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Johannesstift Diakonie
„Schule ohne Grenzen” kurz vor Eröffnung

„Schule ohne Grenzen” kurz vor Eröffnung

August Hermann Francke Schule und Evangelische Schule Spandau verabschieden pädagogisches Konzept des gemeinsamen inklusiven Schulprojekts

Vier Frauen und zwei Männer stehen vor der Schule ohne Grenzen und halten in ihren Händen das pädagogische Konzept der Schule.
Datum2021-03-29

Die August Hermann Francke Schule und die Evangelische Schule Spandau werden ab dem Schuljahr 2021/2022 in einem Schulneubau auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts mit der „Schule ohne Grenzen“ ein besonderes Modellprojekt der Inklusion umsetzen. Stellvertretend für die Schulträger unterzeichneten Sylke Hölscher, Geschäftsführerin der Johannesstift Diakonie Behindertenhilfe, und Frank Olie, Vorstand der Evangelischen Schulstiftung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), am 26. März 2021 das pädagogische Konzept. Beide Schulen sind auf dem Gelände in Berlin-Spandau beheimatet und arbeiten schon seit zwölf Jahren zusammen. Als Einrichtungen mit christlichem Werteverständnis erleben sie Vielfalt dabei nicht nur als Bereicherung der Schulgemeinschaft, sondern auch als entwicklungsförderliche Bedingung für alle Schüler*innen. 

Sylke Hölscher, Geschäftsführung Johannesstift Diakonie Behindertenhilfe:„Der Name ‚Schule ohne Grenzen‘ beschreibt unsere Vision einer Schule, in der es darum geht, Talente zu erkennen, sie zu fördern, Wissen zu vermitteln, Kinder stark zu machen für ein Leben in einem freudvollen Selbstbewusstsein. Wir wünschen uns eine Schule, in der die Kinder und Jugendlichen täglich gemeinsam erfahren, dass wir alle Gottes Schöpfung sind und es daher überhaupt keine Grenzen zwischen uns gibt. Unsere Hoffnung ist, dass diese Kinder als Erwachsene im Leben diese Haltung und diese Erfahrung in die Gesellschaft einbringen.“

Frank Olie, Vorstand der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO:„‚Schule ohne Grenzen‘ meint für uns die Aufhebung der formalen Grenzen, gemeinsames Tun. Auch wenn Regel- und Förderschule in dem Projekt weiterhin formal unterschieden werden, möchten wir diese Trennung im gemeinsamen Gebäude und im gemeinschaftlichen Leben soweit wie möglich aufheben - eine großartige Chance. Und zu alldem ist unsere gemeinsame Hoffnung, dass Kinder, die lernen, wie wertvoll und bereichernd ‚Unterschiede‘ sind und wie sinnlos Grenzen und Barrieren sind, selbstbewusst, tolerant und sozial engagiert ins Leben gehen können.“

Schulen arbeiten seit 2009 zusammen

Die Evangelische Schule Spandau ist eine Grund- und Integrierte Sekundarschule für die Klassenstufen 1 bis 10 mit musikalischem Schwerpunkt. Die August Hermann Francke Schule ist ein Sonderpädagogisches Förderzentrum mit den Schwerpunkten geistige und körperlich-motorische Entwicklung für Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren. Schon seit 2009 leben die benachbarten Schulen in Hospitationen, vielen gemeinsamen Unterrichtsprojekten, Veranstaltungen sowie Fortbildungen Inklusion.

Inklusionsprojekt mit speziellem Raumkonzept für Klassenstufen 1 bis 6

Im neuen Gebäude werden Kinder der 1. bis 6. Klasse ab August gemeinsam lernen. Jeweils eine Klasse der August Hermann Francke Schule mit 6 bis 7 Schüler*innen und eine Klasse der Evangelischen Schule Spandau mit maximal 24 Schüler*innen kommen als Partnerklassen zusammen. Beide Lerngruppen haben individuell ausgestattete Klassenräume, die durch einen Inklusionsraum für gemeinsame Aktivitäten miteinander verbunden sind. So erleben die Schüler*innen einerseits die Heterogenität der Gruppe und finden gleichzeitig den für sie ebenfalls sehr wichtigen Identifikationsrahmen in ihrem Bezugsklassenraum.

Der eingeschossige Neubau besteht aus vier miteinander verbundenen Pavillons. Es gibt kleine Innenhöfe als geschützte Freiräume und einen großen Pausenhof mit Spiel- und Klettermöglichkeiten für alle. Eine Aula dient als gemeinsamer Ort für Veranstaltungen, Pausen, Tanz, Theater und Musik. Sport- und Schwimmhallen auf dem Gelände werden mitgenutzt. Ein Sportplatz, ein Gemeinschaftsgarten sowie ggf. eine Fortführung der schulischen Inklusion im Sekundarbereich sind Pläne für die Zukunft.

Kinder werden in ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen und gefördert

Die pädagogischen Angebote orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen, Potenzialen und Fähigkeiten der Kinder. Der Fokus liegt dabei auf schülerzentriertem Unterricht und Teilhabeorientierung. Neben der Vermittlung von Wissen ist die Entfaltung der Persönlichkeit insbesondere der sozialen Kompetenzen in der „Schule ohne Grenzen“ von besonderer Bedeutung. Den Schulalltag begleitet ein Team von qualifizierten Lehrkräften und Mitarbeitenden unterschiedlichster Qualifikationen.

Recht auf Bildung für alle

Richtungsweisend für das Projekt „Schule ohne Grenzen“ ist das in der UN-Behindertenrechts-konvention beschriebene Recht auf Bildung aller Menschen mit und ohne Behinderungen in einem inklusiven, chancengleichen Bildungssystem. Die „Schule ohne Grenzen“ ist in diesem Sinne ein modellhaftes Projekt, das allen Schüler*innen optimale Lernmöglichkeiten bieten möchte.

Breite finanzielle Unterstützung

Die finanzielle Unterstützung durch Spender*innen der Evangelisches Johannesstift SbR, die Evangelische Schulstiftung und das Bonusprogramm der Senatsverwaltung macht es möglich, Fortbildungen anzubieten, Unterrichtsmaterialien zu erproben und inklusive Projekte durchzuführen. Die professionelle Begleitung der inklusiven Schulentwicklung durch einen Prozessbegleiter wurde durch die Mittel des Bonusprogramms möglich. Bauherrin des Schulneubaus ist die Stiftung Evangelisches Johannesstift SbR. Die Johannesstift Diakonie Jugendhilfe gGmbH wird die Ergänzende Förderung und Betreuung der Evangelischen Schule betreiben.

Evaluation und wissenschaftliche Begleitung

Zur erfolgreichen Gestaltung des Schulprojektes nutzen die Projektverantwortlichen die Ergebnisse der internen Evaluation und von beteiligten Forschungsprojekten an Berliner Universitäten.

Eine Frau und ein Mann sitzen am Tisch und unterschreiben ein Konzept.
Sylke Hölscher und Frank Olie unterzeichneten das pädagogische Konzept stellvertretend für die Schulträger beider kooperierender Schulen.
Foto: Manuel Tennert
Eine Frau unterschreibt ein Konzept.
Das Konzept stellt die Grundlage der Kooperation der zwei Schulen unter einem Dach dar.
Foto: Manuel Tennert
Vier Frauen und zwei Männer stehen vor der Schule ohne Grenzen und halten in ihren Händen das pädagogische Konzept der Schule.
Frank Olie (Vorstand Ev. Schulstiftung), Sylke Hölscher (GF JSD Behindertenhilfe), Thomas Brand (Ltg. Ev. Schule Spandau), Ulrike Müller & Annemarie Pagel (Ltg. & Mitarbeiterin August H. Francke Schule), Brunhilde Grzegorski (stellv. Ltg. Ev. Schule)
Foto: Manuel Tennert
Schule ohne Grenzen: Grundriss des Gebäudes mit dem Außengelände
Der Umzug in den barrierefreien Neubau ist zum Schuljahresbeginn 2021/2022 geplant.
Abbildung: Landschaftsplanung Irene Fiedler
Viele Grundschulkinder fotografiert aus der Vogelperspektive
Bereits seit 2009 kooperieren die beiden Schulen in vielen inklusiven Projekten.
Foto: Archiv

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