunder Distanz. Wir wachsen alle noch enger zusammen und auch unsere kollegialen Beziehungen haben sich noch mehr gefestigt. Auf der Arbeitsebene sind wir natürlich durch die Johannesstift Diakonie verbunden, aber jetzt merken wir, dass es weit darüber hinausgeht. Die Tatsache, dass Claudia Lukat uns nicht im Regen stehen lässt und wir aufgefangen sind, macht mich sehr dankbar. Das Gefühl nehme ich auf jeden Fall mit. Und das heißt für mich, dass ich um jeden Preis, naja um jeden Preis vielleicht nicht, oder doch, eigentlich möchte ich wirklich sagen, um jeden Preis versuchen werde, bei der Johannesstift Diakonie zu bleiben.

„Kinder beflügeln“ hilft

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 9.300 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Behindertenhilfe
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen