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Mehr als dauernd Ferien

Mehr als dauernd Ferien

Der frühere Schulleiter Peter Mosler engagiert sich im Ruhestand für „Kinder beflügeln"

Viele Kinder mit Lametta in der Hand auf einer Bühne.
Datum2021-12-09

1989 ist der bekennende Rheinländer, der in seiner Heimatstadt Köln Kunst und Sozialkunde auf Lehramt studiert hat, in den Berliner Schuldienst eingetreten. Bevor er 2020 in den Ruhestand ging, hat er drei Schulen geleitet, zuletzt die Peter-Härtling-Grundschule in der Spandauer Neustadt. In Zukunft will er junge Kolleg*innen beraten und sie für „Kinder beflügeln" begeistern.

„'Kinder beflügeln' ist eine extrem großartige Sache, vor allem mit Blick auf die Kreativität der Angebote. Die Kampagne sammelt Sponsorengelder um Kinder zu fördern, die in ihren Familien keine Berührung mit Bildung, Kunst und Kultur haben", schwärmt Peter Mosler. „Die hohe Wertschätzung für Kinder spürt man dabei überall."

Deep Purple und ihr Hit „Smoke on the Water" sind für ihn ganz eng mit der über 15-jährigen Zusammenarbeit mit „Kinder beflügeln" und dem Evangelischen Johannesstift verknüpft. „Mein Ziel als Schulleiter war es immer, morgens als erster in der Schule zu sein, bevor alles auf einen einstürmt. Wenn ich um sieben Uhr alleine im Büro saß, hörte ich die Schulband im Keller „Smoke on the Water" spielen. Sie probte jeden Morgen. 'Kinder beflügeln" hat der Band die Möglichkeit gegeben, ihre Songs in einem professionellen Tonstudio aufzunehmen", erinnert sich Peter Mosler.

Andere Beispiele sind die Projektwochen zu den fünf Weltreligionen, die unter dem Motto „Was uns verbindet" stehen, und die KulturPiloten. In seiner Zeit als Schulleiter wurden in der Peter-Härtling-Grundschule jedes Schuljahr acht bis zehn Kinder aus der vierten Klasse als KulturPiloten ausgebildet. Unter professioneller Anleitung durch Künstler*innen und Wissenschaftler*innen gingen sie im Berliner Kulturleben auf Entdeckungsreise.

Einsteigen und abheben

Insgesamt 100 Kinder pro Jahr können bei den KulturPiloten mitmachen. Sie werden auf neun Gruppen verteilt. Jede von ihnen steht für eine der neun Musen aus der griechischen Mythologie.

„Unsere Muse war Terpsichore, die Muse der Chorlyrik und des Tanzes", sagt Peter Mosler. „Die Kinder besuchten unter anderem das Schloss Charlottenburg und studierten in historischen Kostümen barocke Tänze ein. Für viele vorher unvorstellbar. So etwas hatten sie noch nie erlebt. Das erweitert den Horizont."

Ein besonderer Moment war für ihn persönlich auch immer wieder das gemeinsame Essen, das bei keiner Veranstaltung von „Kinder beflügeln" fehlen darf. „Das kommt wahrscheinlich daher, weil ich selber gerne gut esse", sagt Peter Mosler und lacht. „Aber es reicht eben nicht, den Kindern eine Butterstulle in die Hand zu drücken, damit sie satt werden. Das Buffet, die Kerzen und der schön gedeckte Tisch haben bei den Abschlussveranstaltungen der KulturPiloten jedes Mal für eine feierliche Atmosphäre gesorgt. Auch das ist eine Art von Kulturvermittlung, die viele Kinder von zu Hause so nicht mehr kennen."

Mentoring für den Neuanfang

Knifflig war für ihn und die Klassenleitungen allerdings die Auswahl der Kinder. Die Mädchen und Jungen sollten aus eher bildungsfernen Familien kommen, aber bei den KulturPiloten inhaltlich konstruktiv mitarbeiten, sie mussten also Interesse und Talent mitbringen. Es blieb auch nicht aus, dass andere Kinder enttäuscht fragten, warum sie nicht ausgesucht wurden. Da braucht es viel Fingerspitzengefühl. Genau deshalb möchte der pensionierte Pädagoge anderen Schulleiter*innen Hilfestellung geben, die neu anfangen. Er will seine Erfahrung mit ihnen teilen und ihnen Tipps geben, ohne besserwisserisch zu sein.

„Ich bin seit anderthalb Jahren im Ruhestand und habe mich wegen der Corona-Pandemie bisher sehr vorsichtig verhalten und zurückziehen müssen", sagt Peter Mosler. „Jetzt hoffe ich darauf, dass ich bald mit meinem Engagement für 'Kinder beflügeln' loslegen kann. Ich habe mir fest vorgenommen, dass mein Ruhestand keine Zeit des Nichtstuns sein soll, wo ich ständig 'Hurra' schreie, weil ich nur noch Ferien habe. Ich wünsche mir einen strukturierten Ruhestand mit festem Tagesablauf und einer sinnvollen Aufgabe."

Kinder stehen an Tischen und basteln.

Über die Kampagne „Kinder beflügeln“

„Kinder beflügeln“ ist die Klammer für eine Vielzahl von Projekten, in denen Kinder aus Berlin und Brandenburg seit 2008 durch besondere Bildungserlebnisse gefördert werden. Die Kampagne erreicht Kinder im Grundschulalter an Berliner Brennpunktschulen, die aufgrund ihrer sozialen Situation Bildungschancen nicht nutzen können. „Kinder beflügeln“ ist die gemeinsame Bildungskampagne der Johannesstift Diakonie und der Stiftung Evangelisches Johannesstift.

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 9.800 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Behindertenhilfe
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen