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Carotisstenose: Wenn die Halsschlagader verstopft

Bei einer Carotisstenose handelt es sich um eine Verengung der Halsschlagader (Carotis), die in den meisten Fällen durch Ablagerungen in den Blutgefäßen entsteht. Sie kann eine der Ursachen für einen Schlaganfall sein.

Was ist eine Carotisstenose genau?

Bei der Carotisstenose handelt es sich um eine Verengung oder sogar einen Verschluss der Halsschlagader. In den meisten Fällen betrifft sie die so genannte innere Halsschlagader (Arteria carotis interna).

Beim gesunden Menschen wird das Gehirn über die Halsschlagadern mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt. Auf dem Weg vom Herzen fließt das Blut dabei zunächst durch die so genannte große oder gemeinsame Halsschlagader (Arteria carotis communis). Den Blutfluss durch diese Arterie kann man in Form des Pulsschlags sehr gut an der Seite des Halses messen. Anschließend teilt sie sich in die äußere Halsschlagader (Arteria carotis externa) und die innere Halsschlagader auf. Erstere ist für die Versorgung des Kopfes und der oberen Halsorgane wie dem Kehlkopf, dem Rachen und der Schilddrüse zuständig. Die innere Halsschlagader versorgt als Kopfschlagader das Gehirn und die Augen mit Blut. Ist diese Arterie verengt, wird der Blutfluss zum Gehirn eingeschränkt und das Gehirn wird mit Sauerstoff unterversorgt.

Überblick

Beschwerden treten bei der Carotisstenose meist erst im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium auf, das heißt ab einer zunehmenden Verengung der Halsschlagader. Vorher ist die Erkrankung meist nur ein Zufallsbefund bei einem Arztbesuch. Symptome, die bei einer Carotisstenose auftreten können, sind beispielsweise Sehstörungen, Sprach- oder Sprechstörungen, einseitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen.

Bei einer Carotisstenose besteht die Gefahr darin, dass sich aufgrund der Verengung und dem damit verlangsamten Blutstrom Blutgerinnsel (Thromben) an der Stelle der Verengung bilden. Lösen sich diese oder die so genannten arteriosklerostischen Plaques, können sie mit dem Blut in die Gefäße des Gehirns gelangen und die Durchblutung des Gehirns stören. Medizinisch wird eine Durchblutungsstörung des Gehirns als zerebrale Ischämie bezeichnet. Diese kann kurzfristig sein, wie beispielsweise bei der flüchtigen Ischämie (Transitorische Ischämische Attacke, TIA), oder aber auch einen schweren, lebensbedrohlichen Schlaganfall auslösen.
Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit dem Grad der Verengung der Halsschlagader an. Besonders gefährdet sind dabei Personen, bei denen die Halsschlagader zu mehr als 70 Prozent verengt ist, oder Personen, bei denen es bereits vorher schon einmal zu einer kurzfristigen Durchblutungsstörung des Gehirns gekommen ist.

Schätzungsweise ein bis drei Prozent aller Menschen weisen eine Carotisstenose von mehr als 50 Prozent auf, die behandelt werden sollte. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an. So leidet schätzungsweise jeder Sechste über 65 unter einer mehr als 50%-igen Verengung der Halsschlagader. Umgerechnet auf die Gesamteinwohnerzahl bedeutet das, dass in Deutschland mehr als eine Millionen Menschen von einer Carotisstenose betroffen sind.

Welche Faktoren begünstigen eine Carotisstenose?

Ursache der Carotisstenose ist in den meisten Fällen eine Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), bei der die Blutgefäße durch Ablagerungen verengt werden.

Die genaue Entstehung der Arteriosklerose wird noch erforscht; allerdings wird vermutet, dass sie als Reaktion auf eine Schädigung der Wand der Blutgefäße entsteht. Aufgrund der Schädigung können Muskelzellen aus der mittleren Schicht der Gefäßwand in das Innere des Gefäßes einwandern und das Blutgefäß verengen. Außerdem können sich Fettmoleküle anlagern. Über einen längeren Zeitraum entstehen dann die für die Arteriosklerose typischen Gewebeveränderungen, die so genannten Plaques (siehe Abbildung 1).

Es sind einige Faktoren bekannt, die das Risiko für eine Arteriosklerose und damit für eine Carotisstenose erhöhen. Zu diesen Risikofaktoren zählen Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel im Blut (Hypercholesterinanämie) und Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“).

Schematische Darstellung der Plaquebildung

Wie wird eine Carotisstenose behandelt?

Grundsätzliche Ziele der Therapie bei einer Carotisstenose sind, die Verengung beziehungsweise den Verschluss der Arterie zu beseitigen und so vor allem das Risiko für einen Schlaganfall zu reduzieren.

Eine Operation sollte auf jeden Fall durchgeführt werden, wenn die Halsschlagader um mehr als 70 Prozent verengt ist oder sogar bereits eine verminderte Durchblutung des Gehirns festgestellt werden kann. Studien haben gezeigt, dass durch die Beseitigung einer Verengung der Halsschlagader das Schlaganfallrisiko um die Hälfte reduziert wird. Bei geringeren Verengungen kann auch zunächst eine Behandlung mit Medikamenten durchgeführt werden.

Behandlung

Bereits in einem sehr frühen Erkrankungsstadium sollte versucht werden, mögliche bestehende Risikofaktoren auszuschalten, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen beziehungsweise zu verhindern. Grundsätzlich sollte auf einen gesünderen, aktiven Lebensstil geachtet werden. Hierzu gehört eine ausgeglichene, fettarme Ernährung, die reich an Vitaminen und Nährstoffen ist. Ein vorhandenes Übergewicht sollte reduziert werden, auf Rauchen verzichtet werden. Wichtig ist auch die Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerten auf Normalwerte. 

Bei der Carotisendarteriektomie handelt es sch um eine offene Operation der Halsschlagader, die bereits seit den 1950er Jahren durchgeführt wird. Bei dem Eingriff wird über einen kleinen Schnitt am Hals – in den meisten Fällen unter Vollnarkose – der verengte Abschnitt der Carotis freigelegt und vom Blutstrom abgeklemmt.

Anschließend wird das Gefäß aufgeschnitten und die Ablagerungen an der Engstelle ausgeschält und gegebenenfalls auch geschädigte Teile der Gefäßwand entfernt (siehe Abbildung 2). Je nach Größe der ausgeschnittenen Stelle kann die Carotis anschließend wieder vernäht oder mit einem biologischen Gefäßflicken (Patch) erweitert und der Blutstrom wieder freigegeben werden.

Verengte Blutgefäße wie die Carotis können alternativ zur Operation auch durch eine so genannte Angioplastie beseitigt werden, bei der mithilfe eines Ballonkatheters die Verengung aufgedehnt wird (Ballondilatation).

Bei diesem Katheter handelt es sich um einen dünnen Schlauch, der unter örtlicher Betäubung durch Punktion über die Leistenschlagader bis zur Verengung in der Halsschlagader eingeführt wird. An seiner Spitze befindet sich ein kleiner Ballon, der an Ort und Stelle aufgeblasen wird und auf diese Weise die Arterie dehnt. Dieser Vorgang wird als Revaskularisierung bezeichnet. In den meisten Fällen wird zusätzlich an der aufgedehnten Stelle ein Stent, das heißt ein kleines Metallgitter-Röhrchen, eingelegt, der die Engstelle offen hält (siehe Abbildung 3).

Die Angioplastie ist ein minimalinvasives Verfahren, um das Blut wieder auf seinem natürlichen Weg fließen zu lassen und das Gehirn wieder ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Sie dauert etwa eine Stunde. Allerdings kann es beim Einführen des Katheters zu Verletzungen der Gefäßwand kommen, die zu einer Blutung führen kann. Diese äußert sich als blauer Fleck an der Punktionsstelle, der nach einigen Tagen aber wieder verschwindet. Ein weiteres Risiko dieser Methode ist, dass sich durch sie Ablagerungen lösen und an einer anderen Stelle einen Gefäßverschluss und damit einen Schlaganfall ausgelöst werden könnte. Allerdings wird diese Gefahr durch den Einsatz kleiner Filter, die gelöstes Material auffangen, reduziert.

Eine Behandlung mit Medikamenten wird bei der Carotisstenose nur als Begleittherapie zu einer Operation oder in sehr frühen Stadien als Einzeltherapie durchgeführt. Dabei werden blutverdünnende Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure vor und nach der Operation eingesetzt.

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Operation
Abbildung 3: Schematische Darstellung der Stenteinlage
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Nach der Operation

Eine Operation oder auch eine Angioplastie kann bei einer Carotisstenose dafür sorgen, dass das Blut wieder ungestört in das Gehirn fließen und so ein Schlaganfall verhindert werden kann.

Das Grundproblem der Verengung der Halsschlagader, die generalisierte Arteriosklerose, kann dadurch aber nicht beseitigt werden. Daher sollten nach dem Aufenthalt im Krankenhaus ein paar Maßnahmen getroffen werden, um das Risiko für das Wiederauftreten einer weiteren Verengung der Halsschlagader zu verringern.

Zwar kann eine bereits vorhandene Gefäßverkalkung (im nicht operierten Bereich) nicht mehr rückgängig gemacht werden, allerdings kann aber ihr Fortschreiten erheblich verlangsamt oder sogar vollkommen gestoppt werden. Eine entscheidende Bedeutung hat hierbei das konsequente Ausschalten möglicher Risikofaktoren und eine Veränderung des Lebensstils. Wichtige Punkte sind hierbei, mit dem Rauchen aufzuhören und das Erreichen gesunder Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte – beispielsweise durch Bewegung, eine gesündere Ernährung oder Medikamente. Bei Übergewicht sollte nach Möglichkeit Normalgewicht erreicht werden.

Nach einer Operation kann zur Vorbeugung weiterer Verengungen oder Verschlüsse der Blutgefäße das blutverdünnende Medikament Acetylsalicylsäure eingenommen werden. Wird dieses nicht vertragen, kann alternativ Clopidogrel eingesetzt werden.


Referenzen

Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin – Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefä0medizin e.V. (DGG): S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 004/028 (Stand: 08/2012)

Henne-Buns, D: Duale Reihe Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012

Largiadèr, F: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012

Online-Informationen der Deutschen Gefäßliga e.V.: www.deutsche-gefaessliga.de (Abruf: April 2014)

Wichtiger Hinweis

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