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Die Krone sitzt

Richtfest am Gebäude der „Schule ohne Grenzen“ in Spandau

Sieben größtenteils ältere Männer und drei Frauen posieren für ein Gruppenfoto
Datum
Einrichtung Evangelisches Johannesstift August Hermann Francke Schule

Stiftung Evangelisches Johannesstift ebnet Weg für gleichberechtigte Bildung

Das neue Schulgebäude des Evangelischen Johannesstifts in Spandau ist nun im Rohbau vollendet. Die August Hermann Francke Schule und die Evangelische Schule Spandau werden hier ab dem Schuljahr 2021/2022 ein einzigartiges Projekt umsetzen: Eine inklusive Schule, in der Schüler*innen der Regelschule und solche mit schwersten und mehrfachen Behinderungen gemeinsam lernen.

Die Stiftung Evangelisches Johannesstift lud am 11. September zum Richtfest des Gebäudekomplexes der künftigen „Schule ohne Grenzen“ auf ihrem Gelände in Berlin-Spandau ein. Stiftsvorsteherin Pfarrerin Anne Hanhörster eröffnete die Feier mit einer Andacht und den Worten: „Jesus Christus hat einmal gesagt, dass Kinder bei Gott etwas ganz Besonderes sind. Und zwar alle Kinder. Mit dieser Schule wollen wir unserem christlichen Auftrag nachkommen und dafür Sorge tragen, dass Gottes Kinder die Chance bekommen, miteinander gleichberechtigt zu lernen.“

Mit dem Fest dankte die Stiftung den Mitarbeitenden der verschiedenen Gewerke und vor allem dem Hauptförderer und früheren Unternehmer Reinhard Lange, der Chriskla Stiftung stellvertretend für alle Förderstiftungen sowie den vielen weiteren Spender*innen, die das Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben. Die Investitionssumme für die „Schule ohne Grenzen“ beträgt 15,7 Millionen Euro, die weitgehend über Spenden und Fördermittel finanziert wird.

Besonderes Raumkonzept

In der „Schule ohne Grenzen“ werden künftig Kinder und Jugendliche der August Hermann Francke Schule und der Evangelischen Schule Spandau unterrichtet. Insgesamt lernen 200 Schüler*innen mit und ohne Beeinträchtigungen in den Klassenstufen 1 bis 6 gemeinsam. Dabei spielt das besondere Raumkonzept eine wichtige Rolle. Das Gebäude und das umgebende Gelände sind barrierefrei. Die Schüler*innen lernen gemeinsam in einem Inklusionsklassenraum. In separaten Räumen stehen weiterhin die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen im Vordergrund.

Anderssein als Bereicherung

In der „Schule ohne Grenzen“ entwickeln die Träger*innen der Schulen, die Johannesstift Diakonie Behindertenhilfe und die Evangelische Schulstiftung der EKBO, ihre langjährige Kooperation etwa mit Partnerklassen, gemeinsamen Theaterprojekten und Hospitationen weiter. Den Hortbereich wird die Johannesstift Diakonie Jugendhilfe betreiben. Grundlage bilden das gemeinsame, christlich geprägte Menschenbild und die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Kinder und Jugendliche bekommen in der „Schule ohne Grenzen“ die Chance, Anderssein und Vielfalt als Bereicherung der Schulgemeinschaft zu erfahren. Der neue Gebäudekomplex bietet den Schüler*innen viel Platz für eine individuelle, ganzheitliche Entwicklung und Bildung. 

Das Schulprojekt wird im engen Austausch mit der Humboldt Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin wissenschaftlich begleitet.

Auch wenn die Finanzierung für den Bau der Schule gesichert ist und im kommenden Jahr der Unterricht beginnen kann, so benötigt das Projekt doch weiterhin Spenden, unter anderem für den Sportplatz, die Ausstattung der Klassenräume oder den Schulgarten. Dankbar und mit Freude nimmt die Stiftung Evangelisches Johannesstift gerne weitere Spenden entgegen.

Veir Kinder mit Schultüten. Ein Mädchen spricht in ein Mikrofon und hält einen Klebestift in die Höhe.
Schüler*innen der Evangelischen Schule Spandau und der August Hermann Francke Schule bedanken sich mit einem kurzen Programm.
Foto: Andreas Schwarz
Sieben größtenteils ältere Männer und drei Frauen posieren für ein Gruppenfoto
Von links: Sylke Hölscher, Frank Olie, Prof. Dr. Lutz Fritsche, Reinhard Lange, Hr. Hinrichs, Frau Dr. Marion Bleß, Anne Hanhörster, Andreas Mörsberger, Andreas Arentzen, Ulrich Seelemann.
Foto: Andreas Schwarz
Zahlreiche Menschen hören inmitten eines unfertigen Gebäudes einer Rede zu.
Nach den Reden in der künftigen Aula der Schule (hier Andreas Mörsberger, Vorstand Johannesstift Diakonie und Evangelisches Johannesstift) war der große Moment da …
Foto: Andreas Schwarz
Eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, teils in Rollstuhl und Kinderwagen sowie ein Hund.
… dem alle Besucher*innen gespannt folgten.
Foto: Andreas Schwarz
Ein Zimmermann in traditioneller Kluft inklusive Hut spricht in ein Mikrofon. Im Hintergrund eine Frau sowie ein Mann fortgeschrittenen Alters.
Nachdem der Zimmermann den Richtspruch verlesen hatte, dem auch Stiftsvorsteherin Pfarrerin Anne Hanhörster (rechts) aufmerksam zuhörte …
Foto: Andreas Schwarz
Nahaufnahme: Ein Nagel wird mit einem Hammer in eine Bauplatte geschlagen.
… schlug Frau Hanhörster einen Nagel ins Dach.
Foto: Andreas Schwarz
Mehrere Menschen mit Mund-Nasen-Maske bei einer Führung durch einen Rohbau
Zum Programm gehörten auch Führungen durch das neue Gebäude.
Foto: Andreas Schwarz

Über die Stiftung

Die Stiftung Evangelisches Johannesstift SbR zählt zu den traditionsreichsten diakonischen Einrichtungen in Berlin. Der Theologe Johann Hinrich Wichern gründete sie 1858 mit dem Zweck, Diakone auszubilden. Sie werden bis heute am Wichern-Kolleg für die verschiedenen Dienste in Kirche und Diakonie ausgebildet. Daneben unterstützt die Stiftung und alleinige Aktionärin der Johannesstift Diakonie gAG Projekte der Jugend- und Behindertenhilfe wie auch der Pflege, der Medizin, der Bildung und der Beratung. Sie hat ihren Sitz auf einem 75 Hektar großen Gelände in Berlin-Spandau, auf dem rund 1.600 Menschen wohnen. Zu den bekannten Stiftsfesten Run of Spirit, Erntedankfest und dem Weihnachtsmarkt kommen jedes Jahr Zehntausende Besucher.

Über die Johannesstift Diakonie

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Über 9.300 Mitarbeitende leisten moderne Medizin, zugewandte Betreuung und Beratung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

  • Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren
  • Pflege- und Wohneinrichtungen sowie Hospize
  • Behindertenhilfe
  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Arbeit, Beschäftigung und Soziales
  • Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie
  • Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen

Über die August Hermann Francke Schule

Die August Hermann Francke Schule ist eine staatlich anerkannte, private Ersatzschule für Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren mit den Förderschwerpunkten geistige und körperlich-motorische Entwicklung. Sie gehört zur Johannesstift Diakonie Behindertenhilfe und befindet sich auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts in Berlin-Spandau. 

Über die Evangelische Schulstiftung in der EKBO

Mehr als 10.000 Schüler*innen besuchen die 32 Schulen und 16 Horte der Evangelischen Schulstiftung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) an 24 Standorten in Berlin und Brandenburg. Über 1.200 Mitarbeiter*innen sind dort beschäftigt. Damit ist die Evangelische Schulstiftung größte freie Bildungsträgerin der Region. Die Schulen in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung sind offen für alle Kinder, unabhängig von ihrer ethnischen, sozialen und religiösen Herkunft.

Über die Evangelische Schule

Wir sind eine staatlich anerkannte Privatschule. Träger unserer Schule ist die Evangelische Schulstiftung. Unsere Schule besteht aus einer zweizügigen Grundschule sowie einer zweizügigen Sekundarschule. Sie befindet sich auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts. Schon deshalb wird das soziale Lernen bei uns groß geschrieben. Wir arbeiten mit verschiedenen Einrichtungen aus Pflege & Wohnen, Behinderten- und Jugendhilfe der Johannesstift Diakonie zusammen.